Steuerverschwendung: EU verschenkt Websites an Unternehmen

Die EU fördert die Einrichtung von Websites für Unternehmen aus Steuergeldern. Brüssel überweist jedem, der es will, satte 10.000 Euro für einen Internet-Auftritt. Auf dem freien Markt kostet eine Website zwischen 500 und 2.000 Euro. Mit minimalen Kenntnissen kann man eine Website sogar ohne Kosten errichten. Die Steuerverschwendung zeigt, wie wenig Ahnung die EU-Technokraten von der Wirklichkeit haben.

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Die Europäische Kommission hat ein Gutscheinkonzept zur Förderung des Wachstums kleiner und kleinster regionaler Unternehmen vorgestellt. Der Fokus liegt dabei auf der Nutzung digitaler Technologien, die Finanzmittel sollen mittels Innovationsgutschein im Wert von 10.000 Euro ausgegeben werden. In einigen spanischen Regionen wurde das Gutscheinprogramm schon erprobt und habe sich bewährt, sagt die EU.

Das ist bemerkenswert: Auf dem freien Markt kostet eine normale Website, wenn sie gut ausgestattet ist, unter 500 Euro. Lässt man sich eine Website von einer Agentur bauen, kostet sie maximal 2.000 Euro. (für die Kommission zum Nachlesen – hier). Ist man einigermaßen bewandert, kann man sich jede Menge Freeware herunterlanden, etwa über WordPress (hier).

Vermutlich hat die EU-Kommission jedoch eine andere Kalkulation: Entweder sie glaubt, man müsse 30 Kilo Kabel, 5 Kilo EU-Glühbirnen und einen kleinen atombombensicheren Raum kaufen, damit man im Internet gefunden wird.

Oder sie geht davon aus, dass man eine Website nur mit 10 Kilogramm Zigarren, 23 Litern Rotwein (portugiesisch) oder einem kalten Büffet für 40 Leute (Einweihungs-Party) bauen kann.

Selbst dann bleiben von den 10.000 Euro noch jede Menge übrig.

Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, sagt: „Kleine Unternehmen, die digitale Dienste nutzen, verzeichnen ein doppelt so schnelles Wachstum, exportieren doppelt so viel und schaffen doppelt so viele neue Arbeitsplätze. Was in Murcia und Extremadura in Spanien getan wird, sollte für alle möglich werden.“

In Deutschland konnten 93 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen mit aktiver Internetpräsenz innerhalb von drei Jahren zusätzliche Arbeitsplätze schaffen; bei den Unternehmen ohne Internetpräsenz waren es nur 50 Prozent. In den G-20-Ländern verzeichnen kleine Unternehmen, die an das Internet angebunden sind, um 22 Prozent höhere Umsatzzuwächse als Unternehmen, die das Internet nicht oder kaum nutzen, heißt es in eine Mitteilung der Europäischen Kommission.

Der EU-Kommissar für Regionalpolitik, Johannes Hahn, dazu: „Ein erleichterter Zugang zu digitalen Technologien ist eine der zahlreichen Möglichkeiten, wie Regionalpolitik dazu beitragen kann, dass kleine Unternehmen wettbewerbsfähiger werden.“ Die regionalen Programme würden es kleinen Unternehmen ermöglichen, ihre Gutscheine gegen Dienste wie Webseiten-Entwicklung, Schulungen zu elektronischem Geschäftsverkehr oder Lieferketten- und Kundenbeziehungsmanagement einzulösen.

Europäische Unternehmen führen IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) im Durchschnitt nur langsam ein: zwischen 2010 und 2012 stieg der Anteil der europäischen Unternehmen, die über eine Webseite verfügen, nur um 6 Prozent; auch der Zuwachs an Unternehmen, die begannen, Informationen auf elektronischem Wege mit anderen Unternehmen auszutauschen, lag ebenfalls bei nur 6 Prozent.

Für den Zeitraum 2007‑2013 sind für IKT-bezogene Strukturfondsinvestitionen Mittel in Höhe von 14,2 Milliarden Euro vorgesehen, wovon über drei Milliarden Euro den KMU für den Ausbau ihres elektronischen Geschäftsverkehrs und in der IKT direkt zufließen sollen. Gefördert wurden bislang mehr als 20.000 IKT-Projekte, allen voran in Spanien, Ungarn und Portugal.

Das ist alles löblich.

Doch warum muss das der europäische Steuerzahler berappen? Vor allem aber: Wie lange muss ein Malermeister arbeiten, bis er diese Kosten wieder eingespielt hat?

Fazit: Wir haben es mit einem eklatanten Fall von Steuer-Verschwendung zu tun. Der Grund für diese hanebüchenen Förderungen: Die EU-Technokraten können Papiere schreiben und Sitzungen abhalten. Sie haben jedoch keine Ahnung vom wirklichen Leben – und seinen Möglichkeiten.

Der beste Beweis dafür sind die Websites der EU: Sie sind der Inbegriff der Unübersichtlichkeit, überladen, unfreundlich für den Benutzer, schlechtes Design. Von den Inhalten nicht zu reden – man findet vor allem Propaganda.

Doch eines sich sie sicher gewesen: Teuer.

Und vom Steuerzahler finanziert.

Hinweis für Herman Van Rompuy: Auf dem freien Markt kostet der Betrieb einer Website 20 Euro.

Die EU-Websites dürften etwas darüber liegen.


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