Keine Kinder mehr: Die Spanier sterben aus

Spaniens Bevölkerung schrumpft erstmals seit 40 Jahren. Auswanderungen und niedrige Geburtenraten belasten das schuldengeplagte Land und dürfte die wirtschaftliche Krise weiter verschärfen.

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Bevölkerungsentwicklung in Spanien von 1981 bis 2051. (Grafik: Instituto Nacional de Estadística)

Bevölkerungsentwicklung in Spanien von 1981 bis 2051. (Grafik: Instituto Nacional de Estadística)

Erneut schlechte Neuigkeiten für Spanien: die Schuldenkrise hat zu einem Rückgang der Geburtenraten und Massenauswanderungen geführt. Dadurch wird Spaniens Bevölkerung dieses Jahr zum ersten Mal seit über 40 Jahren schrumpfen. Der Trend wird sich fortsetzen. Einem Bericht des spanischen Statistikamtes zufolge wird die Gesamtbevölkerung bis zum Jahr 2051 um zehn Prozent schrumpfen (Originalbericht hier).

Die Menschen in Spanien sehen keine Perspektive mehr für Wohlstand und ein erfülltes Familienleben. Die Sozialleistungen und die Löhne wurden im Zuge der Schuldenkrise drastisch gekürzt, ebenso wie die Renten. Die hohe Steuerlast lässt den Spaniern kaum Spielraum für die Planung einer Familie mit einem oder mehreren Kindern. Die Arbeitslosigkeit liegt bei über 25 Prozent. Mehr als jeder zweite Jugendliche hat keinen Job. Die Selbstmordrate ist so hoch wie nie zuvor.

Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit ist das größte Problem in Spanien. Unternehmensgründungen sind mit einer hohen Steuerbelastung versehen und gehen daher zurück. Die Regierung hofft nun auf Investitionen aus den ehemaligen Kolonien. Premierminister Mariano Rajoy weigert sich jedoch weiterhin, einen Hilfsantrag bei der EU zu stellen, der das Land dazu legitimieren würde, finanzielle Mittel aus dem ESM in Anspruch zu nehmen.

Schon in zehn Jahren wird es eine Millionen Spanier weniger geben. In Zusammenhang mit der gestiegenen Lebenserwartung und den hohen Auswanderungen steuert Spanien auf eine dramatische, demografische Entwicklung zu.

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