Griechenland: Rückkehr zum Anleihenmarkt nicht vor 2017

Trotz einer neuen Regierung und möglichen zeitlichen Lockerungen bei der Umsetzung der Sparmaßnahmen sehen internationale Investoren eine Verzögerung bei der Rückkehr Griechenlands an den Anleihenmarkt. Selbst mit einem dritten Bailout oder einem erneuten Schuldenschnitt rechnen viele.

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Es ist nicht einfach, die internationalen Investoren davon zu überzeugen, dass sich die Eurozone einer Lösung der Schuldenkrise nähert. Trotz einer relativ schnell gebildeten Regierung und einigen Anzeichen, dass zur Erfüllung der Forderungen für das Rettungspaket mehr Zeit eingeräumt werden könnte, sehen die internationalen Investoren wenige Chancen für Griechenland.

20 Finanzinstitute, die sich mit dem Handel von Staatsschulden beschäftigen, wurden von Bloomberg bezüglich einer möglichen Rückkehr Griechenlands an den Anleihenmarkt befragt. Fünf der 20 befragten Unternehmen gaben, dass Griechenland frühestens im Jahr 2015 an den Markt zurückkehren kann. Beispielsweise zehn der Investoren rechnen frühestens 2017 mit einer Rückkehr und drei gaben sogar an, dass das Land erst in zehn Jahren seine eigenen Schuldtitel wieder verkaufen könnte. Im Schnitt lag die Prognose bei einem Minimum von weiteren fünf Jahren, in denen das Land keinen Zugang zum Anleihenmarkt erhalten werde.

„Die Herausforderungen für Griechenland sind weiterhin sehr groß“, sagte Jamie Searle von Citigroup Inc. in London. „Das einzige, was das Vertrauen der Investoren wieder erlangen könnte, ist etwas, das wie eine fiskalische Union funktioniert“, erklärt John Wraith von der Bank of America Merrill Lynch in London. „Die Anleger haben das Konzept einer Union, die nicht über einen Finanzausgleich verfügt, aber die Zins-und Währungsrisiken miteinander teilt, aufgegeben.“
Zuletzt hatte Griechenland am Markt im März 2010 Anleihen verkauft. Zwar lag die durchschnittliche Rendite für zehnjährige Anleihen am Montag bei 27,71 Prozent, nachdem sie im März ein Rekordhoch von 44 Prozent erreichte, aber noch immer sind die Zinssätze mindestens 20 Prozentpunkte über dem Niveau, das es gerade noch erlauben würde, Schuldtitel zu emittieren.

Die EU-Kommission erwartet zudem ein Ansteigen der Schulden von derzeit 161 Prozent des BIP auf 168 Prozent im nächsten Jahr und ein Schrumpfen der Wirtschaft um 4,7 Prozent. Im kommenden Jahr wird mit einem Null-Wachstum gerechnet. Beamte aus dem Umfeld der befragten Finanzinstitute, die nicht explizit genannt werden wollen, gehen sogar davonaus, dass Griechenland ein drittes Rettungspaket oder einen weiteren Schuldenschnitt benötigen würde, um das Defizit auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. „Das Land ist immer noch insolvent und es gibt wenig Fortschritt auf dem Weg der Haushaltskonsolidierung und des Wachstums“, sagte Piero Ghezzi von Barclays Capital.

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