Ohne Atomkraft: Japan plant höheren CO2-Ausstoß

Statt die CO2-Emissionen in Japan um 25 Prozent zu verringern, rechnet die Regierung nun mit einem Anstieg um 3 Prozent. Nach Fukushima ist unklar, wie viele japanische Reaktoren wieder angeschaltet werden.

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Nach der Abkehr von der Atomenergie stampft Japan seine Klimaschutzziele ein. Der Treibhausgas-Ausstoß kann nach Darstellung der Regierung wegen der stärkeren Nutzung fossiler Energieträger nicht wie ursprünglich geplant deutlich verringert werden.

„Wir müssen unsere ehrgeizige Vorgabe reduzieren“, sagte Hiroshi Minami, Japans Verhandlungsführer bei der UN-Klima-Konferenz in Warschau, am Freitag. „Das neue Ziel basiert auf null Nuklear-Energie in der Zukunft.“

Geplant ist demnach nun ein Abbau der CO2-Emissionen um 3,8 Prozent bis zum Jahr 2020 im Vergleich zum Niveau von 2005. Dies entspricht aber 3 Prozent mehr Emissionen als im Jahr 1990, das bei Klimaverhandlungen als Bezugswert gilt. Bislang hatte Japan für diesen Zeitraum eine Verringerung um 25 Prozent angestrebt.

Die UN-Klimakonferenz findet derzeit vor dem Hintergrund des stärksten Sturms seit Beginn der Aufzeichnungen statt. Der Taifun Haiyan hat große Teile der Philippinen zerstört. Seine Wucht wird von Politikern, Lobby-Gruppen und Klima-Forschern auf einen menschengemachten Klimawandel zurückgeführt (mehr hier). Sie fordern höhere CO2-Steuern beziehungsweise Verbote.

Ein Erdbeben und ein Tsunami hatten im Frühjahr 2011 zu einer Kernschmelzen und Explosionen im AKW Fukushima nördlich von Tokio geführt. Japan hat sich daraufhin von der Atomenergie abgewendet.

Der japanische Regierungschef Shinzo Abe plädiert allerdings für eine Rückkehr, um den hohen Energiebedarf des Landes zu decken.

Die Atom-Katastrophe von Fukushima hat weltweite Auswirkungen. Im März wird die erste große Welle mit radioaktiv verseuchtem Wasser die US-Westküste erreichen (mehr hier).

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