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Digitales Geld: Entstehung und Bedeutung in der Weltwirtschaft

Lesezeit: 4 min
07.04.2021 17:43
Viele Anlageexperten hatten den Bitcoin bereits abgeschrieben. Umso überraschender ist die Rallye Anfang 2021. Dessen Kurs kletterte auf über 60.000 USD. Damit war der Kryptocoin mehr wert als die meisten der an den Börsen gehandelten Aktien.
Digitales Geld: Entstehung und Bedeutung in der Weltwirtschaft

Viele Anlageexperten hatten den Bitcoin bereits abgeschrieben. Umso überraschender ist die Rallye Anfang 2021. Dessen Kurs kletterte auf über 60.000 USD. Damit war der Kryptocoin mehr wert als die meisten der an den Börsen gehandelten Aktien. Für die starke Performance sind mehrere Faktoren verantwortlich. Nicht ganz unschuldig sind institutionelle Anleger. Mit deren Einstieg in Kryptowährungen hat der Turbo richtig Fahrt aufgenommen. Sind die Coins bloßes Spekulationsobjekt? Oder werden Kryptowährungen in Zukunft Banknoten und Münzgeld ablösen? In einigen Online Spielotheken ist dieser frische Wind bereits zu spüren. Neben Bonus, die sofort Freispiele ohne Einzahlung gutschreiben, kann man Machtboni einlösen. Die hierfür nötige Mindesteinzahlung kann in Bitcoin abgewickelt werden. Wie relevant sind die Coins als Zahlungsmittel?

Kryptocoins: Der Startschuss fällt 2009

Die Plattform coinmarketcap.com verzeichnet aktuell mehr als 4.400 Kryptocurrencies. Innerhalb weniger Jahre ist der Markt massiv gewachsen. Dabei konnte vor rund 10 Jahren nur eine absolute Minderheit aus Insidern und Kryptoexperten mit Begriffen wie Blockchain oder Bitcoin etwas anfangen. Die heute bekannteste Kryptowährung war gleichzeitig auch deren Vorreiter. Die Idee zum Kryptocoin stammt aus einem Whitepaper von Satoshi Nakamoto (ein Pseudonym), welches auf das Jahr 2008 datiert.

Das erste Krypto-Netzwerk – der Bitcoin – startete 2009. Aus diesen kleinen Anfängen ist eine Kryptocoin entstanden, der inzwischen über 1 Billion USD an Marktkapitalisierung in die Waagschale werfen kann. Quelle ist auch hier wieder coinmarketcap.com. Kein anderer Coin erreicht solche Zahlen. Die Top 5 Kryptocoins sind:

  • Bitcoin
  • Ethereum
  • Cardano
  • Binance Coin
  • Tether

Neue Coins entstehen aus alten Kryptowährungen

Wie können innerhalb so kurzer Zeit einfach neue Kryptocoins entstehen? Wer diese Entwicklung verstehen will, braucht Hintergrundwissen. Viele Coins basieren auf der Blockchain – einer verketteten Datenbank. Jeder Block enthält eine definierte Anzahl von Coins. Diese werden über eine Funktion errechnet, welche immer wieder durchlaufen wird, bis ein Durchlauf passende Ergebnisse liefert. Für die Krypto-Netzwerke gelten Protokolle, denen alle Teilnehmer zustimmen.

Diese Rahmenbedingungen sind dynamisch. Entscheiden sich Teilnehmer für die Implementierung neuer Protokolle, kann es zu einer Hard Fork kommen. Das alte und neue Protokoll sind inkompatibel – es entsteht eine neue Kryptowährung. Hierbei handelt es sich nur um einen Teil der Erklärung. Entwickler verschiedener Kryptocoins gehen ganz neue Wege wie bei Ripple, Dash oder Ethereum. Teils wird auf die Blockchain gesetzt, einige Krypto-Ökosysteme haben sich davon sogar komplett gelöst.

Sind Kryptowährungen echte Zahlungsmittel?

Während Bitcoin und diverse Hard Forks primär als digitale Währung betrachtet werden, gibt es immer wieder Versuche, technische Grundlagen wie die Blockchain zur Problemlösung im Alltag zu etablieren. Ein Beispiel dafür ist IOTA. Bisher spielen Kryptowährungen im Alltag der breiten Masse keine große Rolle – abgesehen von Finanznachrichten, in denen regelmäßig über den Kurs der Coins orakelt wird.

Bis jetzt haben Kryptowährungen keine führende Rolle im Alltagsleben gespielt, abgesehen von den Nachrichten im Finanzbereich, die die Kursschwankungen vorherzusagen versuchten. Außerdem wird hier und da vorgeschlagen, die Blockchain-Technologie in verschiedenen Lebensbereichen anzuwenden: vom Einkaufen bis zu einem Casino Bonus ohne Einzahlung, bei der Softwareentwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz oder Drohnen, bei den Kommunikationsmitteln - von Chats bis hin zu den Datenverwaltungssystemen.

Kryptowährungen sind immer noch keine anerkannten Zahlungsmittel wie US-Dollar, Euro oder das Britische Pfund. Außer auf Kryptobörsen und bei einigen Online Dienstleistern lässt sich zumindest vom Standpunkt der breiten Masse aus wenig mit den Coins anfangen. Trotzdem elektrisieren Bitcoin und Co. immer wieder.

Unreguliert und fälschungssicher

Was den Hype auslöst, sind die extremen Kursgewinne. Innerhalb der ersten drei Monate 2021 ist der Preis beim Bitcoin um mehrere zehntausend USD nach oben geschossen. Klar, dass sich Anleger für die Coins interessieren. Abgesehen von diesem rein monetären Aspekt führen Befürworter eine ganze Reihe von Vorteilen für die Kryptowährungen ins Feld.

Sie sind durch die Kryptografie und den Aufbau der Datenbank fälschungssicher. Zudem sind Kryptowährungen so angelegt, dass nicht beliebig viele Coins entstehen können, was der Inflation einen Strich durch die Rechnung macht. Anders als beim Geld lassen sich Transaktionen mit Kryptowährungen nicht so durchleuchten. Anonymität, Fälschungssicherheit und die fehlende Regulierung sind drei Argumente, welche die Popularität der Coins angetrieben hat.

Kryptocoins: Für die Weltwirtschaft bisher irrelevant

Angesichts schwindelerregender Summen in der Marktkapitalisierung müssen Kryptowährungen doch eine Rolle in der Weltwirtschaft spielen. Eigentlich ist genau das Gegenteil der Fall. Bisher sind die Coins eine Nische, die aktuell allerdings sehr viel Aufmerksamkeit verbucht. Beispiel: Im Januar 2021 belief sich allein der Wert an ausgegebenen 50 Euro Scheinen auf mehr als 600 Milliarden Euro. Die Tatsache, dass die Weltwirtschaft das Volumen der Krypto-Marktkapitalisierung in den Schatten stellt, ist nur ein Aspekt.

Bislang fehlt eine Grundlage, um Kryptowährungen aktiv in die Wirtschaftskreisläufe und Wertschöpfungsketten einzubinden. Es fehlen feste Währungsstandards und Kontrollmechanismen, wie sie über Zentralbanken realisiert werden. Die Kurse definieren sich einzig über Angebot und Nachfrage – was die teils extremen Schwankungen erklärt. Unternehmen und Volkswirtschaften brauchen aber Sicherheit. Kein Konzern wird sich auf Zahlungen einlassen, deren Wert übermorgen unklar ist. Anleger, die auf CFDs oder andere Finanzderivate setzen, werden diesen Aspekt sicher etwas anders beurteilen.

Kryptocoins als Zahlungsmittel der Zukunft

Dass Bitcoin und Co. bisher keine Rolle in den globalen Wirtschaftskreisläufen spielen, ist Fakt. Dieser Aspekt ist nicht in Stein gemeißelt. Besonders einige Kryptowährungen stechen heraus. Beispiel IOTA: Dahinter steht die Idee, ein Zahlungsmittel für das Internet der Dinge (IoT) zu entwickeln. Hier kommt es auf Aspekte wie Geschwindigkeit der Transaktionen und Skalierbarkeit an. Dass solche praktischen Ansätze vielversprechend sind, zeigt die Kooperation mit Technik- und Industriepartnern.

In diesem Zusammenhang kann die Bedeutung der Kryptocoins in Zukunft deutlich wachsen. Außerdem gibt es eine weitere Möglichkeit, wie Kryptowährungen in Zukunft auch Abseits der Kryptobörsen und unregulierten Märkte eine Rolle spielen können – durch strenge Kontrolle. In den letzten Jahren unternehmen Währungshüter und Regierungen immer stärkere Bemühungen, hier voranzukommen. Dabei sehen die Herangehensweisen unterschiedlich aus.

Einige Regierungen gehen an dieser Stelle rigoros vor – und verbieten sowohl den Besitz als auch das Mining von Kryptowährungen. Auf der anderen Seite versuchen Regulierungsbehörden auch den Kryptobörsen auf die Finger zu schauen. Hier lässt sich ein Hebel ansetzen, um unregulierte Märkte auszutrocknen. Welche Auswirkungen haben solche Bestrebungen? Auf der einen Seite könnte es zu einem massiven Abfluss von Kapital kommen, was die Kurse der Coins natürlich unter Druck setzt. Hintergrund: Mehr Regulierung bedeutet, dass ein Teil der Vorteile von Kryptowährungen aufs Spiel gesetzt wird. Andererseits bedeutet diese Regulierung mehr Sicherheit und Vertrauen. Damit könnte ein Weg für Coins geebnet werden, zu einem Zahlungsmittel zu werden. Genau diese Sicherheit und dieses Vertrauen sind wichtig für den Rückhalt, den Kryptocoins als Zahlungsmittel brauchen.

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