Geschäfte mit dem Tod: Britische Firma hat Giftgas an Assad verkauft

Großbritanniens Regierung hat zugegeben, dass britische Firmen zwischen 2004 und 2010 Chemikalien nach Syrien exportiert haben. Entgegen den internationalen Vereinbarungen lieferten die Briten Natriumfluorid an syrische Kosmetik-Firmen. Der britische Geheimdienst muss zu diesem Zeitpunkt gewusst haben, dass diese Firmen nur Tarnung sind.

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Die Daily Mail illustriert in einer Grafik den Kreislauf, wie das Giftgas zum Kriegsmittel wurde. (Foto: Daily Mail)

Die Daily Mail illustriert in einer Grafik den Kreislauf, wie das Giftgas zum Kriegsmittel wurde. (Foto: Daily Mail)

Natriumfluorid wird zur Herstellung des Nervengases Sarin verwendet. Die britische Regierung hat zugegeben, dass die Chemikalie von britischen Firmen zwischen 2004 und 2010 nach Syrien geliefert worden ist. Die Genehmigung wurde erteilt, weil Natriumfluorid auch zur Herstellung von Kosmetika verwendet werden kann.

Damit hat Großbritannien klar gegen internationale Gesetze verstoßen. Der Verkauf der Chemikalien kam zu einer Zeit, in der Bashar Al Assad unter Verdacht stand, sich ein großes Arsenal an chemischen Waffen zuzulegen. Wegen des potenziellen Giftgas-Anschlages der syrischen Armee gegen die Rebellen ist eine internationale Krise ausgebrochen, in der die USA Syrien mit einem Militärschlag drohen (mehr zum wahren Ausmaß eines möglichen Militärschlages durch die USA – hier).

Die britischen Firmen lieferten die Substanzen an syrische Kosmetikfirmen. In Geheimdienstkreisen gelten diese Kosmetikfirmen jedoch als Tarnung zur Herstellung chemischer Waffen, berichtet Daily Mail.

Die Genehmigung der Lieferungen durch die britischen Geheimdienste sei „unverantwortlich“, sagte Richard Kemp, ehemaliges Mitglied des COBRA Notfall-Komitees der britischen Regierung.

Syrien ist eines der wenigen Länder, das ein Abkommen gegen den Einsatz von chemischen Waffen nicht unterzeichnet haben.

Die britische Lieferung zeigt: Solange Unternehmen Profite machen können, kennt auch die westliche Staatengemeinschaft keine Hemmungen. Die Lieferung an Syrien erfolgte zu einem Zeitpunkt, zu dem die britischen Geheimdienste definitiv wussten, dass die Kosmetik-Firmen eine Tarnung waren und dass Assad (oder wer auch immer) zum Einsatz der chemischen Waffen gegen die Bevölkerung bereit ist.

Nun heucheln die westlichen Staaten ihre Betroffenheit über den Einsatz von Giftgas.

Hätten sie nicht nach Syrien geliefert, wären die syrischen Zivilisten, deren Tod der Westen nun rächen will, vermutlich noch am Leben.

Die Profitgier führt dazu, dass die Grenzen zwischen Krieg und Frieden immer mehr verschwimmen.

In Syrien hat dieser Krieg längst begonnen.

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