Technologie

Umfrage: Zwei Drittel für europäischen Atom-Schutzschirm

Eine Forsa-Umfrage zeigt, dass eine deutliche Mehrheit der Deutschen den Aufbau eines europäischen nuklearen Schutzschildes befürworten. Kanzler Merz plant Gespräche mit Frankreich und Großbritannien.
23.06.2025 15:23
Lesezeit: 1 min

Fast zwei Drittel der Bundesbürger sind für den Aufbau eines eigenen europäischen nuklearen Schutzschildes. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für die Zeitschrift „Internationale Politik“ fanden es 64 Prozent der Befragten richtig, wenn die Europäer künftig unabhängig von den USA über einen nuklearen Schutzschirm zur Abschreckung verfügen würden. Weniger als ein Drittel - 29 Prozent – fänden das nicht richtig.

Umfrage: Zwei Drittel für europäischen Atom-Schutzschirm

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte schon vor Amtsantritt angekündigt, mit den Atommächten Frankreich und Großbritannien das Gespräch zu suchen und mit ihnen über eine eigene nukleare Abschreckung der Europäer zu beraten. Ziel einer solchen europäischen Abschreckung soll es sein, sich angesichts der unberechenbaren Politik von US-Präsident Donald Trump unabhängiger vom Atom-Schutzschirm der USA zu machen.

Die Umfragedaten wurden am 12. und 13. Juni erhoben – und damit vor der aktuellen Eskalation im Krieg zwischen Israel und Iran mit dem Eingreifen des US-Militärs auf der Seite Israels.

Mehrheiten für europäischen Atomschirm in allen befragten Gruppen

Mehrheiten für einen eigenen europäischen nuklearen Schirm finden sich laut der Forsa-Umfrage in allen Bevölkerungs- und Wählergruppen - was bei außenpolitischen Fragen selten ist. Unterschiede zeigen sich eher in Nuancen. So ist die Zustimmung in Ostdeutschland mit 52 Prozent (40 Prozent dagegen) weniger stark ausgeprägt als in Westdeutschland, wo sie bei 66 Prozent liegt (27 Prozent dagegen). Beim Blick auf das Alter fällt auf, dass die Zustimmung bei den unter 45-Jährigen mit 58,5 Prozent unter dem Durchschnitt liegt, bei den über 45-Jährigen dagegen darüber (67,5 Prozent).

Wähler der Grünen sind mit 78 Prozent besonders häufig der Meinung, dass Berlin zusammen mit Paris und London eine eigene nukleare Abschreckung anstreben sollte, gefolgt von Anhängern von CDU/CSU mit 71 Prozent. Weniger groß, aber noch über dem Durchschnitt, ist die Zustimmung von SPD-Wählern (65 Prozent). Bei den Unterstützern der AfD (54 Prozent) und der Partei Die Linke (52 Prozent) gibt es knappere, aber immer noch absolute Mehrheiten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Energiekrise in Europa: Die nächste gefährliche Abhängigkeit bedroht die EU
15.07.2026

Die Straße von Hormus ist blockiert, Europas Energiepreise bleiben hoch und selbst Diesel könnte knapp werden. Zwei der wichtigsten...

DWN
Politik
Politik Merz sieht Koalition auf gutem Weg - aber nicht am Ziel
15.07.2026

Die Sommerpressekonferenz des Bundeskanzlers hat Tradition. Diesmal stellte sich Amtsinhaber Friedrich Merz den Fragen der Journalisten...

DWN
Politik
Politik EU schmiedet Drohnen-Pakt mit der Ukraine
15.07.2026

Die EU und die Ukraine wollen ihre Drohnenproduktion gemeinsam ausbauen, während Kiew den Seekrieg gegen Russland auf eine neue Stufe...

DWN
Finanzen
Finanzen ASML-Aktie überrascht mit starken Quartalszahlen
15.07.2026

Die ASML-Aktie setzt ihren Höhenflug fort: Der Chipausrüster hebt nach überraschend starken Quartalszahlen erneut seine Prognose an und...

DWN
Technologie
Technologie Absatzkrise der Autobauer: Nicht nur VW und Co. verlieren
15.07.2026

Deutsche Autobauer verlieren beim Absatz, doch auch andere große Hersteller kämpfen mit Rückgängen. Am stärksten leidet dabei ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 220 Euro pro Kopf: War das der Höhepunkt der Bahn-Investitionen?
15.07.2026

Der Bund investiert so viel wie nie in die Schiene – doch schon in wenigen Jahren droht wieder der Rückwärtsgang. Die Bahnbranche warnt...

DWN
Finanzen
Finanzen Investieren für Kinder: Diese Entscheidungen können teuer werden
15.07.2026

Beim Ansparen für ein Kind hängt das Ergebnis nicht allein von der Rendite der Anlage ab. Es ist ebenso wichtig, auf wessen Namen das...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie kaufen? Der Superzyklus steht erst am Anfang
15.07.2026

Der Wert der Rheinmetall-Aktie hat sich seit 2022 bereits vervielfacht. Russlands Krieg gegen die Ukraine, Europas Aufrüstung und...