Bail-in

Die Finanzkrise war für viele Mittelständler eine Bewährungsprobe. (Foto: dpa)

Die Finanzkrise war für viele Mittelständler eine Bewährungsprobe. (Foto: dpa)

Im Zuge der Finanzkrise von 2008 und 2009 mussten zahlreiche Staaten ihre Banken – genauer: die Gläubiger, Aktionäre und Mitarbeiter jener Banken – mit Steuergeldern retten. Die daraus resultierende Verärgerung in breiten Bevölkerungsschichten führte dazu, dass in der Europäischen Union an Modellen gearbeitet wurde, die eine Beteiligung der Steuerzahler bei Bankenpleiten in Zukunft verhindern oder abmildern sollen.

Am 1. Januar 2016 trat in der Eurozone die Abwicklungsrichtlinie BRRD in Kraft, welche eine sogenannte Haftungskaskade der Gläubiger der Bank im Fall einer Schieflage definiert. Aktionäre und Gläubiger der Bank – dazu zählen nicht nur Anleihe-Gläubiger sondern auch die Kunden – müssen auf einen Teil oder auf ihre gesamten Forderungen und Anteile gegenüber der Bank verzichten. Kunden, deren Ersparnisse unter 100.000 Euro liegen, werden verschont.

Der erste „Bail-in“ fand während der Bankenkrise auf Zypern im Jahr 2013 statt. Anleger von Banken, die mehr als 100.000 Euro besaßen wurden ohne deren Zustimmung an der Stützung der Banken beteiligt. Ihre Forderungen wurden bis zu 50 Prozent gekürzt. Die Maßnahme beruhte damals nicht auf einem Gesetz, sondern auf Vereinbarungen zwischen der EU und Zypern.

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