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Die massive Dominanz der öffentlich-rechtlichen Sender und der US-Medien (Facebook und Google) haben das Werbemodell für unabhängige, freie Medien in Deutschland zerstört. Damit die Zukunft der DWN langfristig gesichert ist, müssen wir reagieren. Bitte unterstützen Sie uns.

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Liebe Leserinnen und Leser,

Ab sofort führen die Deutschen Wirtschafts Nachrichten eine Registrierung für alle Nutzer ein. Sie taucht bei jedem Nutzer auf, der mehr als drei Artikel im Monat gelesen hat. Im ersten Schritt ist die Registrierung gratis und ermöglicht es Ihnen, alle Artikel der DWN gratis zu lesen.

Wir wollen jedoch nicht um den heißen Brei herumreden: Als nächsten Schritt planen wir das Angebot einer DWN-Mitgliedschaft gegen einen monatlichen Unkostenbeitrag von 7,99€.

Nach drei gratis gelesenen Artikeln ist dann die Lektüre weiterer Beiträge nur nach Abschluss eines Abos von 7,99€ im Monat möglich. Dieser Schritt ist für Ende November geplant. Sollten Sie schon vorher Interesse an einer Unterstützung haben, dann lassen Sie uns das gerne per Email an [email protected] oder telefonisch unter 030/81016030 wissen.

Der Grund für diese Maßnahme liegt in der veränderten Medienlandschaft. In dieser werden die großen öffentlich-rechtlichen Sender und die kommerziellen US-Plattformen wie Facebook und Google das klassische Werbemodell vollständig zerstören.

In dieser Entwicklung ist das klassische Journalismus-Modell hinfällig. Die Idee, dass Medien die Plattform für Unternehmensbotschaften (Werbung) sind, ist aus zwei zentralen Gründen hinfällig: Sender, die über Zwangsgebühren (ARD, ZDF, DLF usw.) oder Steuern (Deutsche Welle) finanziert werden, ziehen dem Kunden zwangsweise einen signifikanten Teil seines Mediabudgets aus der Tasche. Es ist nicht abzusehen, dass diese Sender ihre Dominanz abgeben, im Gegenteil: Weil sie indirekt (Rundfunkräte bei ARD und ZDF) oder direkt (die Deutsche Welle ist direkt dem Bundeskanzleramt unterstellt) von den Parteien kontrolliert werden, ist keine einzige Partei in Deutschland an einer Veränderung des Systems interessiert. Als wäre der Zwangsbeitrag nicht genug, ziehen die öffentlich-rechtlichen Sender auch einen erheblichen Teil aus den kommerziellen Werbebudgets ab. Zugleich werden die Zwangsgebühren genutzt, um etwa teure Sportrechte zu kaufen. Bei den entsprechenden Sportübertragungen laufen dann Werbeclips, die den privaten Sendern und allen anderen Anbietern entgehen.

Der zweite Grund ist die dramatisch zunehmend Kontrolle der Medien durch Facebook und Google. Die US-Konzerne ziehen jetzt schon den größten Teil des Wachstums in der Online-Werbung auf sich. Facebook und Google kennen keine Trennung von Werbung und Redaktionen. Aufgrund ihres völlig undurchschaubaren Systems von „Algorithmen“ sind sie in der Lage, hemmungslos zu manipulieren. Damit können sie sich vielen kommerziellen Interessenten als „Werbeplattform“ anbieten. Das kommt vielen Unternehmen zugute: Sie können ihre Werbebotschaften in scheinbar unverdächtige Postings verstecken oder sich bei Google in den Suchergebnis nach oben manipulieren. Davon machen nach Informationen der Deutschen Wirtschafts Nachrichten auch die öffentlich-rechtlichen Sender massiv Gebrauch. In der Praxis heißt das: Deutsche Zwangsbeiträge gehen an US-Konzerne, damit die öffentlich-rechtlichen Medien in den Suchergebnissen vor den unabhängigen Medien stehen.

Ein weiterer Trend besteht darin, dass gekaufte Medien den rein journalistischen Medien direkt Konkurrenz machen. So ist die Werbeagentur WPP beim US-Magazin Vice eingestiegen. Dadurch hat die WPP die Möglichkeit, ihre Werbekunden auf ihr eigenes „Produkt“ umzuleiten. Ein ähnliches Modell fährt die „Washington Post“: Sie wurde von Amazon gekauft. Die Verquickung von kommerziellen und journalistischen Interessen hat noch nie in der Geschichte der Medien funktioniert.

Das ist auch das Problem vieler sogenannter Alternativ-Medien: Sie finanzieren sich, indem sie die vermeintlich journalistischen Artikel als verkaufsfördernde Maßnahmen für Bücher, Magazine, Events oder politischen Aktivismus verkaufen. Dieselbe Methode wenden viele NGOs an, die scheinbar journalistische Angebote unterhalten, um ihr Kerngeschäft – politische Kampagnen – zu unterstützen.

Schließlich gibt es vor allem über Twitter zahlreiche Quellen der Desinformation: Geheimdienste, Lobbyisten, Parteien, Unternehmen, Verbände, Staaten und Spekulanten betreiben Accounts, die scheinbar informieren – tatsächlich jedoch der blanken Manipulation dienen. Auch dieses Modell zerstört das Werbemodell, weil es für ein Unternehmen heute leicht möglich ist, über einen scheinbar unabhängigen, alternativen Kanal das Feld für kommerzielle Interessen zu bereiten.

Diese Entwicklung hat zu einem dramatischen Rückgang der Online-Werbung bei allen journalistischen Produkten geführt. Es ist für den Werbetreibenden billiger und effizienter, sich über verdeckte Kanäle an den Kunden heranzupirschen. Diese Möglichkeit hat bei vielen Unternehmen dazu geführt, dass sie ihren Druck auf die redaktionelle Berichterstattung der klassischen Medien erhöhen: Als die DWN vor einigen Jahren einmal kritisch über die verstaatlichte Commerzbank schrieben, hat die Bank uns am nächsten Tag die Werbung gestrichen. Der Verlust für die DWN über mehrere Jahre ist erheblich und geht in die hunderttausende Euro. Der Schaden kann in solchen Fällen natürlich nicht eingeklagt werden, weil sich die Schädiger in solchen Fällen stets hinter scheinbar formalen Argumenten verstecken können.

Auch ein anderes Werbeformat steht den DWN nicht offen: Viele Bundesministerien, öffentliche Stellen und Parteien verwenden Steuergelder, um Werbung in Medien zu schalten. Eine öffentliche, transparente Ausschreibung findet nicht statt. Es ist für ein kritisches Medium wie die DWN so gut wie unmöglich, an solche Etats zu kommen. Auch hier gibt es keinen Weg, eine leistungsgerechte und marktkonforme Verwendung der Steuergelder durchzusetzen: Staatliche Stellen reagieren in der Regel mit totaler Gesprächsverweigerung – von Buchungen ganz zu schweigen.

All diese Umstände stellen die Medien – und es betrifft beileibe nicht nur die DWN – vor die zentrale Frage: Gibt es eine Nachfrage für unser Angebot? Wir richten diese Frage ganz offen an Sie, liebe Leserinnen und Leser: Sie sind die einzigen, die wirklich ein Interesse an einer gedeihlichen Zukunft der DWN haben – und zwar ausdrücklich als Medium, das kritisch und völlig unabhängig berichtet. Vor dem Hintergrund der oben beschriebenen, dramatisch gestiegenen Präsenz von PR, Spin-Doktorei und Desinfomation ist die kritische und unabhängige Berichterstattung noch aufwändiger geworden: Alle wichtigen Dokumente im Finanzsektor sind auf Englisch. Die meisten EU-Papiere sind im EU-Englisch. Über den Syrien-Krieg kann man nur berichten, wenn man arabische und türkische Quellen im Original lesen kann. Für eine fundierte Europa-Berichterstattung muss man 27 Sprachen beherrschen – und nicht nur das: Man muss ein Team vorhalten, dass mit dem politischen und kulturellen Kontext dieser Länder vertraut ist, um einzuordnen was die sprachlichen Botschaften faktisch bedeuten. Zum Glück haben wir in unserem Team auch Kollegen, die fließend Russisch sprechen und so einen wichtigen Teil der europäischen Berichterstattung abdecken.

Diese Kosten entstehen meist in Bereichen, für die es weder Werbung noch politische Unterstützung gibt: Wer will schon Artikel über Geopolitik, Zentralbanken, Rohstoffe, Krieg, Korruption, Täuschung und Manipulation finanzieren? Das Kerngeschäft der DWN sind aber nun einmal genau diese Themen an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Politik. Wir bringen keinen „leichten“ Themen, bei denen mal gelegentlich unauffällig etwas Schleichwerbung unterbringen kann.

Wir wollen an dieser Stelle ganz offen sein: Nur Sie, liebe Leserinnen und Leser, können die Zukunft der DWN sichern. Es ist eine Art publizistisches „Referendum“, dem wir uns unterziehen: Wir fragen Sie, ob Ihnen die DWN 7,99€ im Monat wert sind. Das Ergebnis ist offen. Es liegt in der Natur der Marktwirtschaft, dass es nicht in unserem Ermessen steht, das Ergebnis dieses „Referendums“ zu akzeptieren oder nicht. Finden sich nicht genug Abonnenten, dann gibt es eben auch keinen Markt für die DWN. Halten jedoch ausreichend Leser die DWN für eine wichtige Stimme in Deutschland, versetzen Sie uns mit Ihrem Abo in die Lage, diese Stimme kraftvoll zu erheben. Eine Demokratie braucht freie und unbestechliche Medien. Um nichts weniger geht es.

Wir bitten Sie sehr herzlich um Ihre Unterstützung.

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