Wirtschaft

E-Automarkt: Fast 56 Millionen Elektroautos weltweit unterwegs

Immer mehr Elektroautos sind weltweit auf den Straßen unterwegs – doch ein Blick hinter die Zahlen offenbart Überraschungen. Besonders in China klafft eine auffällige Lücke zwischen Neuzulassungen und tatsächlichem Fahrzeugbestand.
27.06.2025 09:23
Lesezeit: 2 min

Boom der E-Autos – doch China sorgt für Rätsel

Die Zahl der weltweit zugelassenen Elektroautos hat im vergangenen Jahr um etwa ein Drittel zugenommen. Zum Jahresende lag die Gesamtzahl bei 55,8 Millionen reinen Stromern, Plug-in-Hybriden oder Elektroautos mit Range Extender, wie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) ermittelt hat. Den größten Anteil daran haben mit 31,4 Millionen eindeutig Fahrzeuge in China.

Mit deutlichem Abstand folgen die USA mit 6,4 Millionen und Deutschland mit 2,6 Millionen zugelassenen E-Fahrzeugen. Großbritannien und Frankreich erreichen jeweils rund 2,1 Millionen, Norwegen liegt mit etwas über 1 Million ebenfalls im siebenstelligen Bereich.

Ein Blick auf das Netto-Wachstum ist spannend, wenngleich nicht ganz einfach, da auch Abgänge berücksichtigt werden. Hier zeigt sich nach Jahren mit starkem Plus erstmals ein Rückgang: Im Jahr 2024 legte der Bestand um 13,8 Millionen zu – nach 14,2 Millionen im Jahr 2023. Das überrascht, denn die Neuzulassungen stiegen weiter deutlich. Die Lücke zum Bestandszuwachs liegt jetzt bei 3,7 Millionen Autos mit Elektroantrieb – vor allem wegen Entwicklungen in China. Zuvor betrug die Differenz nur wenige hunderttausend Fahrzeuge.

Überraschung auf dem chinesischen Markt

"Auch wir waren zunächst von den Zahlen aus China überrascht", erklärt Andreas Püttner vom ZSW. Eine Vielzahl von Gründen könnte für die dortige Diskrepanz zwischen Neuzulassungen und Bestand verantwortlich sein.

So sei der Anteil älterer E-Autos, speziell in China, stark gewachsen – mehr Fahrzeuge würden ausgemustert. Hinzu komme eine große Modellvielfalt mit besserer Technik und größerer Reichweite, was zu mehr Austausch führe. Außerdem seien die Vorjahreszahlen aus China nicht frei von Unsicherheiten, so Püttner. Auch das beeinflusse das Wachstum bei Elektrofahrzeugen.

Deutsche Marken in den Top 10

Bei den Herstellern liegt BYD mit kumulierten 10,6 Millionen Elektroautos vorn – vor Tesla (7,3) und VW (4,3 Millionen). BMW folgt mit fast 2,5 Millionen auf Rang 6, Mercedes-Benz mit 1,6 Millionen auf Platz 8. Für E-Fahrzeuge liegen keine konkreten Bestandszahlen vor, sie dürften jedoch niedriger sein. Laut ZSW sagt das jedoch wenig über die Marktmacht aus: "China dominiert den Markt, weshalb viele hierzulande unbekannte Hersteller global in die Top Ten drängen." 2024 stammten sechs der zehn führenden Hersteller von Elektrofahrzeugen aus China – Mercedes fehlt in dieser Liste inzwischen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik KI-Unternehmen ohne Menschen: Milei wagt das große Experiment
27.07.2026

Ein Unternehmen ohne menschliche Führung, aber mit Eigentum, Beschäftigten und politischem Einfluss: Argentiniens Präsident Javier Milei...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Getreidehandel: Drohen steigende Lebensmittelpreise wegen des Seekriegs im Schwarzen Meer?
26.07.2026

Die Kämpfe auf dem Schwarzen Meer haben längst wirtschaftliche Folgen weit über die Region hinaus. Reedereien ändern ihre Routen,...

DWN
Technologie
Technologie 242 Stunden im Minus: Darum läuft Deutschlands Strommarkt aus dem Takt
26.07.2026

Immer häufiger fällt der Börsenpreis für Strom unter null. Der billige Überschuss kostet Deutschlands Steuerzahler und Industrie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ein Nobelpreisträger erklärt: Niedrige Geburtenraten töten das Wirtschaftswachstum nicht
26.07.2026

Sinkende Geburtenraten gelten oft als Gefahr für Wachstum und Wohlstand. Doch Nobelpreisträger Daron Acemoglu kommt zu einem anderen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Unternehmensmedien: Wer nur Inhalte postet, hat den Kampf um Kunden bereits verloren
26.07.2026

Unternehmen produzieren Podcasts, Videos und LinkedIn-Beiträge, doch das Publikum bleibt aus. Der Grund: Viele behandeln Inhalte wie...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Geldpolitik wurde unter Greenspan zur Macht über die Märkte
26.07.2026

Alan Greenspan konnte mit einem Halbsatz Märkte beruhigen oder verunsichern. Fast zwei Jahrzehnte lang galt der Fed-Chef als Dirigent der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lohntransparenz: Nordea legt Gehälter offen und verändert die Machtverhältnisse
26.07.2026

Was geschieht, wenn Beschäftigte plötzlich erkennen können, ob ihr Gehalt am oberen oder unteren Ende der vorgesehenen Spanne liegt? Die...

DWN
Panorama
Panorama Hitzefalle Spielplatz: Wie Städte für mehr Schatten sorgen wollen
26.07.2026

Die Sommer werden heißer, und viele Spielplätze geraten an ihre Grenzen. Fehlender Schatten und aufgeheizte Flächen erschweren das...