Irland: Zusammenstöße von Polizei und Anti-Sparkurs-Demo

Die nächsten Sparmaßnahmen in Irland kosten Familien 1.000 Euro pro Jahr. Die Polizei liefert sich Kämpfe mit den Protestierenden. Der nächste Sparplan der Regierung trifft alle Bevölkerungsschichten unerwartet hart. Familien und Hausbesitzer sind besonders betroffen.

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In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ist es in Dublin erneut zu gewalttätigen Zusammenstößen  von Anti-Sparkurs-Demonstranten mit der irischen Polizei gekommen. Vereinzelt kam es zu Festnahmen. Die Sicherheitskräfte versuchten, mit massiver Präsenz, eine Eskalation der aggressiven Stimmung zu vermeiden.

Irland hatte vorher seinen neuen Haushaltsentwurf vorgestellt, der drastische Kürzungen für Familien bedeutet. Pro Jahr müssen die Familien auf rund 1.000 Euro verzichten, wie der Independent berichtet. Die Regierung erhofft sich dadurch Mehreinnahmen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro.

Irland ist eines der wenigen zahlungsschwachen Länder in der europäischen Schuldenkrise, das noch ein leichtes Wachstum vorweisen kann. Angesichts der angespannten Situation bleibt der Regierung jedoch nichts anderes übrig, als das Haushaltsdefizit weiter durch Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen zu reduzieren (mehr hier).

Die Steuern auf Strom, Telefon und Benzin werden wieder angehoben. Es gibt keine Bevölkerungsschicht, die nicht von der Sparpolitik betroffen wäre. Besonders die Besteuerung des Mutterschaftsgeldes sorgt für Unmut in der Bevölkerung, ist aber nur eine der zahlreichen Einschnitte bei den Sozialleistungen.

Auch die Hausbesitzer werden für ihr Eigentum zur Kasse gebeten. Nachdem die Immobilienblase im Jahr 2007 in Irland geplatzt ist, sitzen viele Hausbesitzer auf Hypotheken, dessen Höhe den Wert ihrer Immobilie teilweise um das Doppelte übersteigt. Auf diese Immobilien will der der irische Finanzminister Michael Noonan jetzt auch noch die Steuern erhöhen. Durch diese Maßnahme sollen nächstes Jahr rund 250 Millionen Euro in die Staatskassen gespült werden.

„Diese Steuer wird viele Hausbesitzer in Irland über den Abgrund treiben“, sagte David Hall, Chef des Verbandes Irish Mortgage Holders Organisation der FT. „Es gibt schon über 170.000 Menschen in Irland, die ihre Hypotheken nicht zahlen können. Diese Steuer schafft nur noch mehr Schwierigkeiten.“

Kommentare

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    • jay twelve sagt:

      @Bernd, Moment mal, so schwarz ist es mit den gesunden Geistern in der EU noch nicht.

      In Universum kann es kein Problem geben, für dem es keine patente Lösung gibt.

      Die Flinte ins Korn werfen, ist die Devise der Feiglingen, die von Panik erfasst, die Weite suchen weil sie nicht im Stande sind sich etwas Geistreiches einfallen.

      Zweifelsohne, die Schurken sitzen in der Klemme, daher lassen sie sich allerlei Panik-Schwachsinn einfallen, das dann von Feiglingen als Realität empfunden wird. Etwas Distanz zu dem geglaubten Horrorszenario ist erforderlich, um die Wasserschlangen von den Klapperschlangen zu unterscheiden.

      Wenn man aber cool-nüchtern die Lage analysiert, stellt man fest, die Schurken verbreiten Panik weil sie selbst in Panik sind.

      Gewiss, es dauert etwas länger, ehe die Flutwellen die Sandschlösser der Schurken wegwaschen, aber wenn man weiß, dass das ganze auf Sand gebaut ist, braucht man nur etwas Geduld mit eine Prise Humor, die Panikzeiten zu überstehen.

      Ihr kennt Euch in Eure Heimat unvergleichbar besser aus als wo anderes.
      Statt zu rennen, holt Eurer Bares ins Haus uns schaut genüsslich zu wie die Dürre im Tresor der Banken, die sonst NICHTS anderes vorzuweisen haben, das Rennen der Bankangestellten ins Schwung bringt.

      Ohne Euer Geld und Fleiß, sind die Schurken NULL & NICHTS.

    • Parsifal sagt:

      “Können ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen…”: nur eine notwendige Marktbereinigung, wenn auch die Armen zu Hausbesitzern wurden!

    • icke-och-noch sagt:

      Aus diesen Worten spricht wahrer Heldenmut …
      Irgendjemand wird sicherlich stolz auf dich sein.

    • Andrea sagt:

      Hallo Bernd,
      Du bist einer der wenigen, die erkannt haben, was läuft. Die meisten glauben immer noch, sie müssten eine Partei wählen und dann wird es besser. Die Masse der Deutschen erinnert sich noch an die Zeiten der Demokratie und will die Katastrophe der Gegenwart nicht wahr haben. Sie müssten zusammen stehen wie eine Wand, nicht zu Tausenden sondern Millionen zur gleichen Zeit in allen Ländern, dann würden es die Herrschenden sich vielleicht überlegen und die Aktion NWO verschieben, denn eine “Lukrative Alternative” für Macht gibt es nicht, nur Menschlichkeit und für die sind diese … nicht mehr empfänglich. Wo kann man hin?
      Hier finde ich nicht einmal mehr einen mutigen Verlag, der meinen kritischen Roman druckt.
      Alles Glück das Du brauchst für Dich.

    • brig sagt:

      Du hast das gut erkannt und richtig gemacht!