Enttäuscht von der EU: Rumänien verzichtet auf Schengen-Beitritt

Wegen des heftigen Widerstands aus den alten EU-Staaten stoppt Rumänien seine Bemühungen um einen Beitritt zum Schengen-Raum. Der rumänische Premier Victor Ponta sagte, er habe es satt, immer wieder vertröstet zu werden. Sein Land werde nicht betteln.

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Dem rumänischen Premier Ponta reicht es. Er will das Thema Schengen nicht mehr ansprechen. Denn seit Jahren hat ihn immer wieder die EU vertröstet, doch nichts ist geschehen. (Foto: Consilium)

Dem rumänischen Premier Ponta reicht es. Er will das Thema Schengen nicht mehr ansprechen. Denn seit Jahren hat ihn immer wieder die EU vertröstet, doch nichts ist geschehen. (Foto: Consilium)

Rumänien will sich vorerst nicht mehr um einen Beitritt zum Schengen-Raum bemühen. Zu groß war der Widerstand der alten EU-Staaten.

„Wir sind bereit, wenn ihr bereit seid“, zitiert EurActiv den rumänischen Premier Victor Ponta. Sein Land werde nicht um ein Beitrittsdatum betteln. Rumänien habe es satt, immer wieder auf „das nächste Mal“ vertröstet zu werden.

Premier Ponta sagte, Rumänien habe alles Nötige für einen Schengen-Beitritt getan. Die anderen EU-Staaten müssten nun handeln. „Wenn sie all ihre nationalen Wahlen hinter sich haben, wenn sie alle ihre Probleme gelöst haben, werden wir bereit sein.“

Bulgarien und Rumänien traten 2007 der EU bei. Schon vor mehr als drei Jahren sagte die EU-Kommission, dass die beiden Staaten bereit seien für einen Schengen-Beitritt. Doch eine Reihe von EU-Staaten, vor allem die Niederlande und Deutschland, sind gegen den Beitritt der Neulinge. Sie haben immer wieder ein Veto eingelegt.

Wenn Bulgarien und Rumänien dem Schengen-Raum beitreten, werden die Grenzkontrollen mit Griechenland und Ungarn abgebaut. Zudem würden Passkontrollen an Flughäfen wegfallen.

Griechenland ist seit 1992 Mitglied, hat jedoch bisher keine Landverbindung mit dem übrigen Schengen-Raum.

Es wird befürchtet, dass eine Erweiterung des Schengen-Raums um die beiden Länder einen Flüchtlingsstrom aus Griechenland auslösen könnte. Dort sind viele Flüchtlinge gestrandet, die gern weiter in Richtung Norden ziehen würden, wo sich bessere Chancen für sie bieten.

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