Griechenland: Medikamente nur noch gegen Barzahlung

Weil die staatliche Krankenkasse bei den Apotheken Schulden in Millionenhöhe hat, weigern sich die Apotheken in Griechenland, Rezepte auf Krankenschein anzunehmen. Die Patienten müssen bar zahlen und danach versuchen, sich das Geld vom Staat wiederzuholen.

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Der griechische Apothekerverband hat am Mittwoch beschlossen, seinen Protest gegen die staatlichen Gesundheitsbehörden fortzusetzen. Demnach müssen Patienten ihre Medikamente ausnahmslos bar bezahlen. Sie können dann versuchen, die Rechnungen beim staatlichen Gesundheitsdienst einzureichen, um die Beträge ersetzt zu bekommen.

Die staatliche Krankenkasse EOPYY schuldet den Apotheken weiterhin 70 Millionen Euro. Das betrifft Medikamente, die die Versicherten im März aus den Apotheken geholt haben. Die Apotheker wollen Krankenscheine erst wieder akzeptieren, wenn die EOPYY ihre Schulden bezahlt hat.

Die Regierung hatte die Apotheken ersucht, einem Schulden-Moratorium bis zum 15. Juni zuzustimmen. Weil aber im April weitere Millionenschulden aufgelaufen sind und die Apotheken nicht wissen, warum sich die Situation einen Tag nach den Wahlen bessern soll, haben sie den Vorschlag abgelehnt. Sie haben allen Grund zur Vorsicht: Der Staat schuldet den Apotheken noch 250 Millionen Euro, weil im Zuge einer Strukturreform der Krankenkassen im Jahre 2011 zahlreiche Patienten auf Kredit bedient wurden.

Auch die Krankenhäuser reagieren auf die Misere: Sie bauen kein neuen Lagerbestände auf, weil ihnen selbst das Geld fehlt und weil sie ebenfalls nicht wissen, ob sie ihre Ausgaben von der EOPPY ersetzt bekommen.

Daher herrscht mittlerweile auch ein Mangel an Medikamenten zur Krebsbekämpfung, gegen Bluthochdruck und Herzkrankheiten.

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