Ratgeber
Werbung

Neue Steuer für Online Glücksspiel: Bundesrat mit Gesetzentwurf

Lesezeit: 2 min
07.05.2021 16:58  Aktualisiert: 07.05.2021 16:58
Die Regulierung des deutschen Marktes für Online-Glücksspiel gilt seit geraumer Zeit als wiederkehrendes Thema für hitzige Debatten. Mit einem neuen Vorstoß des Bundesrates gehen die Diskussionen nun in die nächste Runde. Geplant ist so die Einführung einer neuen Glücksspielsteuer für Online Casinos in Deutschland. Gegenwind gibt es jedoch vom Deutschen Online Casinoverband e.V. (DOCV), der dieses Vorgehen als kritisch erachtet.
Neue Steuer für Online Glücksspiel: Bundesrat mit Gesetzentwurf
Foto: Oskar Kadaksoo/Unsplash

Der Markt für Online Glücksspiel ist innerhalb der letzten Jahre wie kaum ein anderer Wirtschaftsbereich gewachsen – auch in Deutschland. Eine einheitliche gesetzliche Lösung gab es jedoch lange Zeit nicht, sodass die Anbieter für Sportwetten und Online-Casinos bislang in einer rechtlichen Grauzone agierten. Mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag wird nach einem jahrelangen Tauziehen zwischen dem Bund, den Ländern und der EU jedoch ab Juli 2021 endgültig für Klarheit gesorgt und Online-Glücksspiel in Deutschland offiziell reguliert. Eine Übergangsregelung ist dabei bereits jetzt gültig, sodass lizenzierte Wettanbieter und Online-Casinos nun legal in Deutschland agieren können.

Ein Ende der Debatten um die Lizenzierung ist derzeit jedoch noch nicht in Sicht. So sorgte der jüngste Vorschlag des deutschen Bundesrates hinsichtlich der Einführung einer 5,3-prozentigen Glücksspielsteuer auf sämtliche Spieleinsätze bei Online-Poker und virtuellen Automatenspiele für Aufsehen. Mit dem Vorstoß versucht auch der deutsche Staat von den rasant wachsenden Einnahmen auf dem Glücksspielmarkt zu profitieren. Kritiker wie der Deutsche Online Casinoverband e.V. (DOCV) warnen jedoch, dass mit der neuen Glücksspielsteuer eine Abwanderung der Spieler zu unlizenzierten Anbietern gefördert werden könnte.

Sportwetten besonders beliebt

Die Beliebtheit von Online-Glücksspielen ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. In Deutschland erfreuen sich dabei besonders Sportwetten einer großen Popularität. Denn Wettanbieter wie Tipico profitieren von einer langen Unternehmenshistorie sowie namhaften Sponsorings in der Sportwelt – etwa mit dem FC Bayern München. Die enge Verbindung zum Sport kommt dabei sehr gut an, sodass Sportwetten etwa unter Fußballfans besonders beliebt sind.

Im Zuge der Regulierung dürfte sich dieser Trend fortsetzen. Denn Wettanbieter mit deutscher Lizenz bieten nicht nur deutlich mehr Sicherheit, sondern können ihre Besucher nun auch völlig legal mit einem Sportwetten Bonus vom eigenen Angebot überzeugen. Somit dürften die Wettanbieter von der Regulierung profitieren und auch in Zukunft auf weiteres Wachstum hoffen können.

Millionengeschäft für den Staat

Der Vorstoß des Bundesrates dürfte Experten keineswegs überraschen. Denn bereits jetzt profitiert der deutsche Staat von der großen Begeisterung für Sportwetten. Grund dafür ist die deutsche Sportwettensteuer, die seit Änderung des Rennwett- und Lotteriegesetzes des Bundes seit dem 1. Juli 2012 erhoben wird. Mit der Glücksspielabgabe wird so bei jeder platzierten Wette eine Wettsteuer in Höhe von fünf Prozent berechnet.

Die Aufteilung der Einnahmen aus der Sportwettensteuer erfolgt dabei gemäß des “Königsteiner Schlüssels”, wobei diese direkt den Bundesländern zufließen. Seit Einführung der Wettsteuer im Jahr 2012 wurden gemäß den Angaben des Deutschen Sportwettenverbandes so bislang rund 2,66 Milliarden Euro eingenommen – ein lukratives Geschäft. Die neue Glücksspielsteuer für Online-Casinos könnte so ein weiterer Versuch sein, von der zunehmenden Popularität der Anbieter zu profitieren. Aufgrund einer möglichen Benachteiligung von Online-Anbietern gegenüber lokalen Spielstätten ist jedoch derzeit noch unklar, wie der Vorstoß des Bundesrates aufgenommen wird.

DWN
Politik
Politik Zustände „wie im absolutistischen Fürstenstaat“: Schröder verklagt Bundestag mit Top-Anwalt

Der Feldzug gegen Gerhard Schröder ist gescheitert. Nun geht der Ex-Kanzler zum Gegenangriff über.

DWN
Finanzen
Finanzen Türkei bezahlt Gas künftig in Rubel

Die Türkei und Russland wollen ihre Wirtschaftsbeziehungen vertiefen. Obwohl es kein „unfreundliches Land“ ist, wird Ankara Gas...

DWN
Politik
Politik Energie-Krise offenbart Planlosigkeit: Scholz will jetzt Pipeline aus Portugal

Eigentlich sollte es die Pipeline von Portugal über Spanien nach Mitteleuropa längst geben. Doch das Projekt wurde gestoppt. Das rächt...

DWN
Deutschland
Deutschland IW-Analyse: Teure Energie ist verheerend für Deutschland

Die Experten des IW haben durchgespielt, was teure Energie für deutsche Verbraucher, Firmen und die Wirtschaft bedeutet. Die Aussichten...

DWN
Finanzen
Finanzen Trader von JPMorgen wegen Manipulatinonen des Gold-Markts verurteilt

Nach einem langen Prozess in Chicago haben die Geschworenen zwei Goldhändler von JPMorgan wegen Spoofing, also jahrelanger Manipulationen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen China wird für deutsche Industrie zum Risiko-Standort

Ein chinesischer Überfall auf Taiwan ist eine reale Gefahr. Den deutschen Unternehmen, die Milliardensummen in China investiert haben,...

DWN
Deutschland
Deutschland Energie-Krise weitet sich aus: Steigende Rohölnachfrage erwartet

Der Rohölpreis ist zuletzt gesunken, Heizölkäufer profitieren davon bisher nicht – und bald könnte die weltweite Nachfrage nach...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BASF: Chemieriese blickt zuversichtlich in die Zukunft

Der weltweit größte Chemiekonzern und größte Erdgasverbraucher Deutschlands sieht keinen Grund zur Panik und setzt sich ambitionierte...