Hohe Strompreise: „Konsumenten zahlen für Milliarden-Geschenke an die Industrie“

Nach Verabschiedung der Offshore-Umlage müssen die Konsumenten ab 2013 etwa 13 Prozent mehr für ihren Strom zahlen. Das Geld ist nichts anderes als eine zentralistisch verordnete Zwangsabgabe, bei der die Bürger dafür zahlen müssen, dass der Staat nicht in der Lage ist, die Erneuerbaren Energien in die Netze einzuspeisen. Die Unternehmen, die die Wette auf den Wind vom Meer eingegangen sind, halten sich schadlos.

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Vergangene Woche beschloss der Deutsche Bundestag die sogenannte Offshore-Umlage. Diese ist nichts anderes als eine gesetzlich verordnete Umlage der Windpark-Anschlusskosten zu Lasten der Konsumenten. Dadurch erhöhen sich die Strompreise für 2013 um 13 Prozent. Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher, hält diese Mehrkosten nicht für gerechtfertigt. Den Deutschen Wirtschafts Nachrichten sagte er, dass man die Preiserhöhungen im Rahmen der Energiewende nicht auf eine umweltfreundliche Umstellung der Energieversorgung zurückführen könne. Es handele sich vielmehr um „Milliarden-Geschenke an die Industrie“, so Peters.

Für Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher, ist die Offshore-Umlage auf die Verbraucher ein Milliarden-Geschenk an die Industrie (Foto: Energieverbraucher.de)

Für Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher, ist die Offshore-Umlage auf die Verbraucher ein Milliarden-Geschenk an die Industrie (Foto: Energieverbraucher.de)

Das mit Hilfe des neuen Gesetzes zusätzlich eingenommene Geld fließt den Betreibern von Windparks zu, die noch nicht an das Stromnetz angeschlossen sind. Auch Betreiber von Windparks, die gar keinen Strom liefern, bekommen so Geld vom Staat – ganz und gar ohne Gegenleistung. Das Problem liegt darin, dass der Staat eine Energieform auf Verdacht fördert, von der man heute noch nicht mehr weiß, als dass sie großen Schwankungen unterliegt und dass die vorhandenen Netze in keiner Weise geeignet sind, den aus Erneuerbaren Energien gewonnenen Strom adäquat in die Netze einzuspeisen.

Außerdem enthält das Gesetz Vorschriften, mit denen die Betreiber konventioneller Kraftwerke dazu gezwungen werden sollen, bei Stromengpässen auch unrentable Anlagen weiter zu betreiben. Ebenfalls in der letzten Woche beschloss die Regierung von Kanzlerin Angela Merkel, stromintensive Unternehmen bei Versorgungsengpässen finanziell zu entschädigen, wenn sie vorübergehend weniger Energie verbrauchen.

Die Planung der Energieversorgung liegt in Deutschland zum Großteil in der Hand des Staates, wie auch die Offshore-Umlage zeigt. Die Verstrickung von Politik und Energiewirtschaft wird auch darin deutlich, dass beispielweise der Versorger EnBW mehrheitlich dem Bundesland Baden-Württemberg gehört. Inzwischen wird der Anteil der Steuern und Abgaben im Strompreis von knapp 50 Prozent nur von derzeit bis zu 90 Prozent Steuern bei Zigaretten übertroffen.

Kommentare

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    • Gast sagt:

      Die Energiewende ist der reinste Flop!! Frau Merkel und Herr Altmeier gaukeln uns vor, die Bürger hätten es gewollt. Es ist gelogen!! Die meisten Bürger wollten diese Wende mit den immensen, nicht kalkulierbaren Kosten nicht.Diese Wende so wie sie ist, ist nicht durchdacht, nicht wissenschaftlich vorbereitet und besteht aus Lug und Trug. Man macht den zweiten Schritt vor dem ersten und wälzt die Kosten auf die Bürger ab.
      Man versucht den Bürgern einzureden, “er hat es ja gewollt”, “es ist alternativlos” und all so ein Unsinn!! Man versucht den Bürgern immer wieder über Medien usw. einzureden, “andere sind Verbrecher, andere haben Schuld, es ist im Interesse der Bürger, andere haben Unrecht begangen, das andere ist ein Unrechtsstaat” und vieles andere mehr.
      Man denkt nie daran, dass man selbst auch Fehler macht, ja sogar die Menschen belügt um die eigenen Interesssen durchzusetzen! Wo bleibt hier nur die rechtsstaaliche, ehrliche Politik für alle Menschen, nicht nur für einige Reiche, Beamte und Politiker?

    • Dr.D.Hovestadt sagt:

      Was die mit kubanischen Wahlprozenten gewählte Kanzlerin mit der Energiewende Deutschland eingebrockt hat, ist nicht geschehen, weil sie das selbst glaubt, sondern weil es ihr nur um die Stimmen und die Macht geht. Für mich agiert sie wider besseres Wissen, was eigentlich nur als verbrecherische Todsünde zu verstehen ist. Wo ist das Tor zur Hölle?