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Bankenkrise

Mario Draghi unter Druck: Die Einschläge kommen näher

Mario Draghi ist der mächtigste Mann Europas. Seine Maßnahmen entscheiden über das Überleben der Euro-Zone. Im Moment sieht Draghi jedoch alt aus: Seine Ankündigung, den Euro um jeden Preis zu retten, wird zum Rohrkrepierer: Die schwachen Franzosen rufen nach mehr Währungs-Manipulation. Draghi selbst ist wegen seiner Rolle im italienischen Banken-Skandal unter massiven Beschuss in Italien geraten. Bei der heutigen Pressekonferenz wird er unangenehme Fragen hören – und sie aalglatt vom Tisch wischen.

Strafe für kriminelle Banker: Für die Banken spricht einer, der 10 Milliarden Euro verbrannt hat

Die Bundesregierung möchte ein Gesetz verabschieden, bei dem Banker sogar mit der Haft rechnen müssen, wenn sie ihre Risiko-Vorschriften grob verletzten. Der Bankenverband bezeichnet das Gesetz als übereilt. Kein Wunder: Der Geschäftsführer des Bankenverbandes, Michael Kemmer, hatte als Chef der BayernLB den Verlust von mindestens 10 Milliarden Euro an Steuergeldern zu verantworten.

Kontroll-Monster: EZB plant Einstellung von 2.000 neuen Mitarbeitern

Die Europäische Zentralbank soll kurzfristig 2.000 neue Mitarbeiter einstellen, um ihrer Aufgabe als Bankenaufsicht gerecht zu werden. Das Versagen von Mario Draghi beim jüngsten italienischen Banken-Skandal bei der Monte dei Paschi di Siena zeigt: Wenn an der Spitze der Behörde der falsche Mann steht, können auch tausende Bürokraten einen Crash nicht verhindern. Wer das neue Kontroll-Monster kontrolliert, ist unklar.

Mario Draghi: In Europa entscheiden künftig die Ökonomen, nicht die Juristen

Die europäischen Politiker spüren den Fluch der Schuldenfalle. EZB-Chef Mario Draghi sagt, dass die Ökonomen und nicht die Juristen darüber entscheiden werden, wer in Europa „systemrelevant“ ist. In Davos hat ein Minister beobachtet, wie hilflos seine Kollegen sind: Sie stehen in Schockstarre, wie das Wild, das von den Scheinwerfen eines Autos geblendet wird.

Monte Paschi: Mario Draghi wird von seiner Goldman-Vergangenheit eingeholt

Bei EZB-Stresstest ist die älteste Bank der Welt durchgefallen: Mit der italienischen Banca Monte dei Paschi di Siena verbindet den heutigen Chef-Kontrolleur Mario Draghi eine wechselvolle Geschichte. Welche Rolle er in seiner Zeit als Goldman-Banker oder als Chef der italienischen Zentralbank für die MPS gespielt hat, lässt sich kaum noch klären. Die MPS ist jedenfalls ein Musterbeispiel, warum Banken scheitern - und warum ihre Rettung immer teurer wird.