Deutschland: Auftragseinbruch der Industrie doppelt so hoch wie erwartet

Die Aufträge an die deutsche Industrie sind im August doppelt so stark zurückgegangen. Aufgrund der schwachen Binnennachfrage ist ein Wachstum der deutschen Wirtschaft für 2012 unwahrscheinlich. Investitions- und Konsumgüter sind besonders stark rückläufig. Die Angst vor dem Zusammenbruch des Euro verhindert Investitionen.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Aktuell: Griechenland: Massenproteste für Angela Merkels Besuch angekündigt

Die deutsche Industrie muss im August im Vergleich zum Vormonat schwerwiegende Auftragsverluste verkraften. Gemäß der wirtschaftlichen Entwicklung wurden von Experten Auftragsrückgänge in Höhe von bis zu 0,5 Prozent erwartet. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie enthüllte nun allerdings ein mehr als doppelt so hohes Auftragsminus von 1,3 Prozent.

Für eine Erklärung dieses Ergebnisses macht das Bundesministerium den Rückgang der Großaufträge vor allem aus Deutschland verantwortlich: „Der Umfang an Großaufträgen war im August deutlich unterdurchschnittlich. Der Nachfragerückgang war auf die schwache Inlandsnachfrage zurückzuführen, die mit einem Minus von 3,0 % zu Buche schlug“. Besorgniserregend ist auch der Auftragsrückgang von Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen um drei Prozent (mehr hier). Bereits am Donnerstag hatte der Autobauer Daimler einen Absatzeinbruch vermelden müssen (hier). Die Nachfrage nach Konsumgütern schwächte sich ebenfalls ab (0,7%).

Die hohe Unsicherheit im Zuge der Eurokrise ist verantwortlich dafür, dass Unternehmen sich vorerst mit größeren Investitionsvorhaben zurückhalten. Die Angst vor dem Ende des Euro dämpft Investitionsanreize, die wichtig wären für den Beginn eines ökonomischen Aufschwungs. Das Bundesministerium bezeichnet die rückläufigen Bestellungen in einem schwachen ökonomischen Umfeld als erwartungsgemäß. „Gleichwohl zeichnet sich ein stärkerer Rückgang der ökonomischen Aktivität derzeit nicht ab.“ In diesem Zusammenhang spricht man allerdings nur von zurückhaltenden Entwicklungen. Experten gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in 2012 nicht oder nur noch geringfügig wachsen wird (mehr hier).

Weitere Informationen:
Think Tank: „Zentralisierung von Macht ist anti-europäisch“
Griechenland: Ex-Minister begeht Selbstmord
Angst vor Mega-Crash: Mysteriöse Vorgänge bei Morgan Stanley

*** Bestellen Sie den täglichen Newsletter der Deutschen Wirtschafts Nachrichten: Die wichtigsten aktuellen News und die exklusiven Stories bereits am frühen Morgen. Verschaffen Sie sich einen Informations-Vorsprung. Anmeldung zum Gratis-Newsletter hier. ***


media-fastclick media-fastclick