Arrivederci, au revoir: Das Triple A wandert aus Europa aus

Die Kredit-Ratings der europäischen Staaten sind in den letzten Jahren eingebrochen, vor allem im Süden des Kontinents. Fünf Länder Europas haben ihr Triple-A-Rating verloren. Auf der Südhalbkugel der Erde bekommen die Staaten dagegen immer bessere Noten. Die alte Welt versinkt.

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Seit Beginn der globalen Finanzkrise droht den westlichen Industrienationen, dass die Rating-Agenturen ihre Kreditwürdigkeit herabsetzen. Zuletzt wurde Italien von Fitch auf BBB+ heruntergestuft (mehr hier).

Doch im Rest der Welt geht der Trend in die entgegengesetzte Richtung. Staaten in Lateinamerika und Asien stehen ganz oben auf der Liste der Upgrades, die seit 2007 von der Financial Times geführt wird. Ganz unten auf der Liste stehen die Länder Südeuropas.

Zwar sind die Schwellenländer noch weit davon entfernt, in den Klub der Triple-A-Nationen aufzusteigen. Doch der Wandel auf der Weltkarte der Kredit-Ratings zeigt: Anders als in früheren Finanzkrisen seit dem zweiten Weltkrieg konzentriert sich ein großer Teil des Schadens in den westlichen Ländern, vor allem in Europa.

Die drei großen Rating-Agenturen, Fitch, Moody’s und Standard & Poor’s, haben in den Jahren der Finanzkrise keine rühmliche Rolle gespielt. Denn sie haben die Sicherheit von Finanzprodukten vollkommen falsch eingeschätzt. Doch ihre Bewertungen der Kreditwürdigkeit von Staaten werden weiterhin genau beobachtet.

Bart Oosterveld, Chef des Staaten-Ratings bei Moody’s, sagte der FT: „In der Vergangenheit hatten wir Analysten für die entwickelten Industrienationen und Analysten für die Schwellenländer – es war fast ein verschiedenes Set von Fähigkeiten.“

Bis 2008 beruhte die Methodik bei Moody’s auf jahrzehntelangen Erfahrungen von Staatsbankrotten, die jedoch alle in Schwellenländern stattgefunden hatten. „Wir müssen uns offensichtlich von der Annahme verabschieden, dass es für ein entwickeltes Land unmöglich ist, pleitezugehen – wie wir an Griechenland gesehen haben“, sagt Oosterveld.

Investor Jonathan Kelly sagt: „Eines der Probleme für Spanien, Italien und andere Länder der Eurozone war, dass so viel Geld in Schwellenländer abgeflossen ist, das sonst nach Spanien und Italien geflossen wäre.“ Je größer die Bewegung in Richtung Sicherheit gewesen sei, desto mehr Geld sei in die Schwellenländer gekommen, zitiert die FT den Investor.

Saudi Arabien und Katar haben mittlerweile bessere Ratings als Italien oder Spanien. Heute gibt es in Europa nur noch acht Länder, die von den drei Rating-Agenturen mit Triple A bewertet werden (siehe Grafik). Seit 2007 haben Frankreich, Großbritannien, Spanien, Österreich und Irland diese Stellung eingebüßt.

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