Fitch: Chinas Bankensektor steht kurz vor dem Crash

Die Zinsen am Interbankenmarkt in China sind unverhältnismäßig stark gestiegen. Für die Banken des Landes wird es immer schwieriger, sich frisches Geld zu beschaffen. Das hat negative Folgen für die Unternehmen. China droht eine Bankenkrise.

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China steht vor mehreren großen Herausforderungen. Die Immobilienblase droht noch immer zu platzen, die Kommunen sind hoch verschuldet und das Wachstum schwächt sich ab. Doch es kamen in den vergangenen Wochen noch weitere Probleme hinzu. Aufgrund der boomenden Schattenbanken hat die chinesische Regierung ihre lockere Geldpolitik wieder etwas gedrosselt. Das und rückläufige Investitionen aus dem Ausland haben das Risiko einer Kreditklemme beträchtlich erhöht.

Im Juni lag der 7-Tage Rückkaufsatz (Repo) durchschnittlich bei 6,03 Prozent, der höchste Durchschnittwert seit Beginn der Dokumentierung im Jahr 2006. Allein diesen Montag kletterte er zwischenzeitlich sogar auf 6,85 Prozent. Dadurch wird es für die nationalen Banken teurer, sich Kredite am Markt zu beschaffen. Bei einem Kreditvolumen von immerhin 198 Prozent des chinesischen BIPs bleibt das nicht ohne Folgen. Die Ratingagentur Fitch warnt daher vor einer Kreditklemme, die den chinesischen Bankensektor nun schneller ereilen könnte, als ursprünglich angenommen.

„Wir werden Probleme im Bankensektor haben“, sagte Charlene Chu von Fitch in einem Interview mit Bloomberg. „Das kann sich in einer Bankenkrise oder in einem noch langsameren Wachstum manifestieren“. Die Folgen der Kreditklemme wird die Realwirtschaft schnell spüren. Für die Unternehmen wird es dann noch schwieriger, sich Kredite zu besorgen.

Schon seit Monaten waren die Kreditanforderungen aufgrund einer Anweisung der chinesischen Regierung sehr hoch. Das führte zum Aufblühen von Schattenbanken. Doch um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat Chinas Zentralbank den Geldhahn nun wieder etwas zugedreht. Für die Betriebe erschwert das aufgrund der dadurch drohenden  Kreditklemme die Geldbeschaffung in doppelter Hinsicht. Ein Teufelskreis für die chinesischen Unternehmen. Während die nationalen Banken also noch weniger Kredite vergeben werden, trocknen die Schattenbanken wahrscheinlich aus.

Wie stark die nationalen Banken bereits unter Liquiditätsengpässen leiden, zeigte sich in der vergangenen Woche. Die Nachfrage nach chinesischen Anleihen war so stark zurückgegangen, dass nicht alle Bonds Abnehmer fanden.

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