ZEW im Wahljahr: Verbesserte Stimmung, Aufschwung, Hoffnung

So schnell kann man schlechte Nachrichten verdrängen: Nachdem Wirtschaftsminister Rösler beklagt hatte, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal 2012 geschrumpft sei, jubelt das ZEW schon wieder und sagt ein gutes Jahr 2013 voraus.

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Bundesminister Philipp Rösler hatte es ja schon vor einigen Wochen ausgeplappert (hier), dann wurde die bitte Wahrheit von der offiziellen Behörde bestätigt, dass die deutschen Wirtschaft im vierten Quartal um 0,5 Prozent geschrumpft ist.

Nun bringt das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung wieder Erleichterung: Für die ersten sechs Monate 2013 ist das Konjunkturbarometer von 24,6 auf 31,5 Punkte gestiegen, den besten Wert seit Mai 2010.

So richtig logisch begründen können die Mannheimer ihre Prognose nicht, im Gegenteil: ZEW-Präsident Wolfgang Franz sagte: „Die Experten verbinden mit der verbesserten Stimmung an den Finanzmärkten offenbar die Hoffnung, dass die Unternehmen zurückgestellte Investitionen nunmehr doch durchführen. Allerdings wird die konjunkturelle Ausgangslage bei wichtigen Handelspartnern nach wie vor zurecht schwach eingeschätzt.“ Daher erwarte man, dass die Wirtschaft moderat wachsen werde.

Realistisch betrachtet sieht die Lage doch etwas anders aus. Hohe Arbeitslosigkeit, die nach wie vor ungelöste Schuldenkrise, Einbrüche im Automobil- und Bau-Sektor, teilweise verzweifelte Gelddruck-Aktionen der Zentralbanken. Allerdings gibt es ein Highlight, und vielleicht hat dieses ja die Forscher vom ZEW inspiriert: Die Bundestagswahl im Herbst. Sie dürfte dazu führen, dass die Unternehmen zurückgestellte Investitionen nunmehr doch durchführen. Die Kraft des positiven Denkens ist in Wahljahren besonders groß und macht auch vor Forschern und Prognostikern nicht halt. Zumal der Chef des ZEW ja nicht irgendein Wald- und Wiesen-Forscher ist: Als Wirtschaftsweiser weiß er, was die Kanzlerin will denkt und plant. In diesem Fall gilt: Wie die Kanzlerin, so der Weise: Pragmatisch herb.

Kommentare

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    • Gast sagt:

      “…. verbesserten Stimmung an den Finanzmärkten….” hat WAS mit der produzierenden Wirtschaft zu tun? Genau, NICHTS! Mag sein das die Finanzmärkte sich richtig wohl fühlen in der gedruckten Inflationsblase.

      “Die Kraft des positiven Denkens ist in Wahljahren besonders groß und macht auch vor Forschern und Prognostikern nicht halt.”

      Genau. Allein die Tatsache das ein Gedanke oder daraus entstehende Gedanken Kraft ( Kraft ist ein Begriff aus der Physik ) erzeugen sollen macht Forscher und Prognostiker zu Zirkusdarstellern. Gedanken haben keine Kraft im Sinne des Wortes sondern nur Einfluß auf andere Gedanken welche im Ergebnis das Handeln steuern welche eine Kraft erzeugen kann. Selbst wenn dem so wäre, dann ist der Zusammenhang zwischen Kraft von Gedanken und Wahljahr nicht existent. Die Kraft des positven Denkens könnte auch ein Verzicht auf Investitionen oder Ausgaben heißen wenn der positive Gedanke dabei ist, daß es bisher auch nicht nötig war mehr zu tun. Leider wird diese Kraft des positiven Denkens nicht gern gesehen.

      Um positiv Denken zu können braucht es positive Motivationen und diese kommen sicher nicht aus der alternativlosen Parteienlandschaft. Motivation ist hier bestimmend. Allein der Glaube an die Versprechen von Politikern kann und sollte keine Motivationen oder gar Emotionen auslösen. Motivation ist ein aus eigener Kraft greifbares und erreichbares Ziel – keine politischen kaum greifbaren Worthülsen. Allein die Tatsache das ein bunter Zirkus aus Rot, Grün, Schwarz, Gelb zu wählen wäre kann keine Motivation auf mehr Risikofreude, Investitionsdrang und Kauflust hervor rufen und wenn doch, dann frag sich auf welcher Basis. Es ist doch offensichtlich daß sich bisher nichts zum wirklich positiven für die Menschen entwickelt hat. Nur die Politik scheint von sich selbst so sehr überzeugt zu sein, daß diese schon längst an der Bevölkerung vorbei re(a)giert in der Hoffnung das die Hoffnungslosigkeit der Menschen die Wahlstimmen dahin trägt wo Hoffnungslosigkeit am erträglichsten scheint.

      Man sollte sich die alles beherrschenden Themen der Parteivereine anhören. Autobahnmaut, EEG, Steuererhöhungen ( unabhängig vom Zweck der Steuer ) und viele weitere tausende Regulierungsversuche welche die Kraft des Positiven Denkens eigentlich erdrückt – bei den meisten Menschen jedoch Hoffnung weckt das alles besser wird. Klingt auch logisch.

      Wenn die Situation Jahr für Jahr immer schlecht wird muß die Hoffnung auf Besserung wachsen, was aber nichts mit positiven Denken zu tun hat sondern nur mit der Tatsache das Menschen dadurch so derartig beschäftigt werden daß keine Zeit mehr dafür bleibt um zu verfolgen und realistisch zu beurteilen was die zu wählenden oder gewählten so genannten Hoffnungsträger eigentlich wirklich treiben.

      Positives Denken ist etwas absolut Gutes und vor allem Wertvolles. Wie könnte man dieses freie, uneingeschränkte und vor allem unkontrollierbare Gut an ein Wahljahr oder gar an Politiker verschwenden. Dieser Zusammenhang ist lebensfremd und hat mit der Realität des Lebens absolut nichts zu tun.

      Allein aus der Tatsache heraus das Wahljahr ist, wird wohl kaum jemand eine Investition tätigen. Dies klingt ungefähr so als ob alle Schaltjahre investiert werden würde, weil das Jahr 24 Stunden kürzer ist.

      Ich sag Euch wie das Jahr 2013 wird. Es wird so wie ihr es euch gestaltet. Bekanntlich stirbt ja die Hoffnung zu letzt und somit ist allein die Hoffnung das etwas so wird wie man es hoffnungsvoll prognostiziert schon der letzte Akt vor der Hoffnungslosigkeit und somit alternativlos dazu verdammt Realität zu werden. Ob diese dann jedoch der positiv gedachten Hoffnung entspricht ist niemals garantiert sondern war nur hoffnungsvoll prognostiziert.

      Man muß die Menschen zu ihrem Glück zwingen, denn wir haben Wahljahr. Und wer danach dann doch unglücklich ist hat wohl die falsche Wahl getroffen. Stimmt’s!