Finanzen

Verbraucher sparen lieber, als ihr Geld auszugeben

Die Deutschen halten ihr Geld zusammen – trotz besserer Konjunkturaussichten. Eine neue Studie zeigt: Aus Angst vor wirtschaftlicher Unsicherheit wächst die Sparneigung. Zwar steigen die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung, doch der Konsum bleibt verhalten. Warum viele dennoch auf eine Trendwende hoffen.
26.06.2025 14:46
Lesezeit: 1 min
Verbraucher sparen lieber, als ihr Geld auszugeben
In unsicheren Zeiten sparen die Deutschen lieber, als ihr Geld auf den Kopf zu hauen. Das ist verständlich, bremst aber den Aufschwung. (Foto: dpa) Foto: Patrick Pleul

Verunsicherte Verbraucher legen ihr Geld auf die hohe Kante

Die Sparneigung der Menschen in Deutschland wirkt derzeit als zusätzlicher Bremsschuh für die Wirtschaft. Viele glauben dennoch an eine baldige Wende.

Konsumzurückhaltung hemmt Aufschwung

Die Menschen in Deutschland halten ihr Geld zurück und bremsen dadurch einen Aufschwung durch verstärkten Konsum teilweise aus. "Vor allem eine zunehmende Sparneigung verhindert, dass sich das Konsumklima weiter erholen kann", heißt es in der neuesten Konsumklimastudie der Nürnberger Konsumforschungsinstitute GfK und NIM für den Monat Juni. Das Konsumklima sinkt in der Prognose für Juli damit leicht um 0,3 Punkte auf -20,3 Zähler.

Verunsicherung dämpft Konsumklima

"Nach zuvor drei Anstiegen in Folge muss das Konsumklima somit wieder einen kleinen Rückschlag hinnehmen", sagte Rolf Bürkl, Konsumexperte beim NIM. Die gestiegene Sparneigung mache die positiven Impulse durch verbesserte Einkommensaussichten und gestiegene Konjunkturerwartungen zunichte. Eine ausgeprägte Sparneigung der Konsumenten sei auch ein Ausdruck ihrer anhaltenden Verunsicherung und somit fehlender Planungssicherheit.

Hoffnung auf wirtschaftliche Erholung

Aus Sicht der Verbraucher mehren sich jedoch die Anzeichen für eine Erholung der deutschen Wirtschaft in den kommenden Monaten. Der Konjunkturindikator steigt nach einem kräftigen Plus von sieben Zählern auf 20,1 Punkte. Dies sei der höchste Stand seit Beginn des Ukraine-Kriegs, teilten die Institute weiter mit. Im Februar 2022 wurden 24,1 Punkte verzeichnet.

"Viele Konsumenten gehen offenbar davon aus, dass sich die Konjunktur im weiteren Verlauf des Jahres 2025 erholen wird", heißt es von NIM und GfK. Diese Hoffnung gründet vor allem auf den in Berlin beschlossenen Milliardenspritzen für Infrastruktur und Verteidigung. Der Optimismus werde durch die Konjunkturprognosen der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute untermauert.

EU-Kommission befragt monatlich Verbraucher

Für die Studie im Auftrag der Brüsseler EU-Kommission werden monatlich 2.000 Verbraucher befragt. Für die aktuelle Erhebung lag der Befragungszeitraum zwischen dem 30. Mai und dem 11. Juni.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik CDU und SPD vor Koalitionsgesprächen in Rheinland-Pfalz – Schweitzer und Schnieder starten Verhandlungen
23.03.2026

Nach der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz stehen CDU und SPD vor entscheidenden Gesprächen über eine mögliche Regierungsbildung. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen Imperial Brands-Aktie: Schließung von Reemtsma-Werk – 600 Jobs betroffen
23.03.2026

Nach monatelangen Verhandlungen ohne Ergebnis steht fest: Ein bedeutendes Reemtsma-Werk wird geschlossen. Die Entscheidung von Imperial...

DWN
Finanzen
Finanzen Ein weiteres systemisches Risiko: Fed schlägt Senkung der Kapitalanforderungen für Banken vor
23.03.2026

Milliarden Dollar könnten für Kredite, Dividenden und Aktienrückkäufe freigesetzt werden. Kritiker warnen jedoch, dass niedrigere...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Eli Lilly-Aktie: Dieser Wirkstoff könnte den Milliardenmarkt neu ordnen
23.03.2026

Ein neuer Wirkstoff von Eli Lilly sorgt für Unruhe im globalen Pharmamarkt. Retatrutid liefert Ergebnisse, die bisherige Medikamente klar...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Steigende Energiepreise: Weltwirtschaft steuert auf Rezession zu
23.03.2026

Die zunehmenden Verwerfungen im Energiesektor infolge des Iran-Kriegs belasten bereits Unternehmen, Verbraucher und Finanzmärkte und...

DWN
Politik
Politik SPD in der Krise: Führung bleibt – Merz bremst Reformen
23.03.2026

Die SPD kämpft nach Rückschlägen um Stabilität, während Kanzler Merz vor übereilten Entscheidungen warnt. Reformen stehen an, doch...

DWN
Politik
Politik Trump will gigantischen Milliardenbetrag für den Krieg in Iran fordern
23.03.2026

Die Kosten für den Krieg gegen Iran steigen rasant. Nun will Donald Trump weitere 200 Milliarden Dollar vom Kongress fordern. Die Debatte...

DWN
Finanzen
Finanzen Volatile Siemens Energy-Aktie: Kurssprung nach schwachem Start – was Anleger jetzt wissen müssen
23.03.2026

Ein turbulenter Handelstag bringt die Siemens Energy-Aktie erneut in den Fokus. Zwischen Kursverlusten und kräftiger Erholung schwankt der...