Investor Bell: „Der weltweite Kampf um Lebensmittel hat begonnen“

Der Investor Doug Bell warnt vor einer fortgesetzten, brutalen Ausbeutung der landwirtschaftlichen Nutzflächen. In Uruguay will er mit einem Musterprojekt zeigen, dass es auch ohne Monsanto geht. Das Projekt setzt auf lokale Firmen und Kooperativen - und kommt ohne Weltbank oder IWF zu nachhaltigen Ergebnissen.

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In Santa Catalina in Uruguay versuchen amerikanische Investoren gemeinsam mit lokalen Unternehmen ein Gegenmodell zur industriellen Landwirtschaft aufzuziehen. (Foto: Grasslands)

In Santa Catalina in Uruguay versuchen amerikanische Investoren gemeinsam mit lokalen Unternehmen ein Gegenmodell zur industriellen Landwirtschaft aufzuziehen. (Foto: Grasslands)

Der Investor Doug Bell hat in Uruguay ein Projekt aufgezogen, mit der jenseits des großen Börsen-Kasinos oder der spekulativen Finanzderivate eine nachhaltige, kleinteilige Landwirtschaft gefördert werden soll. Bell sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten, dass die Politik der Zentralbanken dazu führe, dass es heute für Investoren von entscheidender Bedeutung sei, ihr Geld in Unternehmen zu investieren, die von den großen Manipulationen der Märkte ausgenommen werden können. Bell glaubt, dass mit Lebensmitteln, Wasser und Energie jene Bereiche besonders verantwortungsvolle Investments benötigen, die für das Überleben der Menschheit von entscheidender Bedeutung sind. Daher hat Bell mit einigen Family-Offices begonnen, in Uruguay in landwirtschaftliche Projekte zu investieren. Das Grasslands-Projekt ist der Versuch, der Falle von Manipulation und Zerstörung zu entrinnen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wie kam es zu Ihrer Entscheidung, Grasslands zu gründen?

Doug Bell: Grasslands ist eine Strategie zur Vermögenserhaltung. Über 23 Jahre leitete ich eine Filiale der US-Frisörkette Supercuts – der McDonald’s beim Haareschneiden. Mir gelang es, unser Geschäft zu einem der führenden 50 Läden zu machen. Auf der Suche nach Startup-Kapital schuf ich einen Investment-Fonds, den ich 17 Jahre lang bis zu seiner Auflösung managte.

Meine Familie kommt aus der Landwirtschaft, und meine Frau und ich interessierten uns für Investitionen in Nahrungsmittel, Wasser oder Energie – dabei sind Nahrung und Wasser am wichtigsten. Menschen müssen essen. Nachdem ich also mein Supercuts-Geschäft aufgelöst hatte, wurde klar, dass ich zu meinen Wurzeln in der Landwirtschaft zurückkehren wollte. Ich wollte anderen ermöglichen, daran teilzuhaben, indem ich einen weiteren Investment-Fonds startete.

Die Kernelemente unserer Geschäftsidee sind:

Die extreme Belastung in der Nahrungsmittelproduktion: kontinuierlich fallende Erträge aus den weithin akzeptierten landwirtschaftlichen Methoden; zunehmende Investitionskosten; eine exponentiell wachsende Bevölkerung; zunehmender Kalorienbedarf; schrumpfende Anbaufläche; ernsthafte Problem mit Wassermangel.
Wissenschaft und Technologien haben in den letzten 60 Jahren einen Fortschritt in der Nahrungsmittelproduktion bewirkt und die Erträge außerordentlich gesteigert. Aber diese Erträge gehen nun trotz verstärkter Investitionen zurück, und die landwirtschaftliche Technologie hat dafür keine unmittelbaren Lösungen parat.

Die andauernden schonungslosen inflationären Effekte der Zentralbankpolitik. Auch wenn der Prozess des Schuldenabbaus nach der letzten Finanzkrise letztlich deflationär wirken könnte, ist der Schuldenabbau inflationär für Nahrungsmittel und folglich auch für Ackerland. Die grundlegende Schuldenstruktur des privaten Monopols der US-Zentralbank zerstört weiter die Kaufkraft der anderen Währungen der Welt.
Unsere steigenden Kosten für Güter und Dienstleistungen sind kein Zeichen für eine Zunahme des wirklichen Wertes. Vielmehr spiegeln die steigenden Kosten einen Verfall der Kaufkraft unseres Dollars wider. Die Kaufkraft eines Dollars des Jahres 1913 entspricht heute drei Cent (0,03 Dollar).

Diese entscheidenden Elemente haben uns überzeugt, dass Investitionen in Ackerland eine gut fundierte Idee sind.

Menschen brauchen Nahrung, jeder muss essen … jeden Tag. Die Dynamik der Nahrungsmittelproduktion spricht für eine größere Nachfrage und weiteres Wachstum im Ackersektor, was den Aufwärtsdruck auf die Nahrungspreise aufrechterhalten wird. Die Preise für Ackerland werden weiterhin den steigenden Nahrungsmittelpreisen folgen. Ackerland und Nahrungsmittelpreise korrelieren positiv mit der Inflation, und es wird immer Nachfrage nach dem besten Ackerland geben.

Daher begannen wir, eine primäre Region in der Welt zu identifizieren, wo Pflanzen effizient und profitabel angebaut werden können, ein Land mit einem möglichst geringen politischen, sozialen und finanziellen Risiko. Wir kamen zu dem Schluss, dass Uruguay von einigen wichtigen Gesichtspunkten aus eine sinnvolle, sogar ideale Lösung ist. Grasslands hat eine sehr pragmatische Herangehensweise an Geschäfte und Landwirtschaft. Wir nutzen Direktsaat (pfluglose Bodenbearbeitung) und einige biologische Techniken, um das Land unter unserer Verantwortung zu erhalten und anzureichern.

Das Mercosur-Becken (Uruguay, Argentinien, Paraguay und Brasilien) ist die neue Kornkammer der Welt. Hier sind einige der aufschlussreichen Statistiken über die Landwirtschaft Uruguays:

• Viertgrößter Exporteur von Milchprodukten
• Sechstgrößter Exporteur von Sojabohnen
• 5 Prozent der weltweiten Rindfleisch-Exporte kommen aus Uruguay
• In Uruguay befinden sich die größten und modernsten Papierfabriken der Welt – Finnlands UPM und Schwedens Stora Enso – dies liegt an dem dortigen schnellen Wachstum des Eukalyptus

Die Lösung von Grasslands ist folglich eine Strategie zur Erhaltung von Vermögen, bei der wir uns an der sinnvollen Ernährung des Planeten beteiligen. Ackerland ist eine greifbare Anlage, die positiv mit der Inflation korreliert. Es erbringt Einkommen aus Nahrungsmitteln und liefert die Gelegenheit der Steigerung der Bodenpreise.
Wir konzentrieren uns auf Uruguay. Denn es verbindet es erhebliches Potential, mit Ackerland Geld zu machen, mit Nahrungsmittel-Chancen. Die Landwirtschaft ist heute einer der dynamischsten Sektoren für Investitionen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Was unterscheidet Grasslands von anderen Initiativen in der Landwirtschaft?

Doug Bell: Bei Grasslands haben Investoren die Vorteile, die sich aus dem direkten Besitz von Ackerbau ergeben, ohne dass sie dieses managen müssen. Zudem gibt uns der Besitz vieler Farmen mit vielen Investoren eine zahlenmäßige Stärke, und wir sind in der Lage, das landwirtschaftliche Risiko abzumildern und eine geordnete Ausstiegsoption für Investoren zu bieten. Eine primäre Herausforderung beim Besitz von Ackerland ist die Illiquidität.

Außerhalb von Grasslands können Investoren Aktien kaufen oder eine einzelne Farm selbst besitzen. Der Aktienkauf bietet leichte Liquidität, begrenzt aber die Teilhabe an der Wertsteigerung des Ackerlands und an Nahrungsmittel-Dividenden. Der Besitz einer Farm fordert Zeit und Fachwissen bei der Steuerung der Profitabilität.

Hier sind einige Vorteile der Landwirtschaft in Uruguay:

• Eigentumsrechte von Ausländern sind verfassungsmäßig geschützt.
• Ergiebige, fruchtbare Ackerböden im massiven Becken des Rio de la Plata, das Wasser aus den Anden erhält
• Ackerland kostet nur halb so viel wie vergleichbares Ackerland in den USA.
• Große Erfahrungen beim geschäftlichen und landwirtschaftlichen Management, bei der Landvermittlung und bei der rechtlichen und steuerlichen Beratung

Der Kostenvorteil beim Ackerland und die Fähigkeit, den Ertrag zu verdoppeln geben Grasslands einen bedeutsamen vierfachen Vorteil für Investitionskapital im Vergleich mit den USA.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Nahrungsmittel sind zum Spekulations-Objekt geworden. Welche Folgen hat das?

Doug Bell: Der Handel auf dem freien Markt wird immer Spekulanten anziehen. Nahrungsmittel sind seit tausenden Jahren ein Herzstück des Markts.
Während die Spekulation im letzten Jahrzehnt viele Rohstoffpreise getrieben hat, haben auch die grundlegenden Kräfte Angebot und Nachfrage einen großen Einfluss. Zudem diktieren China, Argentinien und Russland den Bauern die lokalen Getreidepreise. Sie können auch Exporte stoppen, wenn sie eine schlechte Ernte haben. Diese zentralistischen, kontrollierenden Maßnahmen greifen in die Preisbildung des freien Marktes ein.

Immer wieder feuern hohe Inflationsraten die Spekulation an. Wenn der durchschnittliche Anstieg des S&P in den letzten Jahrzehnten bei 8 Prozent lag, die Inflation aber bei 10 Prozent, dann werden die Leute nach riskanteren Investitionen suchen, um dem Kaufkraftverlust zu entgehen.

Zudem erzeugt Ackerland Nahrung, und das beste Ackerland wird immer einen Wert haben. Darum besitzen wir ertragsstarkes Ackerland und bauen Getreide an (Soja, Weizen, Mais, Gerste und Sorghum).

Die Nahrungsmittelspekulation und die dazugehörenden Auswirkungen der Zentralbankpolitik werden die Nahrungspreise weiter treiben, was den Wert der zugrundeliegenden Ackerböden mitziehen wird, auf denen die Nahrungsmittel angebaut werden. Die Korrelation mit der Inflation führt dazu, dass Ackerland eine optimale Anlage zur Vermögenserhaltung ist.

Doug Bell will in Uruguay ohne Pestizide und ohne großindustrielle Strukturen anbauen. (Foto: Grasslands)

Doug Bell will in Uruguay ohne Pestizide und ohne großindustrielle Strukturen anbauen. (Foto: Grasslands)

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Eine Studie der University of Colorado zeigt, dass Ackerland massiv durch Chemikalien zerstört worden ist. Sehen Sie hier eine globale Dimension?

Doug Bell: Der britische Telegraph berichtet über ähnliche Ergebnisse: „Amerikanische Wissenschaftler haben eine beunruhigende Entdeckung gemacht. Der Nahrungsmittelanbau in den Prärien hat seit dem späten 19. Jahrhundert einen Zusammenbruch der im Boden befindlichen Mikroben verursacht, die das Ökosystem zusammenhalten.“

Die Agrarrevolution (industrieller Ackerbau) benötigt schwere Maschinen, Dünger, Pestizide und nun genetisch verändertes Saatgut. Auch wenn dies ein umstrittenes Thema geworden ist, haben diese Vorteile in den vergangenen 60 Jahren eine wichtige Rolle bei der Ernährung der Weltbevölkerung gespielt. Doch trotz des verstärkten Einsatzes von Chemikalien und der Veränderungen des Saatguts erzeugt dieser Ansatz in den letzten Jahren zurückgehende Erträge. Ebenso besorgniserregend sind die andauernden Berichte über den weltweiten Rückgang der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche. Als Ursache werden das Vordringen der Städte, Bodenerosion, Bodenverunreinigung oder die Erschöpfung der Böden angesehen.

Insofern als die Praktiken seit der Agrarrevolution sich weltweit ausgebreitet haben, haben sich auch die langfristigen schädlichen Wirkungen ausgebreitet. Die gute Nachricht ist, dass Direktsaat-Methoden einen Ausweg aus dieser Sackgasse bieten.
Nach vier Jahren mit schlechten Ernten war Gabe Brown aus North Dakota gezwungen, die moderne Landwirtschaft aufzugeben und wieder zur pfluglosen Bodenbearbeitung zurückzukehren. Brown hat die Gesundheit und Ergiebigkeit seines Bodens massiv erhöht und bietet ein nützliches Modell für den Übergang weg von der industriellen Landwirtschaft.

In Uruguay wird die Direktsaat-Methode landesweit angewandt. Sie fügt den Boden weniger Schäden zu und benötigt weniger Chemikalien. Wir glauben, dass guter Ackerbau wesentlich ist für unsere Fähigkeit, den Planeten zu ernähren. Auch Grasslands praktiziert ausnahmslos die pfluglose Bodenbearbeitung. Wir denken, die Direktsaat-Methode bietet eine Möglichkeit, gute, gesunde Böden wiederherzustellen und zu erhalten.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Die meisten Märkte werden manipuliert. Ackerland ist eine attraktive Vermögensanlage geworden. Wie kann die Welt sicherstellen, dass es auf ethische Art und Weise genutzt wird?

Doug Bell: Besonders Uruguay genießt einige einzigartige Vorteile für die verantwortungsvolle und ethische Nutzung des Ackerlandes. Die Regierung Uruguays erkennt den Wert des Ackerlandes und hat verschiedene Maßnahmen zum Schutz und zur Erhaltung ihres nationalen Schatzes eingeleitet. Jeder Quadratmeter Ackerland im Land wird durch das transparente Coneat-System empirisch nach seiner Produktivität bewertet. Zudem zeichnen sie den Anbau auf, um nachhaltige Rotationen sicherzustellen.

Es gibt keine erzwungenen oder kontraproduktiven staatlichen Subventionen, die den lokalen freien Anbau und betriebliche Entscheidungen beeinflussen. Als kleines Land mit 3,5 Millionen Einwohnern genießen sie den „Kleinstadt“-Vorteil: Die Leute sind meist ehrlich, respektvoll und herzlich. Die Familie hat einen hohen Stellenwert. Das Rechtssystem ist bürgerliches Recht und respektiert das Recht, wie es geschrieben ist. Das ist ein deutlicher Unterschied zum richterrechtlichen Gewohnheitsrecht, das durch richterlichen Aktivismus und Präzedenzfall-Recht getrieben wird wie in den USA. In den USA werden Gesetze immer wieder revidiert, was zu schikanösen Klagen und einer Verschwendung öffentlicher Gelder im Justizsystem führt.

Uruguay verzichtet auf eine übermäßige Regulierung oder Subventionierung der Landwirtschaft – im Gegensatz zu den USA, wo die Landwirtschaft oft unter Konflikten zwischen den Bundesstaaten und der US-Regierung und kontraproduktive Subventionen leidet, die Anreize zu unproduktiven landwirtschaftlichen Absichten setzen.

Im Hinblick auf das beispiellose Vorgehen der Zentralbanken als Reaktion auf die Finanzkrise suchen die Investoren nach einem sicheren Hafen, um ihr Vermögen zu sichern, und Ackerland bietet diesen Schutz. Ackerland ist eine wichtige alternative Investitions-Option. Es ist eins der wenigen Anlagen, die weder mit Aktien noch mit Anleihen korrelieren, und eine natürliche Absicherung gegen die Inflation.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Die UN unterstützen globale Nahrungsmittel-Aktivitäten, mit großen negativen Folgen für die lokalen Bauern. Wie sehen Sie das?

Doug Bell: Wir sind nicht sicher, welchen konkreten Einfluss die UN auf die Landwirtschaftspolitik in Uruguay haben wird. Offensichtlich basiert die Verfassung Uruguays ausdrücklich auf dem Prinzip der souveränen Eigentumsrechte. Uruguay Vorgehen ist weiterhin beispielhaft unternehmerfreundlich und steuerfreundlich.

Die Ernährung des Planeten ist jetzt und in Zukunft eine enorme Herausforderung und sicherlich eine weltweite Sorge. Uruguay konzentriert sich auf das Wachstum seiner Wirtschaft und die Zunahme seines Ansehens in der weltweiten Finanzgemeinde im Hinblick auf Investitionen.

Investoren, die sich für die Landwirtschaft interessieren, müssen nach Ländern suchen, die gutes Ackerland, ein vernünftiges politisches und wirtschaftliches Umfeld und gute landwirtschaftliche Betriebe und Logistik bieten. Eine Studie der University of Wisconsin zu landwirtschaftlich nutzbarem Land bewertet das Ackerland der gesamten Welt. Die Studie bewertet Uruguays Ackerland als das beste Ackerland in der Welt.
Aus diesem und vielen anderen Gründen denken wir, dass Uruguay zu den besten Alternativen in der Landwirtschaft gehört. Was die Unterstützung der lokalen landwirtschaftlichen Infrastruktur angeht, beschäftigt Grasslands lokale Firmen, um den Betrieb zu managen, und unterstützt auf diese Weise Uruguays kleine Farmen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: In Europa sehen wir, dass die EU die großen landwirtschaftlichen Betriebe subventioniert, während die lokalen Betriebe Probleme haben, im Geschäft zu bleiben. Sollten wir uns mehr in Richtung kleiner Betriebe orientieren?

Doug Bell: Da wir leicht beobachten können, dass einige der klügsten Leute nach Lösungen dieses bedeutenden Problems suchen, können wir meiner Ansicht nach davon ausgehen, dass es für dieses globale Problem keine einfache Antwort zur Koordinierung der Produktion gibt, zur Umsetzung und Verteilung, sowohl mit großen als auch kleinen Teilnehmern.

Wir vertreten die Ansicht, dass die besten Lösungen von denen gefunden werden, die am nächsten am Betrieb und der Umsetzung dessen sind, worum es geht. Ohne verzerrende Regulierungen und rechtliche Entscheidungen könnten die natürliche Funktionsweise des Markts und die soziale Ordnung die lokale Kontrolle verstärken und kooperative landwirtschaftliche und unternehmerische Anstrengungen anregen. Jeder leistet seinen Beitrag zu diesem Prozess.

Wie jeder andere Markt oder jedes Ökosystem, groß und klein, sind alle Sorten von Teilnehmern notwendig für ein gesundes Umfeld, und angesichts der menschlichen Natur werden einige größer sein als andere. Derzeit gehen die Erträge der industriellen Landwirtschaft zurück, und kleinere Farmen bieten Innovationen durch den Einsatz von Direktsaat, biologische und Poly-Phase-Methoden. (siehe Gabe Brown oben)
Uruguay ist kein optimaler Ort für riesige landwirtschaftliche Unternehmen wie Adecoagro, das entschieden hat, seine primäre Betriebsbasis in Brasilien und Argentinien aufzubauen. Als kleinerer, familienbetriebener Betrieb hat Grasslands Uruguay für seine nachhaltigen landwirtschaftlichen Methoden und seien Fokus auf gute Landwirtschaft ausgewählt, um ein wertvolles Vermögen zu schützen. In den letzten zwei Jahren wurde Uruguays Investitions-Status zweimal von Moody’s, Fitch und S&P heraufgestuft. Der Economist bewertete Uruguay als demokratischer als die USA; und neben Chile als das transparenteste und korruptions-ärmste Land in Südamerika. Kürzlich feierte der Economist Uruguay als das „Land des Jahres“.
„Uruguay weist ein Modell der wirtschaftlichen Entwicklung auf, das auf die Förderung von Investitionen und internationaler Einbindung zielt. So ist es als ideales Ziel für Investoren bekannt worden.“ (World Finance – 13. September, 2013)

Deutsche Wirtschafts Nachrichten:  Die Risikokapitalgeber (Venture Capitalists) in den USA reden viel über künstliche Nahrungsmittel. Werden diese irgendwann die natürliche Nahrung ersetzen?

Doug Bell: Unabhängig vom Aufkommen künstlicher Nahrung denken wir, dass es immer eine Nachfrage nach hochwertigen Getreideprodukten für anspruchsvolle Kunden geben wird. Für Qualität wird immer einen Platz auf dem Markt geben. Angesichts der hochwertigen Böden Uruguays und der überragenden Fähigkeit, exzellente Getreide zu produzieren, erwarten wir, dass Uruguay an der Weltspitze der Getreidehersteller bleibt.

Die Nachfrage nach Nahrung ist gewaltig. Die Welt wird weiter vor der Herausforderung stehen, qualitativ hochwertige Nahrung zu produzieren und zu verteilen. Alle Aspekte der Produktion, der Lieferung und des Konsums von Nahrung müssen verbessert werden, um bis 2050 die Nachfrage von zusätzlichen Milliarden Menschen zu befriedigen. Wir glauben, dass die vielseitige Nachfrage an unser Nahrungssystem eine ebenso vielseitige Antwort erfordert. Den Planeten zu ernähren, ist jetzt und in Zukunft eine entscheidende Situation.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Werden wir in naher Zukunft einen globalen Kampf um Nahrungsmittel erleben?

Doug Bell: Den gibt es schon jetzt. Zusätzlich zum politischen Hintergrund waren die Nahrungsmittel-Inflation und die Unfähigkeit der Leute, sich zu ernähren, Auslöser des Arabischen Frühlings. Das Gleichgewicht aus Angebot und Nachfrage ist sehr angespannt mit geringem Spielraum für unvorhergesehene Ereignisse.

Bei einer Bevölkerung von 7 Milliarden Menschen kann eine kleine Veränderung im Nahrungsangebot sich auf viele Millionen Menschen auswirken. Auch wenn es statistisch gesehen wenig ist, sind die sozialen Folgen riesig.

China hat kürzlich 10 Prozent des Ackerlands der Ukraine für die kommenden 50 Jahre gekauft, die eine der vier größten Exportregionen für Getreide ist. Viele andere Staaten tun dasselbe, wenn sie dazu in der Lage sind.

Nahrung ist für das Überleben notwendig. Das Ackerland der Welt, wo Nahrung angebaut wird, ist endlich und erreicht seine Grenzen. Hier sind die Probleme, vor denen wir stehen:

– Landwirtschaftlich nutzbares Land wird weniger
– Die Wetterschwankungen haben zugenommen, was Probleme für die Ernten hervorruft
– Die Wasservorkommen nehmen ab
– Die Weltbevölkerung nimmt zu
– Mehr Menschen essen Fleisch
– Die Produktionskosten in der Landwirtschaft nehmen zu

Es ist leicht zu sehen, dass die Weltproduktion kaum mit der Nachfrage Schritt halten kann. Es wird weithin anerkannt, dass die Nahrungsmittelproduktion bis 2050 um 70 Prozent zunehmen wird, um die erwarteten 9 Milliarden Menschen zu ernähren. Angesichts der oben genannten Einschränkungen denken wir, dass es erhebliche Probleme bei der Bewältigung dieser Nachfrage geben wird.

Mehr über Grasslands Uruguay hier auf der Website der Initiative.


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