Stratfor: Unruhen in Schweden werden auf Europa übergreifen

Die amerikanische Denkfabrik Stratfor sagt: Die Unruhen in Schweden haben soziale Ursachen. Arbeitslosigkeit und Unmut sind unter jungen Migranten weit verbreitet. Doch das war nur ein Vorspiel. Ganz Europa erwarten ähnliche Ereignisse.

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Das Inferno - Flammen über Husby (Screenshot via Youtube).

So könnte es schon bald in anderen europäischen Städten aussehen (Screenshot via Youtube).

Die US-Denkfabrik Stratfor – auch bekannt als „Shadow CIA“ – zieht in einer Analyse eine düstere Prognose für Europa. So gab es im Vergleich zu den Ausschreitungen in Schweden, ähnliche Unruhen im Jahr 2005 in Frankreich, 2011 im Vereinigten Königreich und in abgeschwächter Form im Jahr 2012 in Belgien und Deutschland. Diese seien nur Vorspiele gewesen.

Zunehmende Einwanderung

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen sehr viele Einwanderer nach Schweden, unter denen sich auch sehr viele politische Flüchtlinge befanden. Alleine im vergangenen Jahr seien 43.900 Asylbewerber aus Somalia, Afghanistan und Syrien nach Schweden gekommen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es einen Anstieg der Asylbewerber-Zuwanderung in Höhe von 50 Prozent. 15 Prozent der in Schweden lebenden 9,5 Millionen Menschen haben ihren Geburtsort außerhalb des skandinavischen Königreichs. Zudem seien die Geburtenraten der Migranten weitaus höher, als die der einheimischen Schweden.

Im Zuge des demographischen Wandels, sei eine Umwandlung von einer ethnisch homogenen Gesellschaft, zu einer vielfältigen Gesellschaft zu beobachten. Die Schweden seien unzufrieden mit dieser Entwicklung und wählen als Reaktion zunehmend die nationalistische Demokratie Partei Schwedens. Diese Partei sei insbesondere gegen muslimische Einwanderer. Es komme des Öfteren zu anti-muslimischen Protesten. Als Reaktion gehen auch die Muslime auf die Straßen, um zu demonstrieren.

Soziale Gegensätze münden in Wut

Im ersten Quartal 2013 ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,4 Prozent auf 8,2 Prozent gestiegen. Der EU-Durchschnitt liegt – über dem schwedischen Schnitt – bei 10,9 Prozent, berichtet Eurostat. Doch die Jugendarbeitslosigkeit bereitet der schwedischen Regierung Kopfschmerzen. Die liegt bei 24,4 Prozent. Der EU-Durchschnitt beträgt nur 23,5 Prozent. Das geht aus dem Eurostat-Bericht „Migrants in Europe“ hervor. Hier liege der Schlüssel zum Problem. Denn die Arbeitslosigkeit ist unter Jugendlichen aus Migrantenfamilien weit verbreitet.

2011 waren 35 Prozent der Migranten zwischen 19 und 24 arbeitslos. 2005 lag der Anteil noch bei 22 Prozent. Im Stockholmer Vorort Husby – Ausgangpunkt der Unruhen – sei besonders stark betroffen von der Jugendarbeitslosigkeit. 80 Prozent der Einwohner haben einen Migrationshintergrund. Die Gründe für die Arbeitslosigkeit reichen von einer schlechten Ausbildung bis zu Diskriminierungen durch potentielle Arbeitgeber.

Dieser Missstand werde die soziale Kluft zwischen Migranten und heimischen Schweden weiter vergrößern. Die entwickelten europäischen Staaten – so Stratfor – werden allesamt Schauplätze für soziale Unruhen werden. Nationalistische Parteien werden an Popularität gewinnen. Europa erwarten ethnische Spannungen. Das sei die eigentliche europäische Krise.


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