Absicherung gegen Grexit

Russland hat kein Interesse an einem Crash in Griechenland

Auch wenn sich Putin und Tsipras ideologisch nahestehen: Russland hat kein Interesse an einem Grexit, weil die Russen immer Stabilität haben wollen. (Foto: dpa)

Auch wenn sich Putin und Tsipras ideologisch nahestehen: Russland hat kein Interesse an einem Grexit, weil die Russen immer Stabilität haben wollen. (Foto: dpa)

Entgegen den landläufigen Behauptungen ist Russland nicht an einem Crash in Griechenland interessiert. Russland hat im Unterschied zu EU erkannt, dass man mit großen Partnern leichter große Geschäfte machen kann. Daher erfolgen die Grexit-Vorbereitungen der russischen Zentralbank äußerst widerwillig.

Sprachlos in Europa: Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag nach dem Crash in Griechenland. (Foto: dpa)

Sprachlos in Europa: Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag nach dem Crash in Griechenland. (Foto: dpa)

Versuch der Crash-Abwehr

Peinlich für Merkel: Obama und Hollande wollen Euro-Krise lösen

In Washington steigt die Verärgerung über das abenteuerliche Krisen-Management von Angela Merkel. Die Unzufriedenheit geht so weit, dass nun US-Präsident Obama mit Frankreichs Präsident Hollande die Krise selbst lösen wollen – eine echte Blamage für Deutschland.

Tsipras will weitere Geschenke, obwohl es bereits einen Schuldenschnitt für Athen in Höhe von 100 Milliarden Euro gab. (Foto: dpa)

Tsipras will weitere Geschenke, obwohl es bereits einen Schuldenschnitt für Athen in Höhe von 100 Milliarden Euro gab. (Foto: dpa)

Schuldenschnitt für Nato-Basis

Top-Banker: USA werden Euro-Austritt Griechenlands nicht zulassen

Der Chefvolkswirt der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer, hielte einen Austritt Griechenlands aus dem Euro für konsequent. Es werde jedoch trotz all des Getöses nicht zu kommen. Griechenland sei für die Amerikaner geopolitisch zu wichtig. Die politischen schwachen EU-Retter werden einlenken, glaubt Hellmeyer.

Es gibt erstaunliche Parallelen zwischen Irland und Griechenland in Bezug auf die Kreditkrise. (Foto: dpa)

Es gibt erstaunliche Parallelen zwischen Irland und Griechenland in Bezug auf die Kreditkrise. (Foto: dpa)

Parallelen zu Irland

Griechenland kann von Irland lernen: Nicht nur die Troika ist schuld

Die Krisen in Irland und Griechenland sind durchaus vergleichbar. Der entscheidende Unterschied ist jedoch: In Irland hat die Regierung ihre eigene Verantwortung akzeptiert, während in Griechenland die Schuld nur auf die Troika geschoben wird. Mit dieser Haltung wird Athene trotz Referendums keine Lösung finden.

Die Wahrscheinlichkeit eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone liege nun bei rund 50 Prozent, so S&P. (Foto: dpa)

Die Wahrscheinlichkeit eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone liege nun bei rund 50 Prozent, so S&P. (Foto: dpa)

Ausblick negativ

S&P stuft Griechenland herunter

Die Ratingagentur Standard & Poor's stuft Griechenland erneut herab. Die Bewertung bedeutet, dass eine hohe Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls besteht. Die Wahrscheinlichkeit eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone liege nun bei rund 50 Prozent.

Podemos-Chef Pablo Iglesias kritisiert das Vorgehen der Institutionen scharf: „Das ist ein Angriff auf die griechische Souveränität und eine mafiöser Akt von Finanzterrorismus gegen eine demokratisch gewählte Regierung“. (Foto: dpa)

Podemos-Chef Pablo Iglesias kritisiert das Vorgehen der Institutionen scharf: „Das ist ein Angriff auf die griechische Souveränität und eine mafiöser Akt von Finanzterrorismus gegen eine demokratisch gewählte Regierung“. (Foto: dpa)

Solidarität in Madrid

Spanische Protest-Partei Podemos: IWF und Deutschland zerstören Europa

Die spanische Protestpartei Podemos wirft der Troika vor, mit deutscher Hilfe eine „mafiöse Operation von Finanzterrorismus“ gegen Griechenland zu führen. Podemos-Chef Iglesias organisierte in Madrid eine Solidaritätskundgebung für das griechische Referendum. Die spanische Regierung unter Rajoy hingegen kritisierte das griechische Vorgehen.

Premier Alexis Tsipras fordert die Griechen im Staatsfernsehen dazu auf, beim Referendum gegen die Vorschläge der internationalen Gläubiger zu stimmen. (Foto: dpa)

Premier Alexis Tsipras fordert die Griechen im Staatsfernsehen dazu auf, beim Referendum gegen die Vorschläge der internationalen Gläubiger zu stimmen. (Foto: dpa)

Referendum entscheidet

Tsipras stellt Rücktritt bei Niederlage im Referendum in Aussicht

Griechenlands Premier Alexis Tsipras verbindet seine politische Zukunft mit dem Ausgang der Volksabstimmung über den Spar- und Reformkurs. Wenn bei dem Referendum am Sonntag ein „Ja“ herauskomme, sei er „nicht für alle Zeiten Ministerpräsident“.

Alexis Tsipras und die Abschaffung der Demokratie in Rekordzeit: Am Samstag wird das Referendum beschlossen, am Sonntag kommt die Anweisung, dass die Banken schließen müssen. (Foto: dpa)

Alexis Tsipras und die Abschaffung der Demokratie in Rekordzeit: Am Samstag wird das Referendum beschlossen, am Sonntag kommt die Anweisung, dass die Banken schließen müssen. (Foto: dpa)

Der Dämon des Totalitären

Das Ende der Demokratie in Europa: Volksabstimmung? Banken-Schließung!

Ein Regierungschef wagt es, das Volk zu befragen. Am nächsten Tag gibt es für die Griechen kein Geld mehr, keine Banken. Die Versklavung eines ganzen Volks durch die nackte Angst - das ist die neue Währung in Europa. Der Dämon des Totalitären erhebt sich und beendet die demokratischen Freiheiten mit der Diktatur des Geldautomaten. Diese wird zuerst die Griechen verschlingen, und dann den Rest.

Angela Merkel beim Festakt zum 70-jährigen Bestehen der CDU: Es ist Zeit für schlechte Nachrichten. (Foto: dpa)

Angela Merkel beim Festakt zum 70-jährigen Bestehen der CDU: Es ist Zeit für schlechte Nachrichten. (Foto: dpa)

80 Milliarden Euro im Feuer

Stunde der Wahrheit: Große Koalition spricht von Milliarden-Verlusten

Erstmals haben sich führende Koalitions-Politiker aus der Deckung gewagt und den Schaden benannt, der dem deutschen Steuerzahler aus dem Euro-Desaster erwächst. Langsam versteht man, warum Angela Merkel auf Tauchstation gegangen ist.

Mon dieux! Nun muss Christine Lagarde den Russen und Amerikanern sagen, dass im IWF ein kleineres Loch droht. Die Griechen zahlen nicht. (Foto: dpa)

Mon dieux! Nun muss Christine Lagarde den Russen und Amerikanern sagen, dass im IWF ein kleineres Loch droht. Die Griechen zahlen nicht. (Foto: dpa)

1,6 Milliarden Euro

Blamage für Lagarde: Griechenland zahlt IWF nicht aus

Nach Angaben eines griechischen Regierungsvertreters wird Griechenland die am Dienstag fällige Kreditrate an den IWF nicht leisten. Eine Staatspleite hat dies nicht zur Folge, wohl aber einen veritablen Gesichtsverlust für Christine Lagarde.

Angela Merkel im Kreise der gescheiterten Euro-Retter: Wortlos vor dem Scherbenhaufen. (Foto: dpa)

Angela Merkel im Kreise der gescheiterten Euro-Retter: Wortlos vor dem Scherbenhaufen. (Foto: dpa)

Versagen vor der Geschichte

Der Abend vor dem Crash: Angela Merkel taucht ab und spricht mit Obama

Angela Merkel ist wenige Stunden vor dem totalen Crash in Griechenland abgetaucht. Das einzige, was duchsickert: Sie habe mit US-Präsident Barack Obama telefoniert. Am Vorabend einer europäischen Katastrophe hören wir nichts von der deutschen Bundeskanzlerin. Es ist beschämend.

Gewitter über der Akropolis: Der Anfang vom Ende der EU, wie wir sie kennen. (Foto: dpa)

Gewitter über der Akropolis: Der Anfang vom Ende der EU, wie wir sie kennen. (Foto: dpa)

Griechenland, der erste Schritt

Die EU auf der Kippe: Chronik einer angekündigten Katastrophe

Der Streit um Griechenland wird wohl durch einen per Unfall ausgelösten Austritt Griechenlands aus dem Euro gelöst. Die monatelange Blockade weicht einer immensen Beschleunigung der Ereignisse. Alle Akteure sind überfordert und taumeln in eine nicht mehr steuerbare Sequenz, mit Risiken und Nebeneffekten. Jetzt genügt der kleinste Fehler der Euro-Retter und die Auflösung der EU wird tatsächlich denkbar.

Alexis Tsipras erhofft sich einen Aufschub aus Brüssel, weil das griechische Banksystem kurz vorm Kollaps stehe. (Foto: dpa)

Alexis Tsipras erhofft sich einen Aufschub aus Brüssel, weil das griechische Banksystem kurz vorm Kollaps stehe. (Foto: dpa)

Tsipras bittet um Aufschub

Griechenland: Banken-Crash droht

Alexis Tsipras hat EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker um eine Verlängerung der Kredite gebeten. So soll die Liquidität des Bankensystems wiederhergestellt werden. Dieses steht kurz vor dem Kollaps: Mittlerweile wird jeder zweite Kredit der griechischen Banken nicht mehr bedient.

„Das war es noch nicht!“

Börse: Dax schließt 3,6 Prozent im Minus

Chaotischer Handels-Auftakt beim Dax und bei europäischen Staatsanleihen, dann die Stabilisierung. Es herrscht Optimismus, dass die Dinge schon irgendwie ins Lot kommen – aber das sieht nicht wirklich danach aus. Nachbarländer Griechenlands nehmen griechische Banken in Quarantäne, außerdem ist der IWF-Zahlungsausfall nun mehr als wahrscheinlich, weil die Eurozone eine Zwischenfinanzierung ablehnt. Außerdem könnte Griechenland rein finanziell gar nicht in der Lage sein, das Referendum abzuhalten – die Kosten liegen über 100 Millionen Euro.

Samstag, 27. Juni 2015, Tag der Wahrheit in Brüssel: Möchte man von diesen Leuten regiert werden? (Foto: dpa)

Samstag, 27. Juni 2015, Tag der Wahrheit in Brüssel: Möchte man von diesen Leuten regiert werden? (Foto: dpa)

Hilflose Finanzminister

Historisches Fiasko: Die Euro-Zone zerlegt sich selbst

Nach dem Chaos-Samstag bei den Euro-Finanzministern weiß niemand, wie es weitergeht. Die Euro-Zone präsentiert sich als Truppe von Dilettanten, die die Nerven verlieren und nicht verhandeln können – kleine Diktatoren, die zu zittern beginnen, wenn die Kofferträger den Raum verlassen. Man möchte von diesen Leuten nicht regiert werden.

Kaesers nackte Fakten

Umsatz von Siemens in Russland bricht um 50 Prozent ein

Der Umsatz von Siemens ist wegen der Russland-Sanktionen drastisch eingebrochen. Siemens-Chef Kaeser verzichtet auf eine direkte Kritik an der Bundesregierung. Er hat aus der Schelte gelernt, die über ihn vor einem Jahr hereingebrochen war, als er vom ZDF-Mann Kleber wegen einer Russland-Reise beispiellos abgekanzelt wurde. Nun lässt Kaeser eben einfach die Fakten sprechen.

Die türkischen Streitkräfte sind nicht daran interessiert, in Syrien einzumarschieren. (Screenshot)

Die türkischen Streitkräfte sind nicht daran interessiert, in Syrien einzumarschieren. (Screenshot)

IS steht an türkischer Grenze

Syrien: Türkisches Militär ignoriert Einmarschbefehl von Erdoğan

Die türkischen Streitkräfte haben sich offenbar dem Einmarschbefehl von Erdoğan widersetzt. Die Generäle möchten zunächst nur die Grenze zu Syrien schützen. Ein Einmarsch komme noch nicht in Betracht. Der IS hingegen mobilisiert offenbar seine Kämpfer entlang der syrisch-türkischen Grenze.

Die beliebten Guy-Fawkes-Masken taugen kaum noch zur Anonymisierung der eigenen Bilder bei Facebook, hier bei Protestierenden in der Türkei im Februar. (Foto: dpa)

Die beliebten Guy-Fawkes-Masken taugen kaum noch zur Anonymisierung der eigenen Bilder bei Facebook, hier bei Protestierenden in der Türkei im Februar. (Foto: dpa)

Neuer Algorithmus

Verstecken unmöglich: Facebook erkennt auch maskierte Personen

Trotz Masken bleibt man im Internet nicht mehr anonym. Die Facebook-Algorithmen sind inzwischen in der Lage, Personen auch ohne deren Gesicht zu identifizieren. Merkmale wie Haltung, Frisur oder Kleidung reichten dafür in über 80 Prozent der Fälle aus.

Sicherer als ein Motorrad: Der Erfinder hat den ersten Ellenator für seinen 16-Jährigen Sohn umgebaut. (Foto: Ellenrieder)

Sicherer als ein Motorrad: Der Erfinder hat den ersten Ellenator für seinen 16-Jährigen Sohn umgebaut. (Foto: Ellenrieder)

Kein Pkw-Führerschein nötig

Autohändler baut Pkw für Schüler zu Dreirädern um

Autofahren ist dank einer Gesetzeslücke auch ohne Pkw-Führerschein möglich. Ein deutscher Händler baut Autos so um, dass sie als Motorrad zugelassen werden. So können bereits 16-Jährige mit Führerschein Klasse A1 das Fahrzeug führen.

Die Euro-Retter pokern mit hohem Einsatz: Es scheint ihnen nicht bewusst zu sein, dass es keinen Grexit ohne dramatische Folgen für die EU gibt. (Foto: dpa)

Die Euro-Retter pokern mit hohem Einsatz: Es scheint ihnen nicht bewusst zu sein, dass es keinen Grexit ohne dramatische Folgen für die EU gibt. (Foto: dpa)

EU auf keinem guten Weg

Falsche Zahlen: Wirtschaftslage in Europa viel schlechter als angenommen

Die Euro-Retter haben die Lage in Griechenland nach Ansicht des Schweizer Finanzexperten Michael Bernegger völlig falsch beurteilt. Daher sind die dem Land aufgezwungenen Alternativen – Grexit oder interne Abwertung - völlig untauglich. Bedenklich: Auch in den anderen Euro-Krisenstaaten ist die tatsächliche Lage viel schlechter als die offiziellen Zahlen. Die EU befindet sich auf keinem guten Weg.

Griechenland hat mit der Handelsflotte und dem Tourismus echte Assets. (Foto: dpa)

Griechenland hat mit der Handelsflotte und dem Tourismus echte Assets. (Foto: dpa)

Griechenland hat Stärken

Grexit: Nicht schon wieder Entscheidungen ohne taugliche Grundlagen

Die Euro-Retter haben die Lage in Griechenland aufgrund völlig falscher Daten beurteilt. Deshalb hat die Therapie nicht angeschlagen. Jetzt werden dem Land wieder Alternativen aufgezwungen, die beide untauglich sind: Die Fortsetzung der internen Abwertung oder Grexit. Beides ist fatal. Solange keine realistische Datengrundlage besteht, und das Bankensystem nicht fixiert wird, wird sich die Schuldendeflation fortsetzen.

In Griechenland geht es nicht nur um ein kleines Land am Rande Europas. Hier entscheidet sich in den kommenden Wochen das Schicksal der EU. (Foto: dpa)

In Griechenland geht es nicht nur um ein kleines Land am Rande Europas. Hier entscheidet sich in den kommenden Wochen das Schicksal der EU. (Foto: dpa)

Handelsflotte im Mittelpunkt

Griechenland: Kurswechsel bei Euro-Rettung erforderlich

Die Welt schaut auf den EU-Gipfel zu Griechenland. Gibt es einen „Kompromiss“ in letzter Sekunde oder den Grexit? Erleben wir ein langsames Sterben oder den schnellen Tod? Die bittere Wahrheit: Beides führt weiter in die Depression und hat die Ansteckung der gesamten Euro-Zone zur Folge. Plädoyer für ein radikales Ende der verfehlten Troika-Politik und einen Kurswechsel der Wirtschaftspolitik in Europa.

Bootsflüchtlinge im Mittelmeer: Die europäische Flüchtlingspolitik ist eine Schande. (Foto: dpa)

Bootsflüchtlinge im Mittelmeer: Die europäische Flüchtlingspolitik ist eine Schande. (Foto: dpa)

Skandalöser Umgang mit Menschen

Ende des Humanismus: EU meldet wegen Flüchtlingen moralischen Bankrott an

Die Flüchtlingsfrage reißt der professionellen Politik in den EU-Staaten die Maske vom Gesicht. Was sich da im Moment abspielt, ist ein Skandal erster Güte. Eine ganze Politiker-Klasse diskreditiert sich im Verrat der europäischen Ideale, zu denen vor langer Zeit einmal die Menschlichkeit ohne Kalkül gehörte. Zum Glück unterscheidet sich die deutsche Politik in dieser Frage grundlegend von allen anderen.