Venizelos: Griechenland muss auch über Euro-Austritt nachdenken

Im griechischen Wahlkampf denkt der ehemalige Finanzminister Evangelos Venizelos und nunmehrige PASOK-Chef erstmals über einen Euro-Austritt Griechenlands nach. Einen solchen kategorisch auszuschließen sein eine „Fehlkonzeption“.

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Evangelos Venizelos, der im Auftrag der Troika aus EU, EZB und IWF den griechischen Schuldenschnitt durchgeführt hatte, versucht im Endspurt des Wahlkampfs nun auch das von ihm bisher als undenkbar Ausgeschlossene als Möglichkeit darzustellen – nämlich den Austritt Griechenlands aus der Währungsunion. In einem Interview mit dem Guardian sagte Venizelos: „Es gibt verschiedene Fehlkonzeptionen, die mir Sorge bereiten. Zum Beispiel die Fehlkonzeption dass, was auch immer passiert, wir nicht aus dem Euro austreten werden.“ Venizelos erwartet, dass die griechische Wahl erst in den kommenden Tagen entschieden wird, es gäbe noch viele Unentschlossene. Die Griechen litten unter den Arbeitsmarktreformen und Rentenkürzungen und seien daher versucht, Parteien zu wählen, die „etwas anderes wollen als Sicherheit und Stabilität“. Wenn sich diese Parteien durchsetzten, werde es in Europa noch weitere Turbulenzen geben.

Mit seinen Euro-kritischen Aussagen versucht Venizelos vor allem, den kleineren Parteien den Wind aus den Segeln zu nehmen. Denn tatsächlich war es die PASOK, die sowohl für die mangelnden Reformen als auch für das Brüsseler Diktat zum Sparen maßgeblich die Verantwortung trägt. In Brüssel setzt man vor allem auf PASOK unter der Führung von Venizelos, damit das Programm der Troika in der ursprünglich vereinbarten Weise fortgeführt werden kann.

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