Hedge Fonds: Das beste Geschäft im Jahr 2012 waren Griechen-Bonds

Der Wille der EU-Regierungschefs, Griechenland trotz immenser Schulden und stetig wachsender Finanzhilfen im Euro zu halten, bescherte cleveren Spekulanten einen unglaublichen Gewinn. Wohingegen die sicheren deutschen Anleihen eher ein Minus-Geschäft waren.

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Die Schuldenkrise in der Eurozone hat in diesem Jahr gezeigt, wie wenig sich die wirtschaftliche Wirklichkeit an den Finanzmärkten widerspiegelt. Während Investoren, die Sicherheit in deutschen Staatsanleihen suchten, aufgrund der Inflation und Negativ-Zinsen sogar einen Verlust in Kauf nahmen, konnten einige Investoren massive Gewinne verbuchen. Ausgerechnet die griechischen Anleihen waren in diesem Jahr, zumindest einige Monate nach dem Schuldenschnitt ein Millionengeschäft. Anleger konnten mit den griechischen Bonds 20-Mal so viel verdienen als mit deutschen Anleihen.

Der Wert der hellenischen Anleihen stieg in diesem Jahr um 80 Prozent, wohingegen die deutschen Bonds nur ein Plus von 3,7 Prozent verbuchten. Der Wert spanischer Anleihen kletterte um 6,7 Prozent, wie der Index der Bank of Amerca zeigt. „Ein Großteil der Rallye beruhte eben nicht auf den wesentlichen Wirtschaftsdaten“, erklärt Gabriel Stern von Exotix Ltd Bloomberg. Immerhin befindet sich Griechenland seit Jahren in einer Rezession, die Verschuldung ist immens und noch immer ist eine wirkliche Staatspleite nicht abgewendet (hier).

Dennoch nutzten einige Investoren den drastisch gesunkenen Kurs der Anleihen nach dem Schuldenschnitt, um sich mit griechischen Bonds zu Spottpreisen einzudecken. Sie setzten auf den unbedingten Wille der europäischen Regierungschefs, Griechenland im Euro zu halten (auch, wenn sie immer mehr Geld ausgeben müssen – hier). Als bekannt wurde, dass die EU einen Schuldenrückkauf Griechenlands durchführen würde, stieg der Kurs der Anleihen entsprechend (hier). Ein amerikanischer Investor konnte dadurch einen Gewinn von 500 Millionen Euro verbuchen (mehr hier). Die verbesserte Kreditwürdigkeit nach dem begonnenen Schuldenrückkauf und die Genehmigung der nächsten Tranche für Griechenland setzen den Wertanstieg der griechischen Anleihen derzeit sogar fort.

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Kommentare

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    • Erik von Forell sagt:

      Wenn die unbedarften Euro-Planwirtschaftler gegen den Markt antreten, dann muss man sich nicht wundern, dass die Steuerzahler die Zeche bezahlen und die eigentlichn Betroffenen mit langen Gesichtern ins Nichts schauen.
      Gut gemacht Herr Schaeuble und Frau Merkel! Sie haben nicht mal die Grundzuege einer funktionierenden Europapolitik verstanden. Vielleicht ein bisschen Nachhilfeunterricht nehmen um 2013 wieder auf den richtigen, alternativlosen Weg zu gelangen. EuroZeugnis 2012: eine glatte Sechs! Setzen!

    • rundertischdgf sagt:

      Kein Wort des Bundespräsidenten zu den finanziellen Verwerfungen in der Eurozone in seiner Weihnachtsansprache. Zivilcourage sieht anders aus.

      http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/12/24/heiligabend-bundesprasident-gauck-ruft-zu-zivilcourage-auf/

    • jay twelve sagt:

      Zunächst einmal sollten wir uns dessen bewusst werden, dass die “Schuldenkrise” eine neue “Geschäftsidee” ist, die sich an der Dummheit der Regierenden aber auf Kosten der Steuerzahler mästet.

      Alleine die Erkenntnis dessen (ich hoffe sehr Merkel & Schäuble glotzen ahnungslos die Märkte-Shows), dass eine kriminelle Bande unbestraft mit Steuergelder Casino spielt, würde den Regierenden nach Adam Riesen reichen sofort radikale Maasnahmen zu ergreifen.

      Nun, da wir seit mindestens 4 Jahren auf eine radikale Reaktion der BRD-Regierung warten, sogar nachweisen können, dass die Regierung Merkel mit alle Macht die kriminell Bande unterstützt, wundert mich nicht dass der Bundesgeneralstaatsanwalt heute Abend mit seine Familie “Oh du Heilige” reinen Gewissen singt.

      Was lernen wir daraus?

      Wir müssen uns auch dessen bewusst werden, dass es gar keine BRD Regierung gibt.

      Wenn das so ist, dann ist kein Wunder, dass wir die Dummen sind.

      • Fred Feuerstein sagt:

        zu jay twelve:

        Ich möchte díe “Geschäftsidee” ein bisschen realistischer formulieren. Alles begann 2008/2009 mit einer ganz klaren, bald weltweiten Bankenkrise. Wobei Krise nicht das richtige Wort dafür ist, denn einige der ganz großen Banken standen am Abgrund und hätten nach allgemeinen Wirtschaftsregeln in den Konkurs geschickt werden müssen. Aber da dort, wo das große Geld ist, immer auch die höhere Intelligenz bzw. asoziale Elemente sich befinden, kam es wie es kommen mußte. Zumindest in Deutschland lief es so, dass Herr Ackermann (damals Chef der Deutschen Bank) Frau Merkl davon überzeugen konnte, dass man die Geschäftsbanken einfach nicht in die Pleite schicken kann. Der Staat muß hier einspringen um aus den Bankschulden Staatsschulden (besser Volksschulden) zu machen. Diese Wende wurde weitgehend von allen Ländern übernommen und daher muss heute beim Volk gespart werden, wo immer nur möglich. Am besten mit Vielfachbesteuerungen und außer Karft setzen der sozialen Einrichtungen. Gleichzeitig dürften die Banken den Politikern tolle Angebote gemacht haben, denn seither sind die CDU/SPD/FDP/GRÜNE sich einig und naschen am gemeinsamen Futtertrog, ohne zu murren, der vom Volk immer brav, nach Bedarf, befüllt wird. In Östrreich treten SPÖ/ÖVP schon seit langem gemeinsam wie Zwillinge auf. Man schwört darauf, dass man sich in Punkto Qualität einig ist. Banken und Politik haben sich vermählt (zum Schaden des Volkes). Dabei ist sehr interessant, das die einfachen Bürger es gar nicht glauben wollen – so Ahnungslos sind sie – dass Banken/Politik sich vor nichts fürchten muss, ihre Pläne umzusetzen. Man muss nur schauen, was die EU mit den über 500 Mill. Schafen in den letzten 4 Jahren gemacht hat und noch immer ist noch lange keine revolutionäre Veränderung in Sicht.

        Die große Frage ist, wie es den Wölfen immer wieder gelingt, dass Volk von der Gefährlichkeit der Schafe zu überzeugen ?

        • jay twelve sagt:

          @Fred F…, die Antwort lieferte der Bundes-Priesterliche-Präsident J. Gauck in seine Weihnachtsansprache. Die Baksters haben gedroht ein Weltkrieg zu entfalten, falls die Politiker die totale Plünderung der Bürger nicht zulassen.

          Daher haben wir derzeit FRIEDHOF-FRIEDEN in den Staatskassen.

          Sollen-dürfen wir es zulassen?

    • Michael sagt:

      Die turbulente Veranstaltung ist eine von Angst getriebene Hausse. Eine Panikblüte. Wenn rauskommt, das diese Nummer auch nur ein Sturm im Wasserglas war bricht der faule Zauber wieder in sich zusammen. Die Musik an den Börsen wurde nun mal nicht von der Österreichischen Schule der Nationalökonomie in Wien komponiert, sondern an der Wall-Street in New York. Nicht Walzer, sondern Musical, solange es sich um Börsen dreht.

      Frohe Weihnachten allerseits!

    • murksel sagt:

      Das beste Beispiel dafür, dass die korrupten deutschen Politmarionetten und EU-Politiker dafür sorgen,dass die Reichen bedient werden auf Kosten der europäischen Bürger.
      Die Europäer dürfen verhungern damit die Reichen leistungslos ihren Reichtum vermehren können.

    • lunar sagt:

      …clevere Spekulanten verdienen am Garaus den sie vorher eingefädelt haben.

      • propper sagt:

        @lunar:
        …einen Moment bitte.
        Diese “Spekulanten”, sind diejenigen, denen wir Kleinanleger unser Geld gegeben haben mit dem Auftrag es zu vermehren. Diese “Spekulanten” sind es auch, die sich die Kurzsichtigkeit oder soll ich sagen die Naivität der politischen Klasse zu nutzen macht, Kasse zu machen.
        Nicht die “Spekulanten” haben das eingefädelt sondern die Politik mit ihrer Idee ein vereintes Europa uns den Rachen hinunter zu stopfen. Wenn die Währungs- Schuldenunion nicht funktioniert ist es zuerst das Übel der Politik und nicht des Finanzmarktes.