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Deutsche Post/ DHL Group: "Unser Unternehmen war noch niemals zuvor in besserer Verfassung"

Lesezeit: 3 min
03.12.2020 17:24
Solche selbstbewussten Worte, wie sie derzeit über die Lippen der Vertreter der Deutschen Post/ DHL Group kommen, hört man in Zeiten der Pandemie nicht allzu oft. Jetzt stärkt der Konzern sein ertragsstarkes Paket-Geschäft.
Deutsche Post/ DHL Group:
Die Deutsche Post/ DHL Group ist ein Gewinner der Corona-Krise. (Foto: dpa)

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„Unser Unternehmen war noch niemals zuvor in besserer Verfassung“, erklärte eine Sprecherin der Deutschen Post/ DHL Group auf Anfrage der Deutschen Wirtschaftsnachrichten“ (DWN). „Wir sind daher sehr gut aufgestellt, um weiterhin vom zunehmenden E-Commerce zu profitieren“, fügte sie hinzu.

Der Konzern hat gerade Ende November einen Schritt gemacht, um seine Strategie 2025 umzusetzen. Der Plan sieht unter anderem vor, „das anhaltend große Potenzial für langfristig profitables Wachstum in den Logistik-Kerngeschäften zu erschließen“, wie es der Konzern 2019 erklärt hat.

Das Unternehmen will bis 2023 die Zahl seiner Packstationen von derzeit 6.000 auf 12.000 verdoppeln. Diese Sendepunkte bestehen aus gelben Automaten mit durchschnittlich 100 Paketfächern, die den Kunden den Paketversand und -empfang ermöglichen. Die Deutsche Post/ DHL Group weist darauf hin, dass die Automaten rund um die verfügbar und kostenlos sind.

Zudem befinden sich die Packstationen an zentralen Orten des öffentlichen Lebens – beispielsweise an Discountern, Tankstellen oder Bahnhöfen, sodass die Kunden das Verschicken oder Abholen der Pakete direkt mit ihrem Lebensmitteleinkauf oder dem Weg zur Arbeit kombinieren können. Gerade während Pandemie ist dies für viele Kunden von Vorteil, weil sie den Kontakt zu Mitmenschen verringern wollen.

„Unsere Kunden nutzen die Packstationen immer häufiger: Allein im Vergleich zum vergangenen Jahr ist die Zahl der Packstationsnutzer im zweistelligen Prozentbereich gestiegen“, betonte die Sprecherin des Konzerns.

Post- und Paketsparte steuert ein Drittel zu den Gesamtgeschäften bei

Hintergrund: Der Logistik-Riese hat bis Ende September seine Umsätze im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,8 Prozent auf 47,7 Milliarden Euro erhöht. Darüber hinaus wuchs das Betriebsergebnis (EBIT) um 0,4 Prozent auf fast 2,9 Milliarden Euro.

Wie wichtig der Post- und Paketdienst in Deutschland für die Geschäfte ist, lässt sich klar aus der Bilanz herauslesen: So steuert dieses Segment fast ein Viertel zum Gesamtumsatz und sogar ein Drittel zum Ergebnis bei.

Doch das war noch nicht alles: Das Business lief trotz der Pandemie so gut, dass das Unternehmen weiter eingestellt hat. So ist die Zahl der Mitarbeiter gestiegen – und zwar um 1,2 Prozent auf mehr als 550.000.

Dieses Wachstum mag zwar nur gering ausgefallen sein. Doch ist zu Zeiten der Pandemie, wo viele Wirtschaftszweige ihre Mitarbeiter auf Kurzarbeit schicken oder entlassen, jede zusätzliche Einstellung etwas Ungewöhnliches.

Entsprechend bewertet auch der Kapitalmarkt die Entwicklung des Konzerns. Der Kurs hat in den vergangenen zwölf Monaten mehr als ein Fünftel auf Niveaus um 40 Euro zugelegt.

So haben im November 14 Fachleute ihre Meinung über die Aktie veröffentlicht, die im Dax gelistet ist. Dabei empfehlen 13 Experten das Papier zum Kauf. Nur ein Analyst sagt, die Anleger sollte die Aktie besser halten, wie der Fachdienst „finanzen.net“ berichtet.

Auch die Konkurrenz beobachtet den Konzern

„Natürlich beobachten wir aufmerksam alle Bewegungen und Veränderungen im Markt“, erklärte auf Anfrage ein Sprecher von Hermes, der ein wichtiger Konkurrent der Deutschen Post/ DHL Group ist. „ Grundsätzlich möchten wir unseren Kunden verschiedene Optionen bieten. Dabei denken wir traditionelle Zustellkonzepte an vielen Stellen neu und kooperieren in diesem Zuge mit Partnern", sagte der Unternehmensvertreter und wies unter anderem auf die sogenannte Hamburg Box hin.

Dieses lokale System umfasst Paketstationen, die derzeit in Hamburg getestet werden, und ähnlich wie die Packstationen der Deutschen Post/ DHL Group funktionieren. Der Unterschied: Es nehmen daran auch die anderen Anbieter teil. Neben Hermes gehören auch GLS und DPD Deutschland dazu. "Sie sind in 22 Bahnhöfen sowie S- und U-Bahnstationen stationiert, wo besonders viele Kunden die Paketabholung mit ihren üblichen Wegen vereinen können", sagte ein Vertreter von DPD Deutschland.

"Es handelt sich dabei um einen Testlauf gemeinsam mit Deutscher Bahn und Hamburger Hochbahn. Über eine Ausweitung auf andere Städte soll anhand der gemachten Erfahrungen zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden", so der Sprecher des Konkurrenten. "DHL verfolgt bisher den Ansatz eines geschlossenen Systems, was aus unserer Sicht nicht im Sinne der Verbraucher ist und den öffentlichen Raum nicht sinnvoll nutzt", kritisierte der Sprecher.

Paket-Sendungen dominieren immer mehr

Grundsätzlich wollen alle Mitbewerber vom Wachstumstrend beim Paketversand profitieren, der sich in den vergangenen zehn Jahren abgezeichnet hat. So ist der Anteil der Pakete am Gesamtvolumen der KEP-Sendungen immer größer geworden. Er hat sich von 2009 bis 2019 von rund 80 auf 84 Prozent erhöht. Das Gesamtvolumen lag bei fast 3,7 Milliarden, wie aus Statistiken des Branchenverbandes KEP hervorgeht. Der Wert der Umsätze des Marktes liegt derzeit bei etwa 21 Milliarden Euro, womit die Branche einen spürbaren Abdruck auf der gesamtwirtschaftlichen Rechnung in Deutschland hinterlässt.

Die Organisation rechnet damit, dass auch im laufenden Jahr die Zahl der Sendungen in Deutschland weiter wächst – und damit auch das Geschäft mit den Paketen: „Um mehr als acht Prozent werden die Sendungsmengen nach aktuellen Schätzungen wachsen“, hieß es auf Anfrage der DWN.

Folglich sind die Rahmenbedingungen für Deutsche Post/ DHL-Group nicht schlecht, die derzeit der Marktführer in Deutschland ist. So sind von der weiteren positiven Entwicklung des Unternehmens auch die Experten überzeugt:

„Das Unternehmen befindet tatsächlich in einer guten Verfassung. Das Management hat sogar sein Ergebnisprognose für 2020 angehoben. Es erwartet ein EBIT von 4,1 bis 4,4 Milliarden Euro. Exklusive der zu erwartenden negativen Einmaleffekte liegt das obere Ende der Spanne sogar bei knapp über 5 Milliarden Euro. Das ist respektabel“, sagte Dirk Schlamp, Analyst der DZ Bank auf Anfrage der DWN. „Das Unternehmen steht vor einem starken vierten Quartal und ist für die Zukunft gut aufgestellt. Wenn sich alles wieder normalisieren sollte, dann kann auch der deutsche Konzern durchstarten“, erklärte der Fachmann.

 



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