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Online-Casino Duldung - Was ändert sich für die Glücksspielseiten?

Lesezeit: 3 min
19.11.2020 10:06  Aktualisiert: 19.11.2020 10:06
Unser Partner informiert: Seit Mitte Oktober 2020 gibt es eine sogenannte Bewährungsprobe für Online Casinos in Deutschland. Hierdurch werden Anbieter von Online Casinos auch nicht mehr verfolgt, sofern gewisse Regulierungen eingehalten werden. Was ändert sich aber für die Glücksspielseiten? Kommt es noch zu einem Boom in der Branche?
Online-Casino Duldung - Was ändert sich für die Glücksspielseiten?
Glücksspiel war in Deutschland nicht gänzlich verboten, sondern eher eine Grauzone. (Quelle: pixabay)

Seit dem 15. Oktober 2020 können die Glücksspielbehörden nicht mehr wie bisher gegen die Anbieter von Online-Glücksspiel agieren, sondern müssen zuvor prüfen, ob die Regeln eingehalten werden, welche der neue Glücksspielstaatsvertrag vorgibt. Die Regeln sind streng, aber wenn ein Anbieter sich in dieser Phase beweisen kann, dann wird dieser bei der Vergabe von Lizenzen bevorzugt behandelt.

Reformen sorgen für Legalität

Der Hintergrund ist, dass das Glücksspiel in Deutschland grundlegend reformiert wurde durch den neuen und besagten Glücksspielstaatsvertrag, welcher Mitte 2021 Anwendung finden wird, hierauf haben sich die Bundesländer geeinigt.

Es gibt jetzt über 30 neue Regeln, welche jeder Anbieter befolgen muss. Die strengen Regeln mussten sein, denn nicht jedes Bundesland war damit einverstanden, dass das Glücksspiel in private Hände geht. Es gab jahrelang hierüber einen Streit zwischen den Bundesländern.

Die neuen Regeln sind sehr umfangreich und setzen ein monatliches Einzahlungslimit fest, dieses liegt derzeit bei 1.000 Euro pro Monat für jeden Spieler. Außerdem müssen die Spieler regelmäßig darauf aufmerksam gemacht werden, wie viel Geld sie insgesamt gewonnen oder verloren haben. Das soll verhindern, dass die Spieler das Kapital in den Online Casinos aus den Augen verlieren, so Thomas Junker von besteonlinecasinos.com.

Ab Dezember kommt auch noch die Regel hinzu, dass der Einsatz auf einen Euro pro Umdrehung gedeckelt ist innerhalb der Automatenspiele. Dazu gibt es auch zusätzlich einen Panik-Button, wodurch der Spieler sich sofort für 24 Stunden sperren lassen kann. Diese Sperrung gilt dann übergreifend für jedes Online-Casino – technisch ist dies durch die Sperrdatei möglich.

Außerdem dürfen Tischspiele wie Roulette oder Black Jack nicht mehr angeboten werden und den Anbietern ist es nicht mehr erlaubt für virtuelle Automaten zu werben.

Wird die Duldung erfolgreich sein?

Nun steht die Frage im Raum, ob sich die Online-Anbieter überhaupt an die Regeln halten möchten. Tatsächlich ist es so, dass sich zahlreiche Anbieter hierzu bereiterklärt haben, denn die deutsche Lizenz ist immerhin sehr erstrebenswert – insbesondere aufgrund des hierdurch resultierenden Vertrauens der Nutzer.

Die Duldung von Online Casinos wird dann enden, wenn im Sommer der neue Glücksspielstaatsvertrag gültig wird. Danach werden die besagten Lizenzen für virtuelle Automaten, Poker und andere Angebote vergeben. Dies hat bisher nur das Bundesland Schleswig-Holstein in den letzten Jahren vorgenommen – andere Bundesländer wollten dies nicht.

Die Duldung belebt aber schon jetzt das Geschäft, denn so hat zum Beispiel auch der größte Hersteller von Spielautomaten in Deutschland angekündigt, sehr bald auch wieder in das Geschäft der virtuellen Automaten einzusteigen. Bisher wurde dieser Sektor gänzlich den ausländischen Unternehmen überlassen.

Kommt jetzt der Glücksspiel-Boom in Deutschland?

Glücksspiel war in Deutschland nicht gänzlich verboten, sondern eher eine Grauzone. Es gab nämlich zahlreiche Anbieter, welche ihr Angebot auf Malta lizenziert lassen haben und mit dieser EU-Lizenz können sie halblegal auch Personen aus Deutschland spielen lassen.

Dass es jetzt aber zu einen Boom kommt ist eher ausgeschlossen, denn die Spieler gibt es bereits seit Jahren – das Geschäftsmodell wird lediglich aus der Grauzone geholt und für den Staat zur Goldgrube. Erstmals nimmt der Fiskus nämlich hieraus Steuergelder ein.

Zudem können keine Werbemaßnahmen getroffen werden, wodurch es sehr schwerfallen wird, überhaupt für einen Hype zu sorgen. Es könnte aber sein, dass das Glücksspiel in der Gesellschaft weitaus mehr toleriert wird.

Das kann dann auch dazu führen, dass sich bei mehr Menschen eine Glücksspielsucht entwickeln könnte. Die Bundesregierung hat mit den Maßnahmen aber auch hierzu vorgebeugt und zusätzlich werden weitere Gelder zur Verfügung gestellt, um in Aufklärung oder Therapien zu investieren.

Behörden wissen noch nicht, wie zu handeln ist

Die Duldung sorgt auch dafür, dass die Behörden nicht wissen, wie zu handeln ist. Eine Duldung ist nämlich juristisch unüblich und somit haben die Mitarbeiter die Sorge, dass sie sich gegebenenfalls der Strafvereitelung im Amt schuldig machen, wenn ein Online-Casino ohne Lizenz nicht verfolgt wird.

Einige Innenbehörden wie aus Hamburg oder Bremen haben bereits angekündigt, dass die Mitarbeiter per Dienstanweisung aus der Verantwortung genommen werden. Allerdings wurde der Entschluss der Duldung auch hier wiederholt als „durchaus kritisch“ betitelt.

Fazit: Für die Anbieter ändert sich alles

Erstmals können die Anbieter sich legal in Deutschland agieren und dies nicht erst im Sommer 2021, sondern bereits jetzt! Für die Angebote ändert sich aber, dass der Spielerschutz (und die Jugendschutzgesetze) weitaus ernster genommen werden müssen. Die Regeln der Regierung müssen auch erstmal umgesetzt werden, dies wird Kapital in Anspruch nehmen. Allerdings wird der Umsatz voraussichtlich stark ansteigen, wodurch diese Verbindlichkeiten kompensiert werden.

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