Unternehmen

Nvidia-Aktie mit Rekordhoch: Geht die Aufwärtsrally weiter?

Trotz Handelskrieg und wachsender Konkurrenz feiert die Nvidia-Aktie ein Rekordhoch nach dem anderen. Experten sprechen von einer Monopolstellung im KI-Sektor. Doch geht die Aufwärtsrally weiter? Was spricht dafür, was dagegen?
27.06.2025 23:04
Lesezeit: 2 min

Nvidia-Aktie: KI-Boom befeuert den Aktienkurs – Kurspotenzial bis 250 Dollar

Die Nvidia-Aktie hat am Donnerstag ein neues Rekordhoch erreicht. Der Aktienkurs kletterte im Tagesverlauf kräftig nach oben auf 156,72 US-Dollar je Anteilsschein – das bisherige Nvidia-Allzeithoch von Anfang Januar (149,43 Dollar) hatte das Papier bereits am Mittwoch geknackt und inzwischen deutlich übertroffen. Doch dabei blieb es nicht: Auch zum Ende dieser Börsenwoche stand ein neues Nvidia-Allzeithoch bei 158,71 US-Dollar - gegenüber dem Schlusskurs von Donnerstag ein kräftiges Plus von annähernd 2 Prozent. Die Nvidia-Aktie profitiert dabei vom anhaltenden Boom rund um künstliche Intelligenz (KI). Seit der Veröffentlichung der Quartalszahlen Ende Mai ist der Nvidia-Aktienkurs um mehr als 15 Prozent gestiegen – ein Vielfaches des vergleichbaren Anstiegs des US-Leitindex S&P 500, der im selben Zeitraum lediglich rund 3,4 Prozent zulegen konnte.

Laut Analyst Ananda Baruah von Loop Capital könnte die Rallye jedoch noch lange nicht am Ende sein. Er erhöhte am Mittwoch das Kursziel für die Nvidia-Aktie auf 250 US-Dollar – der bislang höchste bekannte Analystenwert für das Papier. Baruah sieht in Nvidia faktisch ein Monopol für Schlüsseltechnologien im KI-Sektor, das dem Konzern Preissetzungsmacht und enorme Margenvorteile verschaffe. Der Markt für spezialisierte KI-Chips werde sich bis 2028 auf zwei Billionen Dollar mehr als verdoppeln, so die Prognose. Die Marktkapitalisierung von Nvidia liegt derzeit bei 3,6 Billionen Dollar – Analysten sehen bei Erreichen des Kursziels einen Wert von bis zu sechs Billionen Dollar in Reichweite.

Trumps Zollpolitik bremste die Nvidia-Kursentwicklung zwischenzeitlich

Die Entwicklung der Nvidia-Aktie verlief zuletzt jedoch alles andere als geradlinig. Im Zuge des wieder aufgeflammten Handelsstreits zwischen den USA und China gerieten die Papiere unter Druck. Im Januar sackte die Aktie nach der Vorstellung eines günstigen KI-Modells des chinesischen Start-ups DeepSeek spürbar ab. Im April folgte ein weiterer Rückschlag: US-Präsident Donald Trump verhängte Exportverbote für spezialisierte Nvidia-Chips wie den H20 für den chinesischen Markt. Allein im ersten Quartal führte dies zu Umsatzverlusten von 2,5 Milliarden Dollar, im laufenden Quartal drohen Einbußen von weiteren acht Milliarden Dollar.

Zudem wächst die Konkurrenz aus China. Huawei bereitet laut Berichten einen Hochleistungs-KI-Chip vor, der mit Nvidias H100 der vorherigen Generation konkurrieren soll. Den Tiefpunkt erreichte die Aktie Anfang April mit einem Kurs von knapp über 94 Dollar – dem niedrigsten Schlusskurs seit über einem Jahr.

Bedeutung für den deutschen Markt

Auch für deutsche Anleger und Unternehmen bleibt Nvidia ein Schlüsselfaktor. Die Abhängigkeit hiesiger Industriekonzerne von leistungsfähigen KI-Chips für Automatisierung, Robotik und Softwarelösungen wächst stetig. Der anhaltende Erfolg oder ein mögliches Scheitern von Nvidia beeinflusst direkt die weltweiten Lieferketten – und somit auch Produktionsstandorte in Deutschland. Besonders deutsche Tech-Investoren dürften den Kurssprung aufmerksam verfolgen.

Technologiebörsen auf Rekordjagd

Neue Großaufträge aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten hatten den Kurs jüngst beflügelt. Nvidia liefert Hunderttausende Hochleistungs-Chips für KI-Anwendungen an die Golfstaaten. Parallel melden sich auch andere Tech-Indizes mit Rekorden zurück: Der Nasdaq 100 markierte am Dienstag ein neues Hoch, der breiter gefasste Nasdaq Composite erreichte den höchsten Stand seit Februar. Die Analysten der Bank of America bestätigten zudem Rekordzuflüsse in den Technologiesektor – der höchste Wert seit Juni 2024.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Ukrainische Eisenbahn: Russland eröffnet eine neue Front gegen Kiew
13.09.2026

Russland verändert seine Angriffstaktik und nimmt immer häufiger ausgerechnet jene Infrastruktur ins Visier, die die Ukraine...

DWN
Finanzen
Finanzen AppLovin-Aktie: Ist dieser KI-Titel jetzt viel zu billig?
13.09.2026

Mehr als die Hälfte ihres Wertes hat die AppLovin-Aktie seit Jahresbeginn verloren. Doch während Anleger fliehen, wachsen Umsatz und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Die ältesten Familienunternehmen Deutschlands – von Konzern bis Mittelstand
13.09.2026

Von Merck bis Meindl, von Haniel bis Herder – die 50 ältesten deutschen Familienunternehmen bilden die ganze Vielfalt dieses...

DWN
Technologie
Technologie KI-Cyberangriffe: Banken warnen vor einem neuen Wettrüsten
13.09.2026

Eine vernetzte Kaffeemaschine kann reichen, um Hackern den Weg in eine Bank zu öffnen. Künstliche Intelligenz verändert die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeiten bei 35 Grad: Braucht Deutschland ein Hitzearbeitsrecht?
13.09.2026

Der Sommer 2026 brachte Rekordtemperaturen von über 41 Grad und mehr als 12.000 hitzebedingte Todesfälle. Jeder Hitzetag kostet die...

DWN
Technologie
Technologie Cyber Resilience Act: Wie Saugroboter zu Waffen werden
13.09.2026

Saugroboter saugen Staub, Kameras überwachen das Haus – und im schlimmsten Fall greifen beide nebenbei fremde Computersysteme an....

DWN
Panorama
Panorama Höhere Kassenbeiträge: Warum Versicherte jetzt selbst aufpassen müssen
13.09.2026

Ein höherer Krankenkassenbeitrag kann das Nettogehalt spürbar schmälern. Bislang kündigten persönliche Schreiben solche Änderungen...

DWN
Politik
Politik Nord Stream bis Schulen: Was könnte die AfD in Mecklenburg-Vorpommern ändern?
13.09.2026

Nord Stream reaktivieren, Windkraft bremsen, den Rundfunkbeitrag abschaffen: Die AfD plant für Mecklenburg-Vorpommern tiefgreifende...