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Brüssel wird muslimisch: Juden verlassen die Stadt

Die Maimonides Schule ist die älteste jüdische Schule in Brüssel. Nun muss sie schließen oder umziehen, denn in der Innenstadt Brüssels fühlen sich Juden nicht mehr sicher.

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Die älteste jüdische Schule von Brüssel ist von der Schließung bedroht. Die Juden fühlen sich in dem heute überwiegend muslimischen Stadtviertel nicht mehr sicher. (Foto: Cnaan Liphshiz via JTA/Times of Israel)

Die älteste jüdische Schule von Brüssel ist von der Schließung bedroht. Die Juden fühlen sich in dem heute überwiegend muslimischen Stadtviertel nicht mehr sicher. (Foto: Cnaan Liphshiz via JTA/Times of Israel)

Die Maimonides Schule in der Brüsseler Innenstadt wurde 1947 als Zeichen der Wiederkehr des jüdischen Lebens errichtet. Rund 60 Jahre später kämpft die Schule ums Überleben. Sie muss geschlossen werden oder sich einen neuen Standort suchen. Denn die Gegend in Brüssel, in der die Schule liegt, hat sich im Lauf der vergangenen Jahre zu einem überwiegend muslimischen Stadtteil entwickelt. Die Juden sahen sich immer stärkeren Anfeindungen ausgesetzt. Die Folge: Ein dramatischer Rückgang der jüdischen Bevölkerung und damit auch ein kaum lösbare Situation für die Schule, schreibt Pamela Geller auf ihrem Blog.

Die Juden haben das Zentrum der Stadt verlassen und sind in die Vororte Brüssels gezogen. „Die Geschichte von Maimonides ist die Geschichte der jüdischen Community von Brüssel und ihres wachsenden Unbehagens“, erklärt Joel Rubinfeld, ehemaliger Maimonides Schüler und Vize-Vorsitzender des European Jewish Parliament, der Times of Israel. An die Stelle der Juden wanderten in die Innenstadt Brüssels vor allem muslimische Immigranten ein. Insbesondere der Gaza-Konflikt habe hier verstärkt zu Antisemitismus geführt. Eltern bevorzugten es, ihre Kinder auf andere Schulen zu schicken. Das Problem der Schule ist nun ein Sicherheitsproblem.

„Die Gegend hat eine migrantische Bevölkerung, die Juden nicht gerade positiv gesinnt ist“, meint auch Agnes Bensimon, eine Sprecherin der israelischen Botschaft in Brüssel. Für die Maimonides-Schule bedeutet das womöglich schon bald das Ende. Die jüdische Schule verzeichnet immer weniger Anmeldungen. Derzeit belaufen sich die Schulden an öffentliche Stellen auf acht Millionen Dollar. Schon dieses Jahr könne die Schule schließen müssen. Um dies zu verhindern, wird nun ein Umzug in Betracht gezogen – ebenfalls in die Vororte der Stadt.

Ähnliche Zustände seien in Frankreich und Holland vorzufinden. Besonders, wenn Juden zu erkennen seien, beispielsweise an einer Kippa, könnten sie sich nicht mehr in bestimmte Gegenden trauen. „Mit einer Kippa umherzulaufen, ist in vielen europäischen Städten gefährlich“, so Rubinfeld. Auch in Berlin kam es erst im August zu einem Übergriff auf einen Rabbiner durch Jugendliche.

Update (21.01.2013):

Ein Leser hat uns auf einen interessanten Artikel hingewiesen: Die Schule ist hoch verschuldet, weil das Stadtzentrum durch die offenbar nicht koordinierte Einwanderungspolitik weitgehend verarmt ist. Auch deshalb ist die Schule unter Druck geraten und überlegt die Verlegung in die Außenbezirke, in denen die vor allem bürgerliche Milieus existieren. Neben dem Sicherheits-Aspekt gibt es demnach auch eine wirtschaftliche Dimension. Die jüdische Wochenzeitung Tachles schreibt dazu:

„Gemäss einem Bericht in der belgischen Zeitung La Capitale tragen die Verantwortlichen der jüdischen Schule Maimonide in Brüssel sich mit dem Gedanken, an einen neuen Standort zu wechseln. Grund für diese Entwicklung sollen Sicherheitsüberlegungen der Eltern bezüglich des heutigen Standorts sein. Die Schule, die sich am Boulevard Poincaré unweit der Bahnstation Midi in der belgischen Hauptstadt befindet, musste in den letzten Jahren einen ständigen Rückgang an Schülern in Kauf nehmen. ,Die Nachbarschaft hat an Qualität laufend abgenommen‘, sagte Jacques Wajc, Vorstandspräsident der Schule, La Capitale gegenüber. Heute leben in dieser ärmlichen Gegend von Brüssel viele Einwanderer aus muslimischen und nicht-muslimischen Ländern, dazu Bettler, Drogenhändler und einige Arbeiterinnen des ältesten Gewerbes der Welt, die ihr Geschäft illegal ausserhalb der von der Regierung regulierten Prostitutions-Zone betreiben.

Diese Umstände hätten nach Wajc dazu geführt, dass viele Eltern ihre Kinder aus Angst um deren Sicherheit nicht mehr in der Maimonide-Schule einschreiben. Die Schule, die laut La Capitale dem belgischen Staat und den Wohlfahrtsbehörden des Landes rund acht Millionen Dollar schuldet, hat den Plan eines Umzugs schon seit einigen Jahren diskutiert, doch nun scheint der Schritt unvermeidlich geworden zu sein. Einen Zeitpunkt für Umsetzung des Plans in die Tat nennt die Zeitung allerdings nicht. Im Gegensatz zu der im Stadtzentrum von Brüssel gelegenen Maimonide-Schule befinden sich die beiden anderen jüdischen Bildungsinstitute der Stadt in den relativ wohlhabenden Aussenquartieren Uccle und Forest, wo auch die meisten der rund zehntausend Juden der Stadt leben.“


Streit in der Ukraine: Premier Jazenjuk droht mit Rücktritt
Streit in der Ukraine: Premier Jazenjuk droht mit Rücktritt
Der Streit zwischen dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und dem Premier Arseni Jazenjuk eskaliert. Jazenjuk droht mit seinem gesamten Kabinett zurückzutreten. Vier Minister hatten ihre Rücktritte angekündigt, später aber wieder zurückgezogen.
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Der ukrainische Premier Arseni „Jaz“ Jazenjuk mit Präsident Petro Poroschenko am 16. Juli 2015 im Parlament in Kiew. (Foto: dpa)

Der ukrainische Premier Arseni „Jaz“ Jazenjuk mit Präsident Petro Poroschenko am 16. Juli 2015 im Parlament in Kiew. (Foto: dpa)

Der ukrainische Premier Arseni Jazenjuk drohte während einer Parlamentssitzung am Freitag damit, zusammen mit seinem gesamten Kabinett zurückzutreten. „Wir sind als ein Team angetreten, und wir werden auch künftig als gemeinsames Team arbeiten“, sagte der Regierungschef. Sollte das Parlament eine Änderung der Regierungsmannschaft beschließen wollen, „dann treten wir geschlossen zurück“, fügte Jazenjuk hinzu.

Die politische Krise in der Ukraine wurde am Mittwoch durch den überraschenden Rücktritt von Wirtschaftsminister Aivaras Abromavicius ausgelöst. Dieser hatte zur Begründung auf den anhaltenden Widerstand gegen die von ihm geplanten Privatisierungen und gegen den Anti-Korruptionskampf verwiesen. Dafür verantwortlich machte der gebürtige Litauer unter anderem einen einflussreichen Abgeordneten der Partei von Staatspräsident Petro Poroschenko.

Poroschenko hatte am Donnerstag bei einem Treffen mit den Botschaftern der sieben wichtigen Industrieländer (G7) in Kiew von der Notwendigkeit gesprochen, die Regierung wiederherzustellen. An dem Treffen nahm auch Jazenjuk teil.

Die Botschafter hatten sich in einer gemeinsamen Erklärung am Mittwoch „sehr enttäuscht“ über den Rücktritt des Wirtschaftsministers geäußert. Sie forderten die ukrainische Führung auf, ihre Streitigkeiten beiseite zu lassen und bei den „unerlässlichen Reformen“ voranzuschreiten. Am Donnerstagabend hatten vier Minister nach einer von Jazenjuk einberufenen Dringlichkeitssitzung des Kabinetts ihren zuvor angekündigten Rücktritt wieder zurückgezogen. Abromavicius, der an der Sitzung nicht teilnahm, erklärte über Twitter, dass er an seinem Rücktritt festhalte.

Abromavicius ist ein ehemaliger Investment-Banker und kommt vom skandinavischen Private Equity Unternehmen East Capital. Er wurde – wie Finanzministerin Natalia Jaresko – kurz vor der Amtsübernahme in der Ukraine blitzeingebürgert wurde.

Die Ukraine steht seit Jahren am Rande des finanziellen Kollaps, die Pleite konnte bislang nur durch Finanzzuschüsse der EU und des IWF in Milliardenhöhe abgewendet werden. Es ist jedoch grundsätzlich fraglich, ob die europäischen Steuergelder und IWF-Kredite bei Finanzministerin Natalia Jaresko gut aufgehoben sind. In ihrer Zeit als Investment-Bankerin hat sie eine dubiose Rolle bei der Verwaltung von US-Steuergeldern gespielt: Während der von ihr verwaltete private Fonds Zuflüsse zu verzeichnen hatte, schrumpfte der Fonds mit den amerikanischen Steuergeldern.

Seitens der Präsidentenpartei und anderer Kräfte der Regierungskoalition wird unterdessen der Ruf nach einer raschen Kabinettsumbildung oder dem Rücktritt der gesamten Regierung immer lauter. Beobachter rechnen für den Fall eines Sturzes der Regierung mit einer vorgezogenen Parlamentswahl im Herbst.

 

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Abschaffung des Bargelds: Bundesbank stellt sich gegen Schäuble
Abschaffung des Bargelds: Bundesbank stellt sich gegen Schäuble
Die Bundesbank lehnt die von der Bundesregierung geplante Obergrenze von 5.000 Euro für Bargeldzahlungen ab. Schließlich seien Banknoten das einzige gesetzliche Zahlungsmittel, so Bundesbankpräsident Jens Weidmann.
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Bundesbankpräsident Jens Weidmann und Wolfgang Schäuble. (Foto: dpa)

Bundesbankpräsident Jens Weidmann und Wolfgang Schäuble. (Foto: dpa)

Die Bundesbank lehnt die von der Bundesregierung geplante Grenze für Bargeldzahlungen ab. „Es wäre fatal, wenn die Bürger den Eindruck bekämen, dass ihnen das Bargeld nach und nach entzogen wird“, sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann der Bild-Zeitung. „Der Bürger soll selbst entscheiden können, ob er lieber Bargeld nutzen oder bargeldlos bezahlen möchte.“

Die Regierung dürfe bei der „Diskussion über Barzahlungen nicht vergessen, dass Banknoten das einzige gesetzliche Zahlungsmittel sind“, sagte Weidmann dem Blatt. Zugleich sei eine Abschaffung des Bargelds aus geldpolitischer Sicht „nicht die angemessene Antwort auf die Herausforderung des Niedrigzinsumfeldes“. Wichtiger sei es, das Wirtschaftswachstum dauerhaft zu stärken, „damit die Zinsen auch wieder steigen können“.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch angekündigt, sich für eine EU-weit einheitliche Obergrenze bei Bargeldzahlungen einzusetzen. „Wir haben an eine Größenordnung von 5.000 Euro gedacht“, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums.

Doch auch die EZB plant eine Einschränkung des Bargelds: Sie will die 500-Euro-Note abschaffen. Das gab Mario Draghi vor dem EU-Parlament bekannt.

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Russland: Einmarsch der Türkei in Syrien steht unmittelbar bevor
Russland: Einmarsch der Türkei in Syrien steht unmittelbar bevor
Das Verteidigungsministerium in Moskau hat offenbar Hinweise auf einen bevorstehenden Einmarsch der Türkei in Syrien. Der Ölpreis steigt, die Märkte sind nervös.
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Recep Tayyip Erdoğan und Wladimir Putin. (Foto: dpa)

Recep Tayyip Erdoğan und Wladimir Putin. (Foto: dpa)

Rohöl der Marke WTI im Tages-Verlauf. (Grafik: ariva.de)

Rohöl der Marke WTI im Tages-Verlauf. (Grafik: ariva.de)

Russland hat offenbar Informationen, die Türkei bereite eine „Militärintervention“ in Syrien vor. „Wir haben gewichtige Gründe für den Verdacht, dass die Türkei intensive Vorbereitungen für eine Militärintervention auf dem Gebiet eines souveränen Staates – Syriens – trifft“, erklärte am Donnerstag der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Er bezog sich dabei auf die Verweigerung eines russischen Aufklärungsflugs im türkisch-syrischen Grenzgebiet.

„Wenn in Ankara jemand denkt, dass durch das Verbot eines russischen Aufklärungsfluges irgendetwas verheimlicht werden kann, ist er unprofessionell“, sagte Konaschenkow. Der beantragte Aufklärungsflug sollte auf der Grundlage des Open-Sky-Vertrags von 2002 zwischen dem 2. und 5. Februar über Luftwaffenstützpunkte führen, die von der Nato genutzt werden.

Das russische Verteidigungsministerium betrachte die Verweigerung der Überflugrechte als einen „gefährlichen Präzedenzfall“ und als einen „Versuch, illegale militärische Aktivitäten nahe der syrischen Grenze zu verschleiern“, sagte Konaschenkow. Derartige „Entscheidungen eines Nato-Mitglieds“ würden „nicht zur Verstärkung von Sicherheit und Vertrauen in Europa beitragen“.

An der türkisch-syrischen Grenze würden Soldaten und Militärgerät zusammengezogen, sagte Konaschenkow. Mit dem dort zur Verfügung stehenden Material könnten „schnelle Bewegungen“ von Militärkolonnen „in einem Kriegsgebiet“ organisiert werden.

Fast zeitgleich mit den Äußerungen aus Moskau steig der Ölpreis sprunghaft. Rohöl der Sorte WTI stieg auf über 33 Dollar, Brent auf über 35 Dollar.

Auf Anfrage wollte das türkische Außenministerium nicht zu den russischen Vorwürfen Stellung nehmen. Es bestätigte aber, dass ein russischer Überflugantrag aus „Sicherheitsgründen“ untersagt worden sei. Ende Januar warf Ankara Russland vor, dass ein russisches Kampfflugzeug in den türkischen Luftraum eingedrungen sei. Am 24. November war eine russische Su-24 durch die türkische Luftwaffe im türkisch-syrischen Grenzgebiet abgeschossen worden.

Doch Erdogan droht offenbar mit einem Truppeneinmarsch in Dscharabulus am Euphrat. Dies ist der Hautnachschubweg des IS. Kommt es zum Ernstfall einer türkischen Invasion, wird Russland seine S-400-Raketen einsetzen, hieß es damals aus Moskau.

Ende Januar hatte die türkische Armee offenbar bereits schon einmal einen Einmarsch nach Syrien geplant. Damals hatten israelische, russische und kurdische Medien berichten, dass die Türkei mit Truppen-Einheiten den Norden Syriens infiltriert hätte. Der türkische Geheimdienst behauptet damals dagegen, russische Soldaten an der Grenze zur Türkei gesehen haben zu wollen.

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USA in der Krise: Unternehmen streichen massiv Jobs
USA in der Krise: Unternehmen streichen massiv Jobs
US-Unternehmen haben zu Jahresbeginn weniger neue Jobs geschaffen als vorhergesehen. Zwar sind die Stundenlöhne leicht gestiegen. Trotzdem ist die Zahl jener, die auf Lebensmittelmarken angewiesen sind, auf einem Rekordhoch.
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US-Präsident Barack Obama. (Foto: dpa)

US-Präsident Barack Obama. (Foto: dpa)

In der US-Wirtschaft sind zu Jahresbeginn weniger Stellen entstanden als erwartet. Die Zahl der neuen Jobs stieg um 151.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington bekanntgab. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 190.000 gerechnet. Der Vormonatswert wurde zugleich um 30.000 auf 262.000 nach unten revidiert. Die getrennt erhobene Arbeitslosenquote fiel im Dezember um einen Tick auf 4,9 Prozent, den niedrigsten Stand seit rund acht Jahren. Zugleich stiegen die Stundenlöhne um 0,5 Prozent und damit stärker als von Experten erwartet.

Obwohl die Verbraucher somit mehr Geld für den Konsum in der Tasche haben und praktisch Vollbeschäftigung herrscht, hat die Notenbank Fed es nach der Zinswende vom Dezember nicht eilig mit weiteren Erhöhungen. Dafür wiegen die Abkühlung der Konjunktur Chinas und die jüngsten Finanzmarkt-Turbulenzen zu hoch. Zuletzt haben die USA mit sehr schlechten Wirtschaftszahlen geschockt: Die Aufträge der US-Industrie sind eingebrochen.

Zudem steigen die US-Staatsschulden deutlich. Aktuell liegen sie bei über 19 Billionen US-Dollar. Seit dem Jahr 2007 haben sich die Schulden mehr als verdoppelt. Langfristig bleibt den USA nur der Staatsbankrott oder die Fed kauft weiter Staatsanleihen auf. Das bedeutet aber eine Selbstfinanzierung durch aus dem Nichts geschaffenes Geld

Obwohl der Wert die niedrigste Arbeitslosenmarke seit acht Jahren darstellt, bleiben die Bezieher von Lebensmittelmarken auf einem Rekordhoch. Dieses ist seit der Krise zwischen 2007 und 2009 konstant, obwohl sich die offizielle Arbeitslosigkeit in der Zeit halbiert habe, schreibt Bloomberg.

Etwa 45,4 Millionen Amerikaner, etwa ein Siebtel der Bevölkerung, bezieht Lebensmittelmarken, so die aktuellsten Zahlen aus dem Oktober 2015. Die Arbeitslosigkeit lag bei 5 Prozent in diesem Monat. Das letzte Mal, als die Arbeitslosigkeit auf diesem Niveau war, im April 2008, waren 28 Millionen Amerikaner auf die Lebensmittelmarken angewiesen. Das Programm kostete der US-Regierung weniger als die Hälfte von dem, was in diesem Jahr aufgebracht werden muss.

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Welthandel bricht ein: Baltic-Dry-Index stürzt auf Allzeit-Tief
Welthandel bricht ein: Baltic-Dry-Index stürzt auf Allzeit-Tief
Der Baltic Dry ist am Freitag so tief gesunken wie noch nie zuvor. Der Index bildet die Frachtkosten wichtiger Rohstoffe wie Eisenerz, Kohle und Kupfer ab. In der Regel ist die Container-Schifffahrt einer der wichtigsten Frühindikatoren für die Weltwirtschaft. Vor…
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Die Frachtkosten sinken kontinuierlich, ein Nachfrageanstieg ist aber nicht in Sicht. (Foto: dpa)

Die Frachtkosten sinken kontinuierlich, ein Nachfrageanstieg ist aber nicht in Sicht. (Foto: dpa)

Am Freitag sank der Kurs des Baltic-Dry-Index auf einen neuen Rekord-Tiefstand von 298 Punkten, wie die Finanzplattform Bloomberg meldet. Nie zuvor war der Index, welcher die Frachtkosten für wichtige Rohstoffe abbildet, so tief gesunken. Das bislang gültige Allzeittief des Index liegt lange zurück und wurde im Jahr 1986 mit 556 Punkten markiert. Der höchste Stand wurde im Juni 2008 erreicht, als der Kurs auf 11.612 Punkte stieg, wie der Finanzblog Zero Hedge berichtet.

Zwar drückt die deflationäre Entwicklung wichtiger Rohstoffe – allen voran der Preisverfall von Erdöl – auf den Indexkurs und verzerrt seine Aussagekraft. Ein so starker Einbruch jedoch bildet ohne Zweifel rezessive Tendenzen im Welthandel ab. Seit August des vergangenen Jahres hat der Kurs um rund 75 Prozent nachgegeben, von rund 1200 Punkten auf aktuell 298.

Eine von Zero Hedge zitierte Analystin weist außerdem darauf hin, dass sich der Baltic-Dry-Index nach jedem der bisher erreichten Tiefstände – die in der jüngeren Vergangenheit meist zwischen 500 und 700 Punkten lagen – schnell wieder deutlich erholt habe. „Jedes Mal sprang der Index wieder an, als ob eine latente Nachfrage nur auf die tiefen Frachtkosten gewartet habe. Diese Entwicklung ist bislang nicht eingetreten, selbst nachdem die Preise nun nur noch rund 45 Prozent des bisherigen Allzeit-Tiefs betragen.“ Da der Index als Frühindikator für den Welthandel gilt, besteht Grund zur Annahme, dass es im laufenden Jahr zu einer deutlichen Abkühlung der Weltwirtschaft kommen könnte.

Besonders in Chinas Häfen ging die Aktivität zuletzt deutlich zurück. Wie der Nachrichtendienst Bloomberg berichtet, haben seit dem Jahr 2010 rund 140 chinesische Werften den Betrieb eingestellt. Dies habe insbesondere mit der Abhängigkeit von großen Containerschiffen zu tun, welche derzeit unter niedrigen Frachtraten leiden. Als Hauptgrund dafür nennt Bloomberg die sinkende Nachfrage der chinesischen Industrie nach Rohstoffen.

 

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Dublin: Männer stürmen Hotel-Lobby mit Kalaschnikows
Dublin: Männer stürmen Hotel-Lobby mit Kalaschnikows
Drei Männer haben die Lobby eines Dubliner Hotels gestürmt. Bei der anschließenden Schießerei kam mindestens eine Person ums Leben. Die Täter entkamen in einem Lieferwagen.
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In Dublin haben drei mit Kalaschnikows bewaffnete Männer ein Hotel angegriffen. Zwei Männer stürmten die Lobby des Regency Hotels und eröffneten sofort das Feuer. Ein Mann positionierte sich vor dem Hotel, meldet der irische Independent.

In dem Hotel fand gerade das Wiegen zu einem Boxkampf statt. Die Täter sollen Polizei-ähnliche Uniformen getragen haben. Die Gesichter waren offenbar verhüllt. Laut Zeugen hatten sie einen „starken Dubliner Akzent“.

Die Täter entkamen in einem Lieferwagen, der kurz darauf ausgebrannt aufgefunden wurde. Laut Polizei-Informationen soll bei der Schießerei eine Person tödlich verwundet und zwei leicht verletzt worden sein. Die Opfer waren zwischen 20 und 30 Jahre alt.

 

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