Schuldenkrise: Auch in Österreich steigt die Arbeitslosigkeit

Nur 0,4 Prozent Wachstum im Jahr 2012 und die ersten Sparmaßnahmen machen nun auch Österreich zu schaffen. Damit droht auch Österreich in den Strudel der Euro-Krise zu geraten.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die anhaltende Schuldenkrise in der Eurozone und die damit verbundenen Sparmaßnahmen bremsen das Wirtschaftswachstum in Österreich deutlich. Einer aktuellen Prognose des Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo) zufolge wird Österreichs Wirtschaft dieses Jahr lediglich um 0,4 Prozent wachsen. Auch im Jahr 2013 wird das Wachstum nicht über 1,4 Prozent hinauskommen. Noch im vergangenen Jahr betrug das Wachstum 3,1 Prozent.

Wesentlich dafür verantwortlich ist der Rückgang der Nachfrage aus anderen EU-Ländern. Die Sparmaßnahmen in Italien, dem zweitwichtigsten Absatzmarkt für österreichische Produkte, wird auch im kommenden Jahr den Handel belasten. Mit Ungarn hat ein weiterer wichtiger Handelspartner Österreichs massive wirtschaftliche Probleme. Dies wird im kommenden Jahr das Wirtschaftswachstum deutlich geringer ausfallen lassen, als bei den letzten Prognosen angenommen.

Konjunkturklima Anfang 2012: Österreichs Wirtschaftswachstum hängt besonders von seinen angeschlagenen Nachbarn Italien und Ungarn ab. (Grafik: Wifo)

Konjunkturklima Anfang 2012: Österreichs Wirtschaftswachstum hängt besonders von seinen angeschlagenen Nachbarn Italien und Ungarn ab. (Grafik: Wifo)

Auch wenn sich Wirtschaftsverbände optimistisch zeigten, warnte die Österreichische Nationalbank davor, das Land würde im letzten Quartal 2012 nur knapp einem negativen Wachstum entgehen. Den Schätzungen der OeNB zufolge, wird die Wirtschaft in den letzen Monaten dieses Jahres mit 0,1 Prozent kaum wachsen.

Während das Wirtschaftswachstum sinkt, wird die Arbeitslosigkeit in Österreich in diesem Jahr steigen. Noch in der vergangenen Woche hatte Österreich die geringste Arbeitslosigkeit in der EU ausgewiesen. Zahlen der EU-Behörde für Statistik (Eurostat) zufolge hatte Österreich im Februar dieses Jahres eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent und damit im Vergleich die wenigsten Arbeitslosen in Europa. Das Wifo geht aufgrund der Konjunkturabschwächung allerdings von einer Arbeitslosigkeit von 7,1 Prozent über das gesamte Jahr gesehen aus. Das entspricht einem Wachstum der Arbeitslosigkeit von 0,4 Prozent gegenüber dem Jahr 2011. Auch für das Jahr 2013 kann kein Anstieg der Arbeitslosigkeit ausgeschlossen werden.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick