Deutschland: 170 Bank-Manager verdienen mehr als eine Million pro Jahr

Die Top-Verdiener in den deutschen Banken verdienen im Durchschnitt fast zwei Millionen Euro jährlich. Das meiste davon fließt in Form von Bonuszahlungen. Auch in den anderen EU-Staaten gibt es zahlreiche Millionäre unter den Bank-Managern - erstaunlicher Weise sogar in Griechenland und Zypern.

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In Deutschland gibt es mehr Bank-Manager, die Millionäre sind, als in anderen EU-Staaten. Doch im Vergleich mit den Bankern der City of London sind selbst die Deutschen Waisenknaben. (Grafik: Zerohedge)

In Deutschland gibt es mehr Bank-Manager, die Millionäre sind, als in anderen EU-Staaten. Doch im Vergleich mit den Bankern der City of London sind selbst die Deutschen Waisenknaben. (Grafik: Zerohedge)

170 Top-Manager in den deutschen Finanz-Instituten verdienten im Jahr 2011 mehr als eine Million Euro. Gut die Hälfte davon ist im Bereich Investmentbanking tätig. Die Anzahl der Topverdiener in Deutschland steht jedoch in keinem Verhältnis zu jener in Großbritannien. Mit 2.436 Personen verdienen dort mehr als drei Mal so viele Bank-Angestellte über eine Million Euro pro Jahr, als in allen anderen Staaten zusammen.

Im Vergleich zum Jahr davor ging die Zahl der Bestverdiener in Deutschland zwar um 25 zurück, damit liegt Deutschland aber immer noch am zweiten Platz in ganz Europa. Nach Deutschland mit seinen 170 Top-Verdienern folgen Frankreich mit 162, Spanien mit 125, Italien mit 96 und die Niederlande mit 36. Im Durchschnitt verdiente hierzulande jeder der 170 Banker mit mehr als einer Million Euro Jahresverdienst 1,84 Millionen Euro. In Griechenland gibt es 4 Millionäre, obwohl die Banken das Land ruiniert haben. Und in Griechenland, wo es im Vorjahr keinen Millionär mehr gab, scheinen sich die Hilfs-Tranchen aus Europa auch für die Manager zu rechnen: Es gibt wieder 2 Millionäre!

Das Verhältnis der variablen Gehälter zu den Fixgehältern hat sich etwas normalisiert. Mit 263 Prozent machten die Bonuszahlungen aber immer noch sehr viel mehr aus als die Grundgehälter. 2010 lag das Verhältnis noch bei 350 Prozent. Bei den Investmentbankern ist die Verteilung noch eindeutiger. Mehr als dreieinhalb Mal so viel wie mit ihrem Basisverdienst macht diese Gruppe mit Bonus-Leistungen.

Die Zahlen gehen aus einem am Montag veröffentlichten Bericht der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) hervor. Die entsprechenden Informationen wurden von den nationalen Aufsichts-Behörden bei den jeweiligen Banken eingeholt. Sie beinhalten auch die Gehälter von Angestellten von Banken, die ihren Sitz nicht in dem entsprechenden Land sondern in einem anderen EU-Mitgliedsstaat haben. Nicht mitgezählt wurden die Gehälter von Instituten aus Drittländern.

Eine neue EU-weite Regelung soll ab 2014 die Bonuszahlungen bei den Banken stark einschränken. In Zukunft sollen die Boni dann maximal so hoch wie das Grundgehalt sein. Falls die Anteilseigner mehrheitlich zustimmen, können die Zusatzzahlungen auch das Doppelte des Grundgehalts ausmachen. Zu erwarten ist zudem, dass die Banken Schlupflöcher in der Regelung suchen oder die Meldung der Gehälter umgehen werden.

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