Deutsche Sicherheits-Firma spioniert öffentliche WLANs aus

Ein deutsches Unternehmen hat die Vermessung der Internet-Welt abgeschlossen. Nun kann es blitzschnell jedes Online-Gerät auf der Welt orten. Von der Polizei wird die Technik bereits erfolgreich genutzt. Die Behörden haben eine neue Handhabe zur Überwachung der Bürger.

Ihren XING-Kontakten zeigen

Wer am Flughafen oder in einem Café das WLAN nützt, sollte künftig Vorsicht walten lassen: Alle Daten sind abrufbar, und schon bald ist der gläserne Bürger eine Realität, wenn er ins Internet geht. Die Behörden können jeden Schritt überwachen – und damit Querulanten und kritische Bürger Terroristen und Verbrecher blitzschnell aufspüren. In Bayern darf man sich über diese Eingriffe in die Privatsphäre schon bald nicht einmal mehr mit einer Mass‘ trösten – Alkohol auf öffentlichen Plätzen wird verboten (hier).

Die Innovation verdanken wir einem deutschen Unternehmen. Die Firma Pan Amp hat nach eigenen Angaben die Vermessung der globalen Internet-Gateways inklusive aller verfügbaren WLANs abgeschlossen. Bereits seit acht Jahren vermisst das Unternehmen weltweit Internet-Gateways digital und weist ihnen ihre GPS-Daten zu. Dabei werden die Laufzeiten von Datenpaketen fortlaufend analysiert. Mithilfe der gesammelten Daten kann das Unternehmen nun weltweit sofort die Position jedes Online-Gerätes feststellen.

Diese Technik wird bereits zur Aufklärung von Cyber-Delikten eingesetzt. „Wir haben damit die innere Sicherheit Europas maßgeblich mitbestimmt“, zitiert Heise Firmen-Chef Bert Weingarten. Als Beispiel nannte Weingarten eine anonyme Morddrohung an die israelische Niederlassung eines Konzerns. Die Behörden waren ratlos, doch seinem Unternehmen sei es gelungen, den Absender auf 40 Meter genau zu orten, sagte Weingarten auf dem Polizeikongress (wo auch noch andere Überwachungs-Highlights präsentiert wurden – hier).

Sein Unternehmen verfüge auch über einzigartige „Deep Internet Flags“, die wie Spürhunde zum Schutz auf fremden Servern platziert würden, sagte Weingarten. So habe etwa die Erpressung eines Arzneimittelkonzerns gestoppt werden können, dem ein Erpresser über die Web-Kontaktseite seine Forderungen gestellt hatte. Der Erpresser meldete sich immer kurz vor Abflug von Flughafen-WLANs bei dem Unternehmen. Pan Amp ermittelte diese WLANs und glich die Logs mit den in Frage kommenden Passagierlisten ab.


Zu den Kommentaren dieses Artikels (13)