Florian Homm: „Die Systeme halten immer länger, als man denkt“

Florian Homm gehörte zu den schillerndsten Figuren der Investment-Szene. Heute verurteilt er das System, in dem er einst Millionen verdiente. Der aktive Trader Michael Berkholz hat Florian Homm für die Deutschen Wirtschafts Nachrichten getroffen, und versucht herauszufinden, ob man dem System wirklich entrinnen kann.

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Florian Homm ist zurück in Deutschland. Bei einem Vortrag vor Studenten in Erding zeigt sich der ehemalige Börsenspekulant und Hedgefonds-Manager nach 15 Monaten in italienischer U-Haft geläutert.

Homm hat schon früh an der Börse viel Geld gemacht, mit 22 war er bereits Millionär. Der Harvard-Absolvent baute in mehr als drei Jahrzehnten mehrere multinationale Unternehmen in der Finanzbranche mit Börsenwerten, die deutlich über einer Milliarde Euro liegen, auf.

Als Mitbegründer und Motor der Neuen Märkte in Europa wurden Dutzende Firmen von ihm mit Kapital ausgestattet und an die Börse gebracht. Im Jahre 2004 beteiligte sich Homm mit 20 Millionen Euro an der Rettung des existenzbedrohten Vereins Borussia Dortmund.

Florian Homm, 2014. (Foto: DWN)

Florian Homm, 2014. (Foto: DWN)

Es gibt aber auch die andere Seite: Bei Spekulationen wie der Bremer Vulkan Werft verdient er massiv am finanziellen Ruin der Gesellschaft. Tausende verloren ihre Existenz. Er kaufte und verwertete Unternehmen, ohne sich nur einen Gedanken um die Menschen, die dort arbeiten, zu machen. Laut Erich Sixt ist Homm der „Antichrist der Finanzwelt“.

Dann im Jahr 2007 der Tiefpunkt: Homm wird bei einem Attentat in Caracas fast getötet, es gibt einen internationalen Haftbefehl, seine engsten Vertrauten wenden sich von ihm ab, auch Familienmitglieder und seine Frau. Nach mehrjähriger Flucht wird er schließlich am 18. März 2009 in Italien festgenommen. Wie durch ein Wunder ist er der erste Auslieferungshäftling in Italien, der seit über einem Vierteljahrhundert, nicht in die USA ausgeliefert wird. Homm steht bis heute auf der „Most Wanted Liste“ des FBI und noch immer ist ein hohes Kopfgeld auf ihn ausgesetzt.

Der Glaube und das Gute zu tun liegen bei Homm dicht beieinander. Vom Erzkapitalisten zum Erzchristen. Es ist schwer nachzuvollziehen, aber ganz unglaubwürdig ist es nicht. Homm hat materiell sehr viel gewonnen in seinem Leben. Und wohl bis auf eingefrorene Gelder in der Schweiz das meiste verloren. Seine Ehe ist ruiniert, seine Gesundheit sowieso. Und er muss einige Anwälte beschäftigen, die schlechten Seiten seines Lebens als skrupelloser Investor aufzuräumen. Dass ihn das FBI irgendwann entführen lässt, ist auch nicht ausgeschlossen. So lange will er aber seine neue Sicht der Dinge verbreiten, wenn sie jemand hören will“, schreibt die Süddeutsche über den ehemaligen Börsenspekulanten nach seinem Auftritt in Erding.

Auch der Bayrische Rundfunk hat den einstigen Investoren-Star bei seiner Rückkehr beobachtet und berichtet von der Wandlung von Florian Homm: „Da rieben sich viele der Studierenden die Augen. Ist das derselbe Mann, der vom FBI wegen Anlagebetrugs gesucht wird? Der Mann der Millionen gemacht hat, auf den ein Kopfgeld in Millionenhöhe ausgesetzt ist? Homm zuckt mit den Schultern und spricht davon, dass er sich bei seinem „Ausbildungsaufenthalt für die Seele im Gefängnis“ gewandelt habe. Jetzt will er die Studierenden in Erding davon abbringen, dass Geld, ein großes Haus oder ein Privatjet glücklich machen könnten.“

Zu der Vorlesung in Erding haben sich zahlreiche Journalisten angemeldet. Für die Deutschen Wirtschafts Nachrichten sprach der aktive Trader Michael Berkholz mit dem ehemaligen Spekulanten.

Michael Berkholz: Herr Homm, Sie haben hier in Erding eine Vorlesung an der Hochschule für angewandtes Management gehalten. Wie haben Sie die Studenten empfangen?

Florian Homm: Die waren überraschend wach, ich habe keinen gesehen, der eingeschlafen ist. Die Fragen nachher waren teilweise überraschend weise.

Michael Berkholz: Was ist Ihnen davon in Erinnerung geblieben?

Florian Homm: Einer sagte: „Ist es nicht schwerer, Gutes zu tun, als viel Geld zu verdienen?“ Boah, habe ich gedacht. Und es ist auch verdammt schwer, weil wir uns oft mit unserem eigenen Ego und Ängsten im Wege stehen. Das war nicht die einzige Frage in der Art, das waren richtig gute, kernige Fragen. Die sind noch relativ offen, die spüren mehr, als dass sie unbedingt nur die „Schubladendenke“ haben und das hat mir auch Spaß gemacht.

Michael Berkholz: Nur wegen dem Spaß waren Sie heute aber nicht hier.

Florian Homm: Absolut nicht. Es ist ja meine Aufgabe, zu sagen, dass das was uns aufgetischt wird, nicht die richtig gute Mahlzeit ist und das Geben mehr Zufriedenheit gibt. Es ist doch so, ich hab jetzt ein Jackett an und Sie haben gar keins an. Also gebe ich es Ihnen und wenn Sie das biochemisch messen, ist das Geben fünfmal befriedigender, als wenn Sie es erhalten.

Michael Berkholz: Aber so etwas wird ja nicht gelehrt.

Florian Homm: Nein! Wer hilft uns denn, die andere Perspektive, was wir in der rechten Gehirnhälfte haben, die emotionale Intelligenz zu befriedigen?! Die linke Seite, unser digitales System, das ist bei mir derartig ausgebildet gewesen. Das kannst du Spaß nennen, aber es ist eine gewisse Zufriedenheit – einfach eine erfreuliche Aufgabe.

Michael Berkholz: Wann war denn der Zeitpunkt, an dem Sie gemerkt haben, ich muss auch meine rechte Gehirnhälfte trainieren?

Florian Homm: Ich bin erst einmal paar Jährchen im Nebel gestanden, weil die Gipfel, die ich erklommen habe, die gab es vorher nicht. Da hat man sich voll reingehängt und das hat überhaupt nichts gebracht. Ich habe ja auch ein paar Beispiele in der Vorlesung genannt, ich habe auch ein paar gute Sachen gemacht mit bleibenden Werten.

Michael Berkholz: Meinen Sie damit Ihre Investitionen in Pharmafirmen, die Lösungen für Krankheiten entwickelt haben?

Michael Berkholz: Genau, die medizinische Geschichte ist gut. JDate (Anm. d. Red.: Hamm war Investor und Berater bei der größten jüdischen Singlebörse online) ist gut. Borussia Dortmund (Anm. d. Red.: Homm investierte 20 Millionen Euro, um den Verein vor der Oberliga zu retten) mit fünf Millionen Fans – bei manchen scheint Gott an zweiter oder dritter Stelle zu stehen und der BVB an erster. Und das ist eine Wirtschaftsmacht dort in der Region und das hätte eine kleine Tsunamiwelle verursacht, wenn Dortmund in die fünfte Liga gerutscht wäre. Das hat auch seine positiven Aspekte.

Michael Berkholz: Das Thema Dortmund ist inzwischen wieder aktuell…

Florian Homm: (lacht) Ha, ich glaube nicht, dass sie absteigen, aber wenn, dann steigen sie in einer exzellenten wirtschaftlichen Verfassung ab – und nicht in die fünfte Liga, sondern nur in die zweite.

Michael Berkholz: Was war denn für Sie der ausschlaggebende Moment, wo Sie gesagt haben, ich muss jetzt die Reisekasse füllen und mich absetzen, weil jemand hinter mir her ist?

Florian Homm: So war das gar nicht. Das hatte andere Gründe. Ich bekam damals meinen Halbjahresbonus von etwa 10 Millionen. Den habe ich dann komplett auf die Mitarbeiter übertragen. Und bei diesen undankbaren Typen – ich sag jetzt mal Very Important Persons, da sag ich aber „vielfältig infizierte Parasiten“, jeder VIP hat diese Parasiten um sich und wirklich: Undank ist der Welten Lohn. Da habe ich mir gedacht, was soll ich denn noch eine Stunde mit diesem Verein verbringen. Und dann kam noch einer an, der sagt: „Anstatt 387.500 Euro – ich hab’s nachgerechnet – stehen mit 399.400 Euro zu.“

Michael Berkholz: Um auf das Thema zurückzukommen, es befriedigt also nicht jedem das Jackett zu geben, man muss auch aussuchen, wem man es gibt.

Florian Homm: Nein, es bringt doch nicht, jemandem ein Jackett zugeben, der schon zehn an hat. In Liberia ohne Sandalen – da kann ich ein Jackett abgeben. Hör mal in dich hinein, deine Stimme sagt dir schon früh genug, was du machen kannst und wo du gut sein kannst. Deswegen auch die Uni. Ich wusste gar nicht, dass es die gibt. Es war ungewöhnlich, und es war die richtige Entscheidung.

Michael Berkholz: Das heißt, Sie sind Wiederholungstäter und machen es noch einmal an anderer Stelle?

Florian Homm: Wiederholungstäter ist ein wunderbares Wort. Ich lasse diese Sachen jetzt einfach auf mich zukommen. Ich möchte nicht alles beeinflussen.

Michael Berkholz: Weil Sie gerade Liberia angesprochen haben, warum waren Sie ausgerechnet dort Kulturattaché?

Florian Homm: Das liegt daran, weil ich den Sohn des Präsidenten kenne, der beim Putsch umgebracht worden ist. Ich bin auch ein Adrenalin-Junkie. Das war Prestige null, aber richtig heftig. Und wenn man dort hilft, da machen sieben Millionen (Euro) ungefährlich so viel aus wie 70 Millionen (Euro) in Argentinien. Wir haben dort die beste Schule des Landes aufgebaut. Aber ich musste auch ein paar Leute rausschmeißen, die ihr privates Portemonnaie mit dem Fonds verwechselt haben.

Michael Berkholz: Wie sieht es um Ihr privates Portemonnaie aus?

Florian Homm: Also mein eingefrorenes Vermögen ist doch noch erheblich, aber es ist eben eingefroren. (lacht) Aber es auch nicht mehr so wichtig.

Michael Berkholz: Die Prioritäten haben sich jetzt auf andere Werte verschoben als Kontostände?

Florian Homm: Es ist echt verrückt. Wenn du Boote hast, Flieger, mehrere Residenzen, du wirst nur noch über dein Vermögen definiert. Deine beste Zeit ist im Flieger, weil dich da keiner erreichen kann und du pennen kannst. So richtig rosig, wie das immer dargestellt wird, mit Girls und Party – bei einer 100-Stunden-Woche hast du dafür keine Zeit.

Michael Berkholz: Sie waren also die Fraktion, die gesagt hat: „Mir gefällt die 50-Stunden-Woche so gut, die mache ich gleich zweimal pro Woche.“ Wann kam der Schnitt, wo Sie gesagt haben, jetzt lege ich die Füße hoch.

Florian Homm: (lacht) Nein, gar nicht die Füße hoch. Einfach nur Tschüss! Bye bye! Ich hatte plötzlich so viel Zeit und keine Verantwortung. Ich habe dann angefangen in sehr armen Regionen Kindern zu helfen, damit sie in der Schule Verpflegung hatten. Und das waren Regionen, die waren bleihaltig, da durftest du nicht hingehen ohne Schutz und bist innerhalb einer Stunde ausgeraubt worden.

Michael Berkholz: Bleihaltig waren Sie ja auch einmal. War das das Highlight auf Ihrer Reise ins Exil?

Florian Homm: Ja, das (Anm. d. Red.: Schussverletzung) hab ich auch schon erlebt. Nein, das Attentat war vorher. Und es gab ja auch einen Kidnapping-Versuch. Aber ich will ja nicht immer über mich reden, das ist ja furchtbar. Ich hab dann aber irgendwann angefangen in 10-Dollar-Hotels zu pennen. In einer 2.000-Dollar-Suite hast du dir Distanz gekauft. Aber in dem Trackinghotel in Paraguay kommst du plötzlich in menschlichen Kontakt. Das war Leben! Deshalb war ich dann relativ gut vorbereitet aufs Gefängnis. (lacht)

Michael Berkholz: Diese U-Haft in Italien – was war da der Schlüssel zum Erfolg, dass Sie nicht in die USA ausgeliefert wurden?

Florian Homm: Die menschliche Antwort: Den besten Anwalt Italiens, den besten Anwalt der Toskana. Die seelische Antwort: Trotzdem, seit einem Vierteljahrhundert hat es keiner geschafft, nicht ausgeliefert zu werden. Und dafür bedanke ich mich bei der Heiligen Mutter, die mir diese Aufgabe gegeben hat, jetzt hier zu sitzen und mit Ihnen zu reden.

Michael Berkholz: Wenn wir gerade dabei sind. Wenn das FBI Sie schnappen will – wie können Sie hier in Deutschland entspannt sitzen?

Florian Homm: Deutschland liefert nicht aus. Wenn die hier so überzeugt wären, dass ich ein Wüstling wäre, würden sie mich hier verklagen. Durch die Ermittlungen in der Schweiz gibt es inzwischen viele Zeugenaussagen, die das dermaßen explosiv entlasten. Und dieses ganze Lügengerüst, dass ich auf der FBI-Most-Wanted-Liste bin, knickt Schritt für Schritt ein.

Michael Berkholz: Außerdem rücken ja auch neue Hedgefonds-Manager nach, die sie jetzt jagen können.

Florian Homm: (lacht) Vor allem ehemalige ACMH-Board-Members, die mich verklagt haben, haben jetzt viel ernstere Probleme als ich.

Michael Berkholz: Im vergangen Jahr waren Sie positiv gestimmt, dass die Zockerei und die Leerverkäufe weniger werden. Ist das immer noch der Fall? Gibt es ein Happy End?

Florian Homm: Oh Gott, oh Gott! Wir sind in der absoluten Spitze der Pyramide des Finanzkapitalismus. Man hat ja versucht die Finanzkrise den Hedgefonds-Managern zuzuschieben, was natürlich sachlich der größte Unsinn ist, den man erzählen kann. Aber wenn man die Lüge oft genug wiederholt, dann wird sie geglaubt. Man muss die Teufel identifizieren und die Buddys muss man ja schützen, die finanzieren ja schließlich auch meine Partei.

Michael Berkholz: Die Notenbanker und Politiker machen das doch sehr erfolgreich, oder?

Florian Homm: Natürlich! Die Federal Reserve gehört nicht dem Staat. Das wäre, als würde die Bundesbank der Hypo gehören. Die Finanzminister stammen alle von Goldman Sachs. Also muss ich die Hedgefonds-Manager verteufeln, weil ich kann doch nicht meine Buddys abliefern. Gute Frage! Aber das checkt ja keiner!

Michael Berkholz: Wohin läuft denn das Ganze jetzt? Wir haben das Thema Strafzinsen auf zu hohe Einlagen. Überall rollt die Propaganda, dass wir immer mehr konsumieren müssen. Die Staaten machen immer mehr Schulden. Werden die am Ende überhaupt zurückgezahlt?

Florian Homm: Undenkbar! Vergiss es. Du wirst immer mehr Geld drucken, aber es kommt nicht in die Zirkulation. Deswegen hatten wir auch noch keine Inflation.

Michael Berkholz: Der Crash hätte eigentlich schon längst da sein müssen. Warum verzögert sich das?

Florian Homm: Die Systeme halten sich immer länger, als man denkt. Dieser Crash kommt auch. Kommt er 2016, 17 oder 18 – er kommt in dieser Dekade, wenn nicht maßgebliche Veränderungen stattfinden. Wir haben schon die ersten Dellen eines Erdbebens. Es kracht schon a bissl, Ok? Das Timing ist dabei schwer. Plus minus ein Jahr musst du es einigermaßen hinkriegen. Aber wenn die Amis jetzt die Mehrwertsteuer einführen, ist es nochmal für fünf Jahre sortiert. Diese Gasvorkommen, die Fracking-Sachen, entlasten auch noch einmal. Es gibt immer Entwicklungen, die man nicht so erwarten kann.

Michael Berkholz: Sind Sie dann auch einer, der für physisches Gold und Silber im Keller ist?

Florian Homm: Natürlich! Du brauchst kleine Goldmünzen. Wenn das Papier nur noch Klopapier ist, ist das noch reell. Der Goldkurs ist aktuell ein Geschenk.

Michael Berkholz: Lassen Sie uns noch über Ihr Privatleben reden. Heute ist auch ein langjähriger Freund von Ihnen hier. Wie haben sich Ihre Familie und Freunde verhalten, als Sie in den Medien durch den Schlamm gezogen wurden?

Florian Homm: Ich hatte damals 10.000 Kontakte in meiner Liste. Er ist die absolute Ausnahme, aber es gibt noch ein paar andere. Insgesamt sind von der Liste vielleicht fünf Leute übrig geblieben. Selbst in der Familie wurde ich von Menschen verlassen. Das tut weh. Wenn du glaubst, du hast Unterstützung, aber wirst ganz verlassen. Aber das ist eine Kur für die Seele. Eine Extrembereinigung.

Michael Berkholz: Und die Kurve haben Sie komplett alleine bekommen?

Florian Homm: Nein! Durch das kleine Buch, durch den Glauben. Auch die Priester in Italien haben mir geholfen.

Michael Berkholz: Wäre es dann nicht ratsam so etwas auch zu unterrichten, wann man die Reißleine ziehen muss und was man für die Seele tun kann?

Florian Homm: Das gibt es in keiner Schule. Aber es ist eine Marktlücke. Wir treiben so viele Leute ins Unglück, weil sie nicht daran erinnert werden, weil diese soziale menschliche Hälfte auch ein bisschen Nahrung braucht.

Michael Berkholz: Das muss jetzt aber gar nicht auf die Leute beschränkt sein mit achtstelligem Kontostand.

Florian Homm: Absolut nicht. Das erzähle ich auch im Gefängnis oder vor Asylanten, egal was, Müllmänner, Kirchengemeinschaft, das kommt schon auf mich zu. Die werden nur vielleicht nicht so anerkannt. Wir sind so weit, dass ein Arschloch, sorry, bewusst vulgär, der Millionär ist, den nennt man Exzentriker. Einer der arm ist und ein Arschloch ist, wird Arschloch genannt. Was ist denn das für ein Doppelstandard? Der Typ ohne Kohle, der gut ist, ist gut!

Michael Berkholz: Wie sieht jetzt eigentlich Ihr Alltag aus?

Florian Homm: Ich bete ungefähr zwei Stunden am Tag, ich helfe einigen Insassen im Gefängnis, ich habe einem hochgradig ethischen Unternehmen sehr geholfen in der Beratung und arbeite mit sehr guten Freunden an einer Stiftung, die 2015 aktiv sein sollte.

Michael Berkholz: Sie nutzen also jetzt Ihren Promi-Status, um Gutes zu tun?

Florian Homm: Ich bin ja reeller Zeitzeuge, ich bin ja keiner, der in der Kirche steht und sagt „Geld ist schlecht!“, sondern ich habe das alles gelebt. Warum bin ich ausgesucht worden, das zu machen? Weiß ich auch nicht, aber ich kann das glaubwürdig erzählen, das ist nicht Theorie. Vielleicht führe ich auch ein paar Menschen dazu, mehr zu geben, mehr zu helfen.

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Florian Homm hat im Jahr 2012 ein Buch über sein Leben geschrieben: „Kopfgeldjagd – wie ich in Venezuela niedergeschossen wurde, während ich versuchte, Borussia Dortmund zu retten“ ist im Finanzbuchverlag erschienen und kann hier beim Verlag oder hier bei Amazon bestellt werden. 

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