US-Amt behauptet: Deutsche sind fauler als Italiener

Das amerikanische Amt für Arbeitsstatistiken will ermittelt haben, dass die Deutschen weniger arbeiten und unproduktiver sind als die Italiener und Franzosen. Bisher ist das Amt vor allem durch manipulierte US-Arbeitslosenstatistiken aufgefallen.

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Deutschland hat mit Abstand die geringsten Arbeitsstunden, die ein Vollzeitbeschäftigter im Jahr arbeiten muss (Grafik: DWN).

Deutschland hat mit Abstand die geringsten Arbeitsstunden, die ein Vollzeitbeschäftigter im Jahr arbeiten muss (Grafik: DWN).

Das US-Amt für Arbeits-Statistiken (BLS) überrascht mit neuen Ergebnissen. Das Amt, bisher zuständig für die wiederholte Manipulation der US-Arbeitlosenzahlen, hat sich die Deutschen vorgeknöpft.

Obowohl das eigentlich nicht die Aufgabe des BLS ist, hat das Amt die Daten 20 verschiedener Länder aus mehreren Jahren zusammengefasst – darunter auch Deutschland. Die Daten zu den durchschnittlich, jährlichen Arbeitsstunden eines Vollzeitbeschäftigten zeigen, dass Deutschland unter den 20 Ländern die Nation mit den geringsten Arbeitsstunden ist: 2011 waren das 1.411 Stunden. Im Vergleich dazu werden in den USA 1.758 Stunden, in Frankreich 1.476, in Italien 1.774 Stunden. Selbst in Spanien (1.692h) und in Tschechien (1.775h) wird jährlich gemessen an den Arbeitsstunden mehr gearbeitet als in Deutschland. In Griechenland werden sogar mehr als 2.000 gearbeitet (hier).

Die Deutschen sind also faul im Vergleich zu den Südeuropäern, sagen die Amis.

Die geleisteten Arbeitsstunden beziehen sich  auf die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden, einschließlich regelmäßiger Arbeitszeit, Überstunden, Vorbereitung auf die Arbeit, kurzer Pausen etc.. Nicht mit einbezogen sind Krankheit, Mittagspausen, die Fahrt zur Arbeit und nach Hause sowie der Urlaub des Beschäftigten.

Interessanter Weise hat die Zahl der durchschnittlichen, jährlichen Arbeitsstunden in Deutschland seit 1990 kontinuierlich abgenommen und erreicht 2009 mit 1.383 sogar einen Tiefstand. Seit 2010 steigt die Zahl der Arbeitsstunden wieder leicht. Im Vergleich: 1990 waren es 1.644 Stunden – mit der Wiedervereinigung kamen jedoch mehr Menschen hinzu und gemessen an der gestiegenen Bevölkerung änderte sich demnach auch die Zahl der geleisteten Stunden. Eine ähnliche Entwicklung ist aber auch in Ländern wie den USA, Österreich, Frankreich und Spanien zu sehen.

Nach US-Einschätzung sind die Deutschen auch unproduktiver als die Amerikaner und die Franzosen. Beim Ländervergleich wurde das reale BIP pro gearbeiteter Stunde in Dollar bewertet. Und während dies für Deutschland pro gearbeiteter Stunde 55,26 Dollar ausmacht, liegt es in Ländern wie den USA (60,59$) und Frankreich (57,70$) höher.

Immerhin: Bei diesen Werten schlägt Deutschland Österreich, Italien und Spanien.

Vielleicht sollte der deutsche Botschafter in Washington einmal eine Weltkarte im Weißen Haus abgeben.

Zur ersten Orientierung.

Danach kann man über die Zahlen und ihre Entstehung diskutieren.

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