Ölpreis

Weltweit stehen Länder vor der Überproduktion von Rohöl. Der somit entstandene Kampf um den Ölpreis, der sich in immer tiefere Regionen bewegt, kostet die Branche mittlerweile Millionen. (Foto: dpa)

Rohöl ist derzeit aufgrund von Überproduktion einer der am härtesten umkämpften Rohstoffe. (Foto: dpa)

Der vorläufige Tiefpunkt des Ölpreis-Verfalls wurde im Januar 2016 erreicht, als die Preise für die Marken Brent und WTI bei rund 28 Dollar pro Barrel (159 Liter) lagen – so tief wie seit 13 Jahren nicht mehr. Im Sommer 2014 mussten Käufer noch über 100 Dollar für ein Barrel Rohöl bezahlen.

Angestoßen wurde der Kampf um den Ölpreis durch die Fördermethode „Fracking“, welche es vor allem amerikanischen Produzenten erlaubte, bisher unrentable Ölvorkommen auszubeuten. Dadurch stieg das weltweite Angebot beträchtlich, während die Nachfrage aufgrund der schwachen Weltwirtschaft stagnierte. Entgegen ihrer früheren Gewohnheit drosselten die Länder des Ölkartells OPEC ihre Förderraten nicht, um keine Marktanteile zu verlieren, was das Überangebot noch verstärkte.

Änderungen beim Ölpreis haben eine hohe geopolitische Relevanz und weitreichende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. So hat der Preisverfall die Staatshaushalte bedeutender Förderländer ebenso in Schieflage gebracht wie die Bilanzen von Firmen aus der Ölindustrie. Je länger die Preise auf niedrigem Niveau verharren, umso größer ist die Gefahr von Staatsbankrotten, Kreditausfällen, Unternehmenspleiten oder sogar einer Weltwirtschaftskrise.

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