Der Volks-Apfel: China liefert die erste echte Apple-Kopie

Das iPhone zu erschwinglichen Preisen: Das Unternehmen Xiamo Technology setzt auf kleine Verkaufszahlen und günstige Preise. Von dem den Apple-Produkten täuschend ähnlichen Modell konnten so seit Verkaufsstart im Oktober bereits 300.000 Exemplare verkauft werden.

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Im April 2010 wurde der chinesische Smartphone-Hersteller Xiamo Technology gegründet und schon jetzt liegt der Marktwert des Unternehmens bei vier Milliarden Dollar. Die Produkte des Smartphone-Herstellers haben in China einen ähnlichen Kultstatus wie die Apple-Geräte weltweit – dank der nachgeahmten Marketingstrategie, die bisher gut aufgegangen ist. Der Gründer von Xiamo Technology Lei Jun Kleider kleidet sich wie der verstorbene Steve Jobs in Jeans und schwarzen Pullover. „Chinas Medien sagen, ich bin Chinas Steve Jobs,” sagte Lei Reuters. „Ich sehe das als Kompliment, aber dieser Vergleich setzt uns auch unter enormen Druck”.

In Jeans und mit schwarzem T-Shirt präsentiert Firmengründer Lei Jun Kleider vor hunderten Fans das neue Smartphone von Xiamo Technology (Screenshot).

In Jeans und mit schwarzem T-Shirt präsentiert Firmengründer Lei Jun Kleider vor hunderten Fans das neue Smartphone von Xiamo Technology (Screenshot).

Teil der Marketing-Strategie ist vor allem auch die Exklusivität, die Xiamo Technologys Handys vermitteln. Über Chinas twitterähnliche Plattform Weibo werden kleine Informationshäppchen gestreut und auf Termine für den Verkaufsstart eines neues Produktes hingewiesen. Das Unternehmen agiert im Internet und vertreibt hier auch die meisten seiner Smartphones. Zur Exklusivität trägt auch die zunächst kleine Anzahl der neuen Smartphones beim Verkaufsstart bei. Die erste Charge der am 30. Oktober auf den Markt gebrachten Handys lag bei lediglich 50.000 und war in weniger als zwei Minuten ausverkauft. Insgesamt gingen seit Oktober bereits 300.000 des neuen Smartphone-Modells über die digitale Ladentheke. Das Xiamo Phone 2 ist technisch dem Samsung Galaxy S3 und dem iPhone5 von Apple sehr nah. Es kostet aber lediglich 370 Dollar, also in etwa halb so viel wie das vergleichbare Apple-Produkt.

Seit dem ersten Verkauf von Smartphones im Oktober vergangenen Jahres hat das Unternehmen bis jetzt fast sieben Millionen Handys verkauft. „Ich denke, in dieser Branche ist die Liebe von Ihren Kunden das Wichtigste“, so Lei. „Wenn du bei deinem Kunden beliebt bist, wirst du Erfolg haben“. In diesem Jahr wird insgesamt ein Umsatz von nahezu zwei Milliarden Dollar erwartet. Die Chancen für Xiamo Technology sind nicht schlecht. China ist interessanter und lukrativer Smartphone-Markt: Nach 78 Millionen verkauften Smartphones im vergangenen Jahr, werden es in diesem Jahr zwischen 165 und 170 Millionen sein.

Kommentare

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    • General-Investigation sagt:

      Dann warten wir doch mal ab, wann die Technologiediebe aus den USA die Chinesen verklagen und verhindern wollen, das diese Telefone in Europa und USA verkauft werden dürfen. Wir wissen ja, was zwei machen, ist lange nicht das gleiche (oder war es das selbe?).

    • Michel Ungefragt sagt:

      Was machen die Chinesen, wenn der Westen ruiniert ist und sie nichts mehr kopieren können?
      Ich glaube, dann ist die Globalisierung beendet.

      • Retep Vessel sagt:

        dann werden die leute im westen die rohstoffe aus der erde kratzen und nach china verschiffen. dort werden sie dann in produkte münden die sich heute im westen noch keiner vorzustellen vermag. nach 100-400 jahren wird sich dann das blatt wieder wenden …. kreislauf … eben …

    • bcc - blind carbon copy sagt:

      Über 1000 Millionen Chinesen haben aus Unmengen von Stahlbeton einen riesigen Staudamm gebaut, Chapeau! Ansonsten kann man bisher nur sagen, dass der Menschen-Berg kreißte und ein paar Mäuse gebar. Weit und breit kein Kopernikus, Gutenberg, Kepler, Goethe, Mozart, Beethoven, Daimler, Diesel, Bosch, Einstein, von Ardenne, von Ohain, von Braun, Hahn, Zuse, Hell usw. usw. usw. zu sehen. Alles wurde und wird nur abgekupfert und zum Teil verschlimmbessert. Ich vertraue darauf, dass etwas Besseres als die Geräte von Apple wieder aus den USA kommen wird (Deutschland ist leider, wie auch im Fußball, gern 2. Sieger).

      • Gutenberg sagt:

        Ohne chinesisches Papier hätte ich keine Bücher drucken können! Und auch Meissner Porzellan eine Kopie des chinesischen.

        • bcc - blind carbon copy sagt:

          Wer Wikipedia lesen kann, ist echt im Vorteil.

          1) Papier: Erfunden von den Ägyptern, in Mengen produziert von den Griechen, Jahrhunderte vor den Chinesen! Zwar gilt der Chinese Cai Lun als “Erfinder des Papiers”, weil er 105 n. Chr. die Produktionsweise von Papier beschrieb, aber die Ägypter, Griechen und Römer haben Papier aus Papyrus schon viele Jahrhunderte vorher hergestellt, nicht die Chinesen! Außerdem wurde im 13 Jahrhundert Papier von Europäern maschinell hergestellt. Den Chinesen war diese Produktionsweise völlig unbekannt. Gutenberg druckte also nicht auf chinesischem Papier, denn das wäre ungeeignet gewesen, er druckte auf maschinell hergestelltem Papier sehr guter Qualität, das eine von den Chinesen völlig unabhängige Erfindung der Europäer war.

          2) Porzellan: Erfunden in China um 620 n. Chr., aber nur als eine Art Hart-Keramik. Neu und völlig unabhängig von China erfunden in Europa, und zwar Anfang des 18. Jahrhunderts im deutschen Meissen bei Dresden. Typisch für dieses dünne, echte Porzellan ist sein heller Klang.

    • Beunruhigter Deutscher Bürger sagt:

      Den Apple-Schrott braucht man weder als “echt”, noch als Kopie.
      Welches ist denn echt? Kommt doch beides aus China…..

      Überpflüssiger Elektroschrott halt!

    • beobachter sagt:

      War zu erwarten. Es gibt ja auch einen chinesischen Transrapid. Und demnächst chinesische VW, Mercedes, BMW….. Folgen der Produktionsverlagerung. Aber die Gewinne unser DAX-unternehmen stimmen (noch).

    • j.j.Rousseau sagt:

      Das ist erfreulich. Endlich bekommt der verfaulende Apfel Konkurrenz. Das sollte dem 3fach überteuerte Apfelmännchen einen Schuss Realitätssinn geben.

    • 1977-2013 sagt:

      Kurz vor “Internet ist = aus” wollte ich mir diesen Artikel noch geben – Danke für die Abwechslung, ich habe viel gelacht ;-)

    • argus germanicus sagt:

      „Wenn du bei deinem Kunden beliebt bist, wirst du Erfolg haben“

      …die Chinesen haben es begriffen, und der Westen braucht weder Zeter noch Mordio zu schreien, von Menschenrechtsverletzungen in China zu schwafeln oder Produktpiraterie anzuklagen, waren es doch die vaterlandslosen Gesellen des Westens, die China so richtig in den Sattel geholfen haben, indem sie aus reiner Profitgier immer mehr Industriefertigung und letztendlich gezwungener Maßen auch “no hau” dorthin ausgelagert haben !!!

      …”die Geister die ich rief”, lassen grüßen…

      • nicht von Bedeutung sagt:

        Nicht zu vergessen, dass weder England noch USA oder BRD sich viel um Patentrechte geschert haben, solange ihre Wirtschaft am Wachsen war.
        Und das ganze 19. Jhrdt. samt Opiumkrieg, Kolonialismus,…
        Wenn der “Westen” irgendeiner anderen Weltregion irgendwelche moralischen Predigen halten will, wäre die natürliche Reaktion schallendes Gelächter oder Gehässigkeit… Alles andere ist politisches Theater.