Politik

Putin-Gas: EU wird der Hahn abgedreht, Russland prüft vorzeitiges Embargo

Putin erwägt, Gaslieferungen an die EU vorzeitig zu stoppen. Ein solches Vorgehen könnte die Energiepreise massiv anheizen.
05.03.2026 12:23
Aktualisiert: 05.03.2026 12:23
Lesezeit: 1 min
Putin-Gas: EU wird der Hahn abgedreht, Russland prüft vorzeitiges Embargo
Putin denkt über einen vorzeitigen Gas-Stopp für die EU nach. (Foto: dpa) Foto: -

Putin Gas EU: Kreml erwägt Stopp der Lieferungen

Angesichts des von der EU geplanten Embargos gegen russisches Gas denkt Kremlchef Wladimir Putin darüber nach, die Lieferungen an die EU möglicherweise schon vorher zu stoppen. "Jetzt öffnen sich andere Märkte. Und vielleicht ist es für uns vorteilhafter, jetzt sofort die Lieferungen für den europäischen Markt einzustellen", sagte Putin in einem vom Kreml veröffentlichten Interview des russischen Staatsfernsehens. Damit könnte er dem Inkrafttreten der EU-Sanktionen zuvorkommen.

Putin: Gas für EU "jetzt sofort" abdrehen?

Ein solcher Schritt würde die ohnehin gespannte Lage auf dem Gasmarkt weiter verschärfen und die Energiepreise erneut in die Höhe treiben. Schon nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine 2022 hatten Lieferstopps ähnliche Auswirkungen.

Putin betonte, dass er bislang nur laut überlege, ob die Orientierung auf andere Märkte für Russland vorteilhafter sei. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Die Regierung und die Unternehmen sollen prüfen, wie ein Stopp umgesetzt werden könnte. Zugleich stellte der Präsident klar, dass Russland weiterhin als verlässlicher Lieferant für Europa auftreten wolle – insbesondere für treue Kunden wie Ungarn und die Slowakei.

Russland setzt auf verlässliche Partner

Putin erklärte, dass seine Überlegungen keine politischen Hintergründe hätten, sondern geschäftlicher Natur seien. "Wenn die EU ohnehin bald kein russisches Gas mehr abnimmt, ist es besser, jetzt selbst aufzuhören und in die Länder zu gehen, die zuverlässige Partner sind", so Putin. Im Interview kritisierte er zudem die EU-Politik, die aus seiner Sicht zu steigenden Gaspreisen beiträgt.

Russland hatte seine Gaslieferungen wegen der EU-Sanktionen stark diversifiziert, vor allem Richtung China. Dennoch fließt weiterhin Gas in die EU. Die Europäische Union plant, bis Ende 2027 komplett unabhängig von russischem Erdgas zu werden.

Flüssigerdgas: EU-Importe sinken leicht

Im vergangenen Jahr importierte die EU Flüssigerdgas aus Russland im Wert von rund 7,4 Milliarden Euro – etwas weniger als 2024 mit rund 7,6 Milliarden Euro, wie Eurostat-Daten zeigen. Insgesamt wurden 2025 LNG-Importe im Wert von etwa 46,0 Milliarden Euro verzeichnet, davon rund 24,2 Milliarden Euro aus den USA.

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