BayernLB entlässt ein Sechstel der Mitarbeiter

Die zweitgrößte Landesbank Deutschlands will 500 Stellen abbauen. Die BayernLB, die in der Finanzkrise vom Freistaat Bayern mit Milliarden gerettet worden war, wandelt sich zu einer kleineren Bank. Laut Vorstand ist dabei der Abbau eines Sechstels der Stellen unvermeidlich.

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Die BayernLB will im Rahmen eines Sparprogramms bis zu 500 Stellen streichen. In der Kernbank baut das Institut, das seit der Finanzkrise wie viele andere Landesbanken am Schrumpfen ist, damit jeden sechsten Arbeitsplatz ab.

„Wir sind uns bewusst, dass dieser Schritt schmerzhaft und für unsere gesamte Organisation herausfordernd ist“, schrieb der BayernLB-Vorstand in einem Brief an die Mitarbeiter, der der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlag. Der Personalabbau sei jedoch unvermeidlich, um die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft der zweitgrößten deutschen Landesbank zu sichern.

Die BayernLB, die sich einst mit riskanten Finanzprodukten verzockt hatte und vom Freistaat in der Finanzkrise mit Milliarden Euro vor dem Aus gerettet wurde, wandelt sich seit Jahren zu einer deutlich kleineren Bank, die sich auf das Geschäft mit Privat-, Firmen- und Immobilienkunden sowie den Sparkassen konzentriert.

Zahlreiche Beteiligungen hat das Institut bereits verkauft, die Bilanzsumme ist seit Ende 2008 um rund 40 Prozent gesunken. Viele Strukturen sind jedoch noch nicht an die neue, kleinere BayernLB angepasst.

In der Kernbank, zu der die Zentrale in München und die übrigen BayernLB-Niederlassungen im In- und Ausland gehören, soll der Verwaltungsaufwand von derzeit rund 700 Millionen Euro deshalb deutlich sinken. Bis 2015 peilt die Bank die Marke von 600 Millionen Euro an, 2017 soll der Aufwand dann auf 570 Millionen Euro zurückgehen. „Um dies zu erreichen, ist es essenziell, dass wir rasch vorankommen“, schrieb der Vorstand in dem Brief an die Mitarbeiter.

Zwei Drittel der Einsparungen würden durch die Senkung von Sachkosten erreicht, ein Drittel müsse jedoch beim Personal eingespart werden, heißt es in dem Brief weiter. Das habe zur Folge, „dass wir zwischen 450 und 500 Stellen bis zum Jahr 2017 abbauen müssen“.

Das Münchner Geldhaus, das mehrheitlich dem Land Bayern gehört, hat konzernweit knapp 9.500 Mitarbeiter – dazu zählen beispielsweise auch die Beschäftigten der Direktbank DKB sowie der zum Verkauf stehenden ungarischen Tochter MKB. In der vom nun angekündigten Stellenabbau betroffenen Kernbank arbeiten derzeit rund 3.000 Mitarbeiter.

Stellen gestrichen werden sollen Finanzkreisen zufolge vor allem in der Verwaltung und bei der Abwicklung von Geschäften (Back-Office). Die Bank will Arbeitsplätze vor allem durch das freiwillige Ausscheiden von Mitarbeitern, natürliche Fluktuation und Teilzeitmodelle abbauen.

Betriebsbedingte Kündigungen sind bei der BayernLB noch bis Ende 2015 ausgeschlossen. Zudem wären Kündigungen nach Einschätzung von Experten angesichts der vielen beamtenähnlichen Verträge bei der BayernLB kaum machbar.

Die Führung der BayernLB, aus der Vorstandschef Gerd Häusler und Finanzchef Stephan Winkelmeier im Frühjahr ausscheiden, hat bereits Anfang 2013 angekündigt, die Kosten zu drücken. Dazu sollten unter anderem der Kreditprozess und die IT gestrafft und der Produktkatalog angepasst werden, erklärte der Vorstand nun. Außerdem will die Bank ihre verbliebenen Auslands-Filialen weiter verschlanken.

Der BayernLB machen derzeit die Probleme ihrer ungarischen Tochter MKB und der Rechtsstreit mit der österreichischen Ex-Tochter HGAA zu schaffen. Zudem muss die Bank bis 2019 noch rund 4 Milliarden Euro an Staatshilfen an den Freistaat zurückzahlen.

Das Tagesgeschäft der BayernLB läuft dagegen rund. Dank der guten Wirtschaftsentwicklung in Süddeutschland und des erfolgreichen Verkaufs von Beteiligungen hat das Geldhaus seinen Vorsteuergewinn in den ersten neun Monaten des Jahres mehr als verdreifacht auf 773 Millionen Euro.

Durch den Sparplan, den die Bank am Dienstag mit ihren Führungskräften besprach und am Mittwoch den Mitarbeitern vorstellte, wird das Ergebnis im vierten Quartal allerdings belastet werden. Wie hoch der Restrukturierungsaufwand genau ausfallen wird, ist noch nicht bekannt.

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