Trotz Sparkurs: Europas Schuldenstand steigt

Trotz der Sparmaßnahmen steigt der Schuldenstand in den EU-Staaten. Lediglich die Neuverschuldung wurde gesenkt. Und auch die liegt noch über den Maastricht-Kriterien.

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Trotz teilweise harter Sparprogramme kommt Europa nicht aus der Schuldenfalle. Dies zeigen die heute veröffentlichten Daten von Eurostat. Im 27 Staaten umfassenden EU-Raum wurden kediglich die Neuverschuldung von 6,5 auf 4,5 Prozent gedrückt. Damit liegen sowohl die 17 Euro-Länder als auch die Länder der EU im Durchschnitt, aber noch immer über den erlaubten 3 Prozent Neuverschuldung.

Der öffentliche Schuldenstand dagegen ist sowhol in der Euro-Zone (von 85,3 auf 87,2 Prozent) wie auch in der gesamten EU (von 80 auf 82,5 Prozent) angestiegen.

Damit dürfte nach den Frankreich-Wahlen die Diskussion um die Sinnhaftigkeit von Sparporgrammen weiter angeheizt werden.

Kommentare

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    • Alexander Berg sagt:

      Ist doch ganz klar, warum die Schulden steigen…der Zinseszinsprozess bleibt soch nicht einfach stehen….Das ist auch der Grund, warum wir im alten System Wachstum benötigen: Um dem exponentiellen Zinseszins-Verlauf zumindest eine Weile ein Schnäppchen schlagen zu wollen.

      Ausufernde Verschuldung wird durch zwei Faktoren beschleunigt. Zum einem durch die Zinseszins-Problematik im Geldsystem – ein exponentieller Verlauf. Zum anderen durch ein falsch gelerntes Problem-Lösungs-Prinzip, was ebenfalls exponentiell verläuft und zu vermehrter Komplexität in den ökonomischen Strukturen führt. Ersteres wird durch Zweiteres zudem befördert.

      Mehrheitlich gelernte “Gegenmaßnahmen” zur Aufrechterhaltung der Systemstrukturen allgemein: Mehr Arbeitsaufwand für immer weniger Lebensqualität, mehr Energieeinsatz und damit verbundene Umweltthematiken, mehr Druck in den Hierarchien, Gegendruck und Burnout, gesteigerter Ressourceneinsatz in einem begrenzten System und – wie bereits angerissen- mehr Geldmittel und somit mehr Schulden, Zinsen und Zinseszinsen (bei Schaffung von Geld aus dem Nichts).

    • Tommy Rasmussen sagt:

      “Trotz Sparkurs: Europas Schuldenstand steigt”

      Aber in Island ncht:

      Island erlässt Hypothekenschulden aller Einwohner !!!!!!!!!!!!!!

      http://brd-schwindel.org/island-erlaesst-hypothekenschulden-aller-einwohner/

    • Walter von der Vogelweide sagt:

      Hä?
      Gibt es hier (unter den Lesern und in der Redaktion irgendjemanden, der auch nur einen kleinen Moment lang hoffte, der Schuldenstand könne gleich bleiben oder gar sinken?
      Wir wissen doch alle, dass das “unser” Geldsystem gar nicht verträgt – dass die Schulden also steigen müssen!
      Also ist dieser Bericht doch eigendlich unter unserem und Eurem Niveau ;-)

      • dparvus sagt:

        Schön, wenn Sie da gut gebildet sind.

        Viele sind es nicht (mehr), dank “Staats”-Journalistik.

        Und möglichst viele sollten mitkriegen, wie alles wirklich aussieht.

        Da sind die kurzen, leicht verständlichen Artikel hier sehr gut.

        Lange Ausführungen, von einem tollen Professor verfaßt, haben zwar auch ihre Vorzüge, aber viele, alzu viele machen sich gar nicht die Mühe, die zu lesen, ist nämlich manchmal anstrengend. Man kann ja jederzeit selbst weitergehend recherchieren.

        Deshalb eine Bitte an die Redaktion: Weiter so, bitte!

    • Wutbürger sagt:

      “Die Neuverschuldung wurde gesenkt” So sagen Politiker immer, wenn sie nach “Schuldenabbau” klingen wollen. Hoffentlich meint hier niemand, der Schuldenberg würde kleiner, er wächst nämlich immer noch, nur ein ganz kleines bisschen langsamer als zuvor.

    • dparvus sagt:

      Das liegt in der Natur der Sache:

      Eine zwangsweise aufoktuiert Fiat- Währung, im ENDSTADIUM.
      Diese Geld is Schulden- gedeckt, immer etwas mehr an Schulden.
      Würden alle Schulden bezahlt, gäbe es kein Geld mehr.

      Wer das immer noch nicht weiß: http://www.steuerboykott.org/

      Schon sehr hoch auf dem steil steigenden Teil des “Hockeyschläger”- Diagramms, exponentielles Wachstum der Schulden, d. h. sehr viel, zuviel Zinsen. Die können einfach nicht mehr bezahlt werden.

      Das ganze konnte klappen, solange es kräftiges Wachstum gab. Aber irgendwann ist auch damit Schluß. Soviel und so schnelles Wachstum kann es gar nicht geben, zumal das sowieso natürliche Grenzen, oder hat jemand eine zweite oder dritte Erde parat, ein Ausweitungsquartier?

      Es hilft nichts mehr.

      Den Euro endlich beerdigen, tot ist er längst.

      Die EU gleich mit zu Grabe tragen.

      Die Finanzmafia, sprich “systemische Banken” ( heißen wohl so, damit es niemand versteht) gehören ebenfalls abgewickelt, pleite sind die sowieso auch längst.

      Nur so ist Europa noch zuretten.

      Konkurrierende nationale Währungen, nationale Verantwortung, statt dessen, und neue Politiker, und eine neue Generation von Journalisten, die diese Berufsbezeichnung auch verdienen.

      Wenn hier von Journalisten die Rede ist, sind nicht die Redakteure von DMN und DWN gemeint. Danke an diese und alle, die ähnlich unabhängig arbeiten und offen und neutral berichten.