OECD: Statt „Made in Germany“ muss es „Made in the World“ heißen

Die Globalisierung verwischt zunehmend die Möglichkeit, genau festzustellen, woher ein Produkt eigentlich kommt. Das deutsche Gütesiegel ist ein Etiketten-Schwindel, meint die OECD. Auch die Handelsbilanzen werden durch die Fertigung in vielen Ländern verfälscht.

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Nach der üblichen Handelsbilanzierung ist Frankreich der größte Hauptimporteur deutscher Produkte. OECD und WHO sehen jedoch die USA an der Spitze. (Grafik: OECD)

Nach der üblichen Handelsbilanzierung ist Frankreich der größte Hauptimporteur deutscher Produkte. OECD und WHO sehen jedoch die USA an der Spitze. (Grafik: OECD)

Die Aufschriften „Made in Germany“ oder „Made in China“ machen heute kaum noch Sinn – weil man die Herkunft der meisten Produkte nicht mehr zuordnen kann. Die hat eine aktuelle Studie der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Welthandelsorganisation (WHO) ergeben. Viele Güter und Dienstleistungen müssten heute eigentlich das Label „Made in the World“ tragen, sagte OECD-Chef Angel Gurría. Ein radikales Umdenken in Bezug auf den internationalen Handel sei notwendig.

Die traditionellen Handelsdaten ordnen etwa die Verkäufe von in München fertiggestellten BMWs in die USA vollständig den deutschen Exporten zu. Doch kommen dabei viele Bauteile aus dem Ausland. Die Studie betrachtet daher bei ihrer Analyse der internationalen Handelsbeziehungen nur die Exporte des tatsächlich in dem entsprechenden Land hinzugefügten Werts.

Auf diese Weise kommen OECD und WHO zu dem Ergebnis, dass etwa ein Drittel des Wertes von in Deutschland hergestellten Fahrzeugen dem Ausland zuzuordnen ist. Zudem exportiere Deutschland eigentlich mehr Dienstleitungen als Industriegüter. Und der größte Handelspartner der Deutschen sei nicht etwa Frankreich, wie die offiziellen Zahlen nahelegen, sondern die USA.

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