Vietnam führt Todes-Strafe für Banker ein

Der Volksgerichtshof in Ho-Chi-Minh-Stadt hat zwei hochrangige Manager wegen Veruntreuung zum Tode verurteilt. Neun weitere Personen müssen hinter Gitter. Die Regierung Vietnams will bei Verbrechen im Finanz-Sektor keine Toleranz walten lassen.

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Ein vietnamesisches Gericht hat zwei frühere Manager wegen Betruges zum Tode verurteilt. Die Regierung des Landes will die Korruption einschränken und das Bankensystem neu ordnen.

Der Volksgerichtshof in Ho-Chi-Minh-Stadt hat den früheren Bank-Manager Vu Quoc Hao zum Tode verurteilt, berichtet Bloomberg. Er soll Staatsbesitz im Umfang von 532 Milliarden Dong (19 Millionen Euro) veruntreut haben. Im selben Verfahren wurde auch der Bauunternehmer Dang Van Hai zum Tode verurteilt.

Neben Hao und Hai wurden neun weitere Personen wegen Veruntreuung, Misswirtschaft, Machtmissbrauchs und Betruges angeklagt. Sie erhielten Gefängnisstrafen von drei bis 14 Jahren.

Vietnamesisches Recht sieht vor, dass Veruntreuung mit dem Tod bestraft wird, wenn die Gelder mindestens die Höhe von 500 Millionen Dong erreichen oder wenn die Veruntreuung „besonders schlimme Folgen“ hat.

Im Verlaufe dieses Jahres fanden bereits 278 Gerichtsverfahren wegen Korruption statt. Zudem entdeckten die Ermittler 80 neue Betrugsfälle mit Staatsbesitz.

„Die Partei, die Regierung, die Staatsanwälte und unsere Gerichte werden in solchen Fällen strenge Urteile verhängen“, sagte Vizepremier Nguyen Xuan Phuc diese Woche bei Konferenz zur Korruptionsbekämpfung in Hanoi.

Vietnams Regierung will die Korruption bekämpfen und das Bankensystem des Landes reformieren. Es hat die höchste Rate an faulen Krediten in Südostasien. Die vietnamesische Wirtschaft wuchs im vergangenen Jahr so langsam wie seit 1999 nicht mehr.

Adam McCarty, Chef-Ökonom von Mekong Economics hält die beiden Todesurteile für ein positives Signal. „Man kann für Korruption in großem Maßstab hingerichtet werden.“


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