Automobilindustrie in Europa: „Im Jahr 2013 hilft nur Beten!“

Im Jahr 2013 werden in China erstmals mehr Autos produziert werden als in Europa. Die Automobilindustrie stellt sich auf sehr schwierige Verhältnisse ein. Einzelne Industrie-Bosse klingen nach Endzeit-Stimmung.

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„Für den europäischen Automarkt kann man nur beten!“, sagt der Chef von Volvo, Håkan Samuelsson. Auch BMW-Chef Norbert Reithofer spricht vom Jahr 2013 als „sehr herausfordernd“. In einer Prognose von fünf Marktforschern für die FT zeichnet sich ab, dass China erstmals Europa als größter Autoproduzent der Welt überholen wird. Ist in den siebziger Jahren noch jedes zweite Auto der Welt von europäischen Förderbändern gekommen, ist der Anteil der Europäer seit 2001 um 35 Prozent geschrumpft. Im Jahr 2013 wird der Anteil der Europäer nur noch ein Fünftel der Weltproduktion ausmachen.

Chinas rasante Aufholjagd ist umso bemerkenswerter, als die Chinesen nicht nur mehr als die EU, sondern mehr als die EU, die Türkei und Russland gemeinsam produzieren werden. China produziert damit zehnmal mehr als noch im Jahr 2000.

Den europäischen Autoherstellern dürfte auch der chinesische Markt selbst Sorgen bereiten. Denn trotz der Präsenz dort wird es für die europäischen Unternehmen immer schwerer, Profite zu erwirtschaften. Scott Corwin von Booz & Co. sagte der FT, dass der Preiskampf in China intensiver wird. Das Land brauche vor allem viele kleine Autos, bei denen die Margen in der Regel deutlich geringer sind als im Luxussegment.

Mit dieser Entwicklung könnte die europäische Autoindustrie jene Realität einholen, die schon die Eisenbahnindustrie zu Kenntnis nehmen musste: Die Franzosen hatten vor einigen Jahren ein Joint Venture mit den Chinesen geschlossen, um den Hochgeschwindigkeitszug TGV in China zu positionieren. Die Chinesen haben sich das das Know How angeeignet, weil der Vertrag mit den Franzosen dies ausdrücklich vorgesehen hatte. Heute dominieren chinesische Züge den Markt. Der TGV spielt in China praktisch keine Rolle mehr.

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