Immobilen-Blase: Massiver Wohnungs-Leerstand in westdeutschen Städten

Die Nachfrage nach Wohnfläche in Deutschland wird in den kommenden Jahrzehnten weiter abnehmen. Daran werden auch eine hohe Einwanderung und ein höherer Pro-Kopf-Bedarf nichts ändern. Doch nicht nur Teile Ostdeutschlands, sondern auch westdeutsche Großstädte wie Essen und Dortmund sind dann von Wohnungs-Leerstand betroffen.

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Auch in westdeutschen Großstädten wie Dortmund wird der Wohnungsleerstand zu einem immer größeren Problem. (Foto: Flickr/yeowatzup/CC BY 2.0)

Auch in westdeutschen Großstädten wie Dortmund wird der Wohnungsleerstand zu einem immer größeren Problem. (Foto: Flickr/yeowatzup/CC BY 2.0)

Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Nachfrage nach Wohnraum in Deutschland weiter sinken. Real steigende Immobilienpreise und horrende Mieten sind daher in den meisten Teilen Deutschlands nicht zu befürchten.

Nur 15 der 80 Millionen Bundesbürger leben in Regionen, in denen das Wohnen in den vergangenen Jahren tatsächlich teurer geworden ist, so eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Der Wohnungsleerstand wird zu einem immer größeren Problem, nicht nur für ländliche Regionen im Osten, sondern auch für Großstädte im Westen. In Teilen Ostdeutschlands wird 2030 jede fünfte Wohnung überflüssig sein.

Hintergrund ist die demografische Entwicklung. Nur Hamburg, Berlin, Bremen und Bayern werden 2030 mehr Einwohner haben als heute. Alle anderen Bundesländer verlieren Einwohner, die ostdeutschen Länder und das Saarland sogar bis zu 20 Prozent.

Zudem werden die Städte immer beliebter. Die jungen Leute haben dort bessere Jobchancen. Ältere Menschen finden dort mehr Freizeiteinrichtungen, Gesundheitsversorgung und Kulturangebote vor. Der Run auf die Großstädte werde das Überangebot an freien Wohnungen in den ländlichen Regionen noch verstärken, so das IW.

Die IW-Wissenschaftler haben für ihre Analyse die Nachfrage nach Wohnfläche für alle 402 Landkreise und kreisfreien Städte bis zum Jahr 2060 vorausberechnet. In verschiedenen Szenarien haben sie auch berücksichtigt, dass sich der Pro-Kopf-Bedarf an Wohnraum unterschiedlich entwickeln könnte. Laut Statistischem Bundesamt wohnte der durchschnittliche alleinlebende Deutsche im Jahr 2002 auf knapp 68 Quadratmetern, 2012 waren es fast 70 Quadratmeter.

Wenn sich der Pro-Kopf-Bedarf nicht erhöht, geht die Nachfrage nach Wohnraum in 240 der 402 Landkreise und kreisfreien Städte schon 2030 zurück. Davon betroffen wären nicht nur Regionen in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg, sondern auch größere Städte wie Essen und Dortmund. Den größten Zuwachs hätte das Münchner Umland.

In jedem Fall wird im Jahr 2050 der Gipfel bei der Wohnungsnachfrage überschritten sein, selbst bei jährlich 200.000 Zuwanderern und einem weiteren Anstieg der Pro-Kopf-Nachfrage. „Wichtig ist, dass wir aus den absehbaren Entwicklungen die richtigen Schlüsse ziehen und mit einer Vielzahl langfristiger finanzieller Maßnahmen die Potenziale im ländlichen Raum bündeln“, so IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer.

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