In der Krise: Merkel tauscht Wirtschafts-Gutachter aus

Das Kieler IfW wird künftig nicht mehr an der Erstellung von Frühjahrs- und das Herbstgutachten mitwirken. Begründet wird die Absage damit, dass das Institut nach den Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst zu teuer sei.

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Nach 60 Jahren wird das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) nun nicht mehr an den Frühjahrs- und Herbstgutachten der Bundesregierung mitwirken. Stattdessen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit den Gutachten beauftragt.

Das Frühjahrs- und das Herbstgutachten sind die beiden wichtigsten Konjunktur-Prognosen Deutschlands. Sie werden von einer Reihe deutscher Wirtschaftsinstitute erstellt, zu denen bisher auch das IfW an gehörte. Doch nun muss es Platz machen für das DIW Berlin, berichtet der DLF. Auch das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung aus Mannheim, das mit den Kielern kooperierte, wird künftig nicht an den Gutachten mitarbeiten.

Das Bundeswirtschaftsministerium dem IfW bereits am Freitag schriftlich abgesagt. Die Arbeit sei sehr gut gewesen, aber zu teuer. Joachim Scheide, Leiter des Prognose-Zentrums im Kieler IfW, sagt: „Man will ein gutes Gutachten haben. Aber der Preis ist wohl nicht ganz irrelevant für eine staatliche Institution. Deshalb hat man eben auch auf den Preis geachtet.“

Tatsächlich hatte das Institut für Weltwirtschaft den Preis für seine Expertise im Ausschreibungsangebot erhöht. Der Preisanstieg spiegle vor allem die Tarifsteigerungen im öffentlichen Dienst wider, so ein Sprecher. „Es ist gewiss ein Imageverlust, aber wir brauchen uns, was die Qualität angeht, nichts vorzuwerfen.“ Man werde weiterhin regelmäßig Konjunkturprognosen erstellen und daraufhin arbeiten, im Jahr 2016 wieder dabei zu sein. Dann sollen die Gutachten neu ausgeschrieben werden.

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