Italien: Monti will offene Rechnungen nicht mehr als Schulden ausweisen

Mario Monti kommt mit einem neuen Vorschlag nach Brüssel: Er will das Defizit der Italiener mit einem brillanten Trick aus der Welt schaffen. Offene Rechnungen an Unternehmen sollen rausgerechnet werden. Dann könne man die Rechnungen bezahlen, indem man neue Schulden aufnimmt.

Ihren XING-Kontakten zeigen

Mario Monti bekommt sein Defizit offenbar mit normalen Mitteln nicht mehr unter Kontrolle. Als Goldman Sachs-Mann möchte er das Problem daher mit einem Buchhalter-Trick lösen. Der italienische Premier will, dass offene Rechnungen nicht mehr zum Staatsdefizit gezählt werden. So könnte Italien künftig noch mehr Schulden aufnehmen, um für Aufträge bei Unternehmen zahlen zu können. Schulden die Staaten bei privaten Unternehmen haben, sollen künftig von der Berechnung des Maastricht-Defizits ausgenommen sein.

Einem Bericht der Zeitung La Repubblica zufolge wird Monti einen entsprechenden Vorschlag beim nächsten Treffen der europäischen Regierungschefs einbringen. Bei den Berechnungen, ob ein Staat die Maastricht-Kriterien für die Verschuldung erfüllt, sollen Schulden gegenüber Unternehmen nicht mehr miteinbezogen werden.

Dies würde vor allem Italien entlasten: Es hat mit 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes die zweithöchste Verschuldung in Europa. Italien schuldet Unternehmen aktuell 60 Milliarden Euro. Würde diese Summe aus der Berechnung der Staatsschuld tatsächlich wegfallen, würde das den Staat erheblich entlasten.

So soll es hoch verschuldeten Staaten erleichtert werden, sich über den Anleihenmarkt zu finanzieren. Bisher verzögern sich in Italien die Zahlungen an Unternehmen teilweise um Jahre, weil die massive Staatsverschuldung es nicht erlaubt, weitere Schulden aufzunehmen, um offene Rechnungen bezahlen zu können. Würden diese rechnerisch den Haushalt nicht mehr belasten, wäre es einfacher, dafür neue Anleihen aufzunehmen – so der Plan von Monti.

Kommentare

Dieser Artikel hat 35 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. Wutbürger sagt:

    Als nächsten Schritt werden “offene Anleichen” nicht mehr als Schulden gewertet.

  2. Knutsch sagt:

    Worüber regen sich denn alle hier so auf ??
    Monti ist der Handlanger von Merkel. Aber keiner regt sich über diese “Dame” auf; und noch schlimmer. IHR alle hier habt Sie auch noch in Amt und Würde gebracht. Aber hier auf den Putz hauen. Typisch Deutsch……….

    Übrigens. Was Ackermänchen mit der DB recht ist, kann Monti doch nur billig sein. Die Banken machen es doch schon seit Jahren so……….

  3. Christel Jungbluth sagt:

    Buchhaltertrick? Unser Finanzminister macht aus Schulden ein “SONDERVERMÖGEN”

    Glaubt Ihr nicht? Hier einsehbar. Deutsche Erfindung?

    Wie Schulden zu Vermögen werden

    http://www.tagesschau.de/inland/schattenhaushalt110.html