Deutsche Privathaushalte machen weniger Schulden als die Euro-Zone

Viele deutsche Banken berichten von einer steigenden Nachfrage insbesondere nach Immobilien- und Konsumentenkrediten. Doch die wirklich große Verschuldungsorgie findet anderswo statt. Das zeigt der aktuelle Kreditbericht der Europäischen Zentralbank.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Am wenigsten Rückstand haben die Deutschen bei den Unternehmenskrediten. In diesem Bereich kann man aber auch nicht wirklich von einem Kreditboom in der Eurozone reden. 18% der Banken in im Euroraum berichten von wachsender Kreditnachfrage der Unternehmen im letzten Quartal, 13% dagegen von fallender Kreditnachfrage. Das macht im Saldo rund 4%. Betrachtet man nun allein die deutschen Banken, beträgt dieses Saldo 3%. Das entspricht fast dem Durchschnitt der Eurozone.

Unternehmenskredite werden dagegen aktuell verstärkt besonders in Spanien vergeben. Per Saldo berichteten dort 20% der Banken von einer steigenden Nachfrage. Umgekehrt sieht es in Holland aus. Dort berichten per Saldo 29% der Banken von sinkender Kreditnachfrage aus Unternehmen.

Die Kreditausweitungen in der Eurozone findet aber hauptsächlich bei den Krediten für Immobilienkäufe und bei den Krediten für Konsumenten statt. Und in diesen Bereichen partizipiert Deutschland unterdurchschnittlich.

Während hierzulande im Saldo 10% der Banken berichten, dass sich die Nachfrage nach Immobilienkrediten ausweitetet, sind es im Durchschnitt der Eurozone 19%. Dabei gibt es einen Einbruch der Nachfrage nach Immobilienkrediten in Frankreich, während in Italien die Immobilienfinanzierung boomt. Per Saldo 63% der italienische Banken berichten von steigender Nachfrage nach Krediten für Immobilienkäufe.

Ganz ähnlich sieht es bei den Konsumentenkrediten aus. Während im Durchschnitt der Eurozone im Saldo 17% der Banken von einer Ausweitung sprechen, sind es in Deutschland nur 6%. Spitzenreiter ist dagegen hier Spanien. Per Saldo 50% der spanischen Banken haben im zweiten Quartal 2014 mehr Konsumentenkredite vergeben.

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick