Deutsche Industrie: Aufträge brechen ein

Im Juli sind die die Aufträge sowohl in der deutschen Industrie als auch im Dienstleistungssektor so stark wie zuletzt vor drei Jahren zurückgegangen. Besonders die deutsche Industrie ist angeschlagen. Die Exportbestellungen sind rapide eingebrochen. Die Aussichten für die nächsten Monate sind alles andere als gut.

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Den dritten Monat in Folge ist die deutsche Privatwirtschaft im Juli geschrumpft, wie der Markit Flash Deutschland Composite Index Produktion zeigt. Dieser sank um 0,8 Punkte auf 47,3 – also weiterhin unter der 50-Punkte-Grenze, die Wachstum bedeutet. „Unsere Juli-Daten verdeutlichen, dass sich die Lage der deutschen Privatwirtschaft im Vergleich zum ersten Halbjahr 2012 rapide verschlechtert hat“, beurteilt Tim Moore von Markit die aktuelle Lage. In der Krise stecke vor allem die Industrie.

Die Lage der deutschen Privatwirtschaft hat sich im Vergleich zum ersten Halbjahr rapide verschlechtert (Grafik: Markit)

Die Lage der deutschen Privatwirtschaft hat sich im Vergleich zum ersten Halbjahr rapide verschlechtert (Grafik: Markit)

Die Rezession in der Eurozone aber auch die Abschwächung der chinesischen Wirtschaft haben bereits in den vergangenen Monaten für eine Flaute in der deutschen Privatwirtschaft gesorgt. Entsprechend wurde die Industrieproduktion im Juli so stark zurückgefahren wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Dieser Trend wird sich fortsetzen: Sowohl im Industrie- als auch im Service-Bereich waren die Verluste bei den Auftragseingängen noch deutlicher ausgefallen als im Juni. Die Industrie verbuchte den stärksten Rückgang der Exportbestellungen seit Mai 2009. „Wegen der sich verschärfenden Auftragsmisere könnte das BIP im laufenden Vierteljahr sogar noch stärker schrumpfen als im Schlussquartal 2011 mit 0.2%“, warnt Tim Moore. Dass die Kosten so langsam gestiegen sind wie seit gut zweieinhalb Jahren nicht mehr, sei momentan die wichtigste positive Entwicklung.

 

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