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Raubzug-Autoren: „Der Crash wird durch eine Kettenreaktion kommen“

Die internationale Vernetzung im Banken-System wird dazu führen, dass ein Crash bei einer Bank, einem Land oder einer Währung eine weltweite Kettenreaktion auslösen wird. Die Bestseller-Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich warnen vor privaten Schulden und dem blinden Vertrauen auf die eigene Immobilie als Altersvorsorge.

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Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Die Stresstests der Banken sind in vollem Gang. Was erwarten Sie davon?

Matthias Weik & Marc Friedrich: Schlicht und einfach nichts. Wenn man die letzten Stresstests betrachtet, darf man nicht viel erwarten. Dexia wurde dort auch schon mal zum Gewinner gekürt und musste kurze Zeit später von Belgien, Frankreich und Luxemburg mit Milliarden an Staatshilfen vor dem Bankrott gerettet werden.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: In Spanien sind die Banken aufgeflogen, weil sie massiv ihre Bilanzen manipuliert haben. Erstaunt Sie das?

Matthias Weik & Marc Friedrich: Nein, nicht einmal ansatzweise. Seit vielen Jahren herrscht in der internationalen Finanzwelt Lug und Betrug. Es scheint schon fast, als ob kriminelle Energie zum Geschäftskonzept vieler Banken gehört, und dass die Milliarden-Strafen wohl schon als Geschäftskosten mit einberechnet werden. Die großen, international agierenden Banken haben es auf globaler Ebene geschafft, sich über das Gesetz zu stellen, schließlich sind sie ja systemrelevant. Wir sagen jedoch, das sind sie nicht, denn sie sind schlicht und einfach das System.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Die Derivate werden auf die Schattenbanken verlagert. Läuft da gerade hinter den Kulissen ein großer Coup?

Matthias Weik & Marc Friedrich: Der Schattenbankenmarkt ist vollkommen intransparent. Ob dort momentan ein ganz großer Coup läuft, können wir nicht sagen. Dass uns dieses monströse, intransparente, unkontrollierbare und völlig aus dem Ruder gelaufene Schattenbankensystem mit einem Riesenknall um die Ohren fliegen wird, ist nicht von der Hand zu weisen und nur eine Frage der Zeit.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Die Zentralbanken haben sich weltweit darauf geeinigt, gemeinsam unbegrenzt Geld zu drucken. Was bedeutet das?

Matthias Weik & Marc Friedrich: Dass dem Wahnsinn Tor und Tür geöffnet sind, dass wir die Märkte noch weiter nach oben katapultieren werden, und dass wir eine schicke Inflation erleben werden. Die Zentralbanken werden 2014 bestimmt noch für die eine oder andere Überraschung gut sein. Durch das unbegrenzte Gelddrucken bringen uns die Zentralbanken erfolgreich und effizient weiter – dem Ende entgegen. Die Aktion zeigt überdeutlich, wie desperat die Situation und die Protagonisten sind. Sie haben keine andere Antwort mehr als die Märkte weiterhin mit Geld zu fluten und zu manipulieren. Dies hat in den letzten Jahren die Probleme nicht gelöst und wird es auch in Zukunft nicht.

Es ist ein brandgefährliches Spiel auf Zeit, dass die Notenbanken auf unsere Kosten spielen. Durch die Niedrigzinsphase werden wir bereits alle schleichend enteignet und zur Kasse gebeten. Gewinner dieser Entwicklung, wie kann es anderes sein, sind der Staat und die Banken.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Die EZB bringt die Zinsen gegen Null – was bezweckt Draghi?

Matthias Weik & Marc Friedrich: Er will weiter Zeit gewinnen und die europäischen Bürger an den Kosten der Bankenrettung und der Krise in Europa über die schleichende Enteignung beteiligen.

Die Buchautoren Mark Friedrich und Matthias Weik: Das Ende wird verheerend sein. (Foto: DWN)

Mark Friedrich und Matthias Weik: Verzweifelte Politiker neigen zu verzweifelten Taten. (Foto: DWN)

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Welche Möglichkeiten hat die Politik, überhaupt noch einzugreifen?

Matthias Weik & Marc Friedrich: Wir befürchten, dass die Zeit zum Eingriff bereits abgelaufen ist. Wenn die Politik wirklich etwas ändern wollte, dann hätte sie dies schon längst getan. Da es aber zwischen der Politik und der Finanzindustrie eine ungesunde Abhängigkeit gibt, wird es keine grundlegenden Veränderungen und Gesetze, welche eine Änderung herbeiführen, geben. Man stelle sich folgende Frage: Wie finanziert sich der Staat? Über Steuereinnahmen und über den Verkauf von Staatsanleihen. Und wer ist Käufer von über 90 % der Staatsanleihen? Die Finanzindustrie. Hier schließt sich der Kreis. Solange die Finanzindustrie nicht gewillt ist, einen essenziellen Wandel herbeizuführen und ein Umdenken in der Branche stattfindet,  wird es keine Änderungen geben. Oder anders gesagt: Solange die Finanzbranche keine Änderung möchte, wird diese auch die Politik von der Politik implementiert.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: In gewisser Weise läuft ja auch eine Art Kampf der Politiker gegen die Banken. Für die einen geht es darum, dass sie ihr Geld wieder wollen, für die anderen ums Überleben. Wer ist stärker?

Matthias Weik & Marc Friedrich: Die Banken, denn Geld regiert die Welt. Es ist wie im Casino: Die Bank gewinnt immer!

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Stichwort Raubzug: Wo stehen wir? Was riskieren die Deutschen?

Matthias Weik & Marc Friedrich: Wir stehen leider erst am Anfang. Vieles was wir in unserem Buch vorhergesagt haben, ist bereits mit einer Dynamik eingetroffen, die selbst uns erschreckt. Alle Vorbereitungen für den weiteren Raubzug sind gelegt, und werden vorangetrieben. 2008 mit dem Lehmann-Crash und dessen Nachbeben werden nichts im Vergleich zu dem sein, was sich seitdem auftürmt und über uns in Zukunft hereinbrechen wird. Wir Deutschen riskieren den Verlust unseres Wohlstandes und den sozialen Frieden.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wie wird eine Enteignung aussehen? Schleichend, mit einem Crash?

Matthias Weik & Marc Friedrich: Leider können wir nicht in die Zukunft blicken. Beides ist möglich. Eigentlich werden wir momentan auf Grund der Niedrigzinsphase alle schon schleichend enteignet und der Möglichkeit, eine sinnvolle Altersvorsorge aufzubauen, beraubt.

Wenn sich beispielsweise die Völker Südeuropas sich gegen die irrsinnige Austeritätspolitik erheben, kann es sehr schnell gehen, und wir werden alle durch einen Crash rasiert. Ansonsten wird uns der Staat und die EU weiterhin langsam die Taschen entleeren durch Kalte Progression, finanzielle Repressionen, Niedrigzinsphase, schleichende Inflation, Zwangsabgaben, Steuererhöhungen, Enteignungen und so weiter und so fort. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Verzweifelte Politiker, unabhängig von der Staatsform, neigen in extremen Situation oftmals dazu, verzweifelte Aktionen durchzuführen – auf Kosten der Allgemeinheit. Es geht der Politik um den Erhalt der Macht und des Status quo – dafür werden sie auch in Zukunft alles tun.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: In den 80er Jahren musste Alfred Herrhausen Interviews geben, wo es um genau dieselben Themen ging: Eine globale Schuldenkrise. Es hat keinen Crash gegeben. Täuschen sich die Kritiker des Finanz-Systems?

Matthias Weik & Marc Friedrich: Nein, dieses Mal ist so unvorstellbar viel Geld im System, und es existieren so viele unterschiedliche Variablen, welche auf das globale Finanzsystem einwirken, dass ein Crash unvermeidlich ist. Es stellt sich nicht die Frage ob, sondern lediglich, wann der Crash stattfinden wird. In den 80er Jahren war die Globalisierung noch in den Kinderschuhen, doch jetzt sind Banken, Länder und Währungen dermaßen miteinander verzahnt und verbunden, dass, wenn eine große Bank, eine Währung oder ein Land umkippt, es zu einer fatalen Kettenreaktion kommen wird.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Das Kern-Problem ist doch das System von Zins- und Zinseszins. In Europa sind die Staatsschulden trotz aller Rettungspakete gestiegen. Kann man aus diesem System überhaupt aussteigen?

Matthias Weik & Marc Friedrich: Wir fürchten nein. Dazu braucht es Mut und den Willen einen radikalen Schnitt zu machen. Dieser wird kommen – ob wir es wollen oder nicht. Entweder wir werden diesen Weg freiwillig gehen, oder wir werden gezwungen werden, ihn zu gehen. Letztere Option ist schmerzhafter und mit größeren Kollateralschäden verbunden. Ferner ist keiner der Protagonisten gewillt, aus diesem irrsinnigen System auszusteigen. Beispielweise wird der Euro, welcher schon lange gescheitert ist, mit irrsinnigen Maßnahmen auf Kosten der Bürger am Leben gehalten. Früher oder später wird auch der Letzte erkennen, dass das Experiment gescheitert ist – doch dann ist es zu spät. Dann wird der Crash die Lösung sein.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Was soll der deutsche Sparer machen – bleibt ihm nur die Matratze?

Matthias Weik & Marc Friedrich: Keine Schulden machen und auf gar keinen Fall auf Pump eine völlig überteuerte Immobilie in Großstädten wie München, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt oder anderen Blasen-Städten kaufen.

Unserer Ansicht nach ist der Immobilienmarkt in vielen deutschen Großstädten sehr heiß gelaufen. Aus diesem Grunde sollte man ein Investment in Immobilien überdenken. Ferner wurden Immobilienbesitzer, in den letzten 100 Jahren, in Deutschland schon zwei Mal böse rasiert (Hauszinssteuer und Schuldenlastenausgleich). Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass dies auch ein drittes Mal in Deutschland passiert. Ein Zeichen hierfür ist die bereits drastische Erhöhung der Grunderwerbssteuer. Ferner spricht jeder Finanzberater von Diversifikation. Seltsamerweise setzt der deutsche Mittelstand 60, 70, 80, 90 und manchmal sogar 100 Prozent seines Vermögens auf die eigene Immobilie, frei nach dem Motto: Meine Immobilie ist meine Altersvorsorge. Diese Rechnung wird voraussichtlich nicht aufgehen. Bedachte Investoren würden niemals mehr als 1/3 ihres Vermögens in eine Anlageklasse (z.B. Immobilien) investieren.

In Anbetracht der aktuellen Situation macht ein gewisser Cash-Bestand durchaus Sinn. Ob dieser unter der Matratze oder im Bankschließfach liegt, bleibt jedem selbst überlassen. Spätestens seit Zypern wissen wir jedoch alle, dass das Geld überall hingehört – außer auf das Bankkonto. Wir sagen nach wie vor raus aus Papier und rein in Sachwerte. Das Zeitalter der Papierwerte ist vorbei.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Wann kommt Teil 2 des Raubzugs?

Matthias Weik & Marc Friedrich: Unser zweites Buch wird im Mai 2014 erscheinen.

Deutsche Wirtschafts Nachrichten: Darauf sind wir alle schon sehr gespannt!

Der Bestseller „Der größte Raubzug der Geschichte“ von Matthias Weik und Marc Friedrich kann hier noch als Weihnachtsgeschenk erworben werden.

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Zentralbanken können der Weltwirtschaft nicht mehr helfen
Zentralbanken können der Weltwirtschaft nicht mehr helfen
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sieht die Zentralbanken am Ende ihrer Möglichkeiten – mit ihrer expansiven Geldpolitik ließe sie die Weltwirtschaft nicht mehr stimulieren. Dringend notwendig sei eine radikale Neuausrichtung und ein Abbau der hohen Schulden.
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Fed-Chefin Janet Yellen, EZB-Präsident Mario Draghi und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bei G7-Treffen 2016 in Japan. (Foto: dpa)

Fed-Chefin Janet Yellen, EZB-Präsident Mario Draghi und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bei G7-Treffen 2016 in Japan. (Foto: dpa)

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) – eine Art Zentralbank der Zentralbanken – plädiert für eine grundlegende wirtschaftspolitische Neuausrichtung. Anders sei der Abschwung der Weltwirtschaft und die hohe Verschuldung nicht mehr in den Griff zu bekommen, schreibt die BIZ in ihrem aktuellen Jahresbericht.

Eine „riskante Dreierkonstellation“ aus einem ungewöhnlich niedrigen Produktivitäts-Wachstum, beispiellos hohen Schuldenständen weltweit und einem äußerst engen wirtschaftspolitischen Handlungsspielraum verhindere eine nachhaltige Erholung der Weltwirtschaft nach der Krise von 2008/2009, so die BIZ.

Zwar „lag das globale BIP-Wachstum pro Person im erwerbsfähigen Alter leicht über seinem historischen Durchschnitt, und die Arbeitslosenquoten waren im Allgemeinen rückläufig“ – von einer grundlegenden Erholung der Volkswirtschaften könne aber keine Rede sein, schreibt die BIZ. Dafür machen die Ökonomen insbesondere die Nachwirkungen zahlreicher Auf- und Abschwünge an den Finanzmärkten und den immensen Schuldenaufbau verantwortlich.

Während die Industrieländer kaum nennenswerte Impulse lieferten, kühle sich gleichzeitig das Wachstum in den aufstrebenden Schwellenländern ab. „In den rohstoffexportierenden aufstrebenden Volkswirtschaften verstärkte der Abschwung im inländischen Finanzzyklus zumeist den Verfall der Exportpreise und die Währungsabwertungen, während sich gleichzeitig die Wirtschaftslage verschlechterte. Im Allgemeinen verschärfte der restriktivere Zugang zu Dollarmitteln diese Entwicklungen noch“, heißt es im Jahresbericht.

Die Zentralbanken, so die BIZ, hätten ihre Möglichkeiten fast ausgeschöpft und seien offenbar nicht mehr in der Lage, nachhaltige Impulse für die Realwirtschaft zu liefern. Zwar unterstütze eine expansive Geldpolitik die Volkswirtschaften prinzipiell, aber ihr Handlungsspielraum werde immer enger und eine Normalisierung der Geldpolitik immer weiter verschoben. Das Phänomen von Null- oder Negativzinsen als Konsequenz verzerre die Märkte und stelle Sparer und Anleger vor ernsthafte Schwierigkeiten: „Die inflationsbereinigten Leitzinssätze sind noch weiter unter null gefallen und verlängern damit die längste Negativzinsphase seit dem Zweiten Weltkrieg.  Diese Zinssätze sagen einiges aus: Die Marktteilnehmer blicken mit einer gewissen Besorgnis in die Zukunft; trotz der massiven Zentralbankmaßnahmen seit der Krise verharrt die Inflation hartnäckig auf niedrigem Niveau und das Produktionswachstum ist enttäuschend; und von der Geldpolitik wird schon viel zu lange zu viel verlangt.“

Die Schulden, beklagen die BIZ-Ökonomen, nähmen weltweit unvermindert zu und würden Unternehmen und Staaten an Investitionen hindern. Dieser Befund ist eigentlich keine Neuigkeit: es ist bekannt, dass ein auf Zinseszinsen aufgebautes Finanzsystem zwangsläufig zur Folge hat, dass sich immer größere Guthaben ansammeln, während die Schulden spiegelbildlich weiter anwachsen. „In den von der Krise am stärksten betroffenen fortgeschrittenen Volkswirtschaften stand einer begrüßenswerten Verringerung bzw. Stabilisierung der Verschuldung des privaten Sektors tendenziell ein weiterer Anstieg der Verschuldung des öffentlichen Sektors gegenüber. In anderen Ländern nahm die Verschuldung im privaten Sektor entweder im Gleichklang mit der Verschuldung im öffentlichen Sektor zu oder ihr Anstieg überwog den Schuldenabbau im öffentlichen Sektor“, lautet der Befund der BIZ.

Die BIZ plädiert für eine grundlegende und international koordinierte Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik. Diese gehe mit einer Entlastung der Geldpolitik einher. Um harte Strukturreformen kämen die allermeisten Staaten nicht mehr herum. Diese sollten zudem die verbliebenen fiskalischen Spielräume nutzen, um Schulden abzubauen.

Die Zentralbanken der G7-Staaten haben nach Angaben der Gruppe Schritte eingeleitet, um eine angemessene Liquidität zu gewährleisten und das Funktionieren der Märkte zu unterstützen. Die G7 gingen weiter davon aus, dass die britische Wirtschaft und der Finanzsektor widerstandsfähig blieben.

IWF-Chefin Christine Lagarde fordert die Verantwortlichen in Großbritannien und Europa auf, bei der Gestaltung der neuen Wirtschaftsbeziehungen zwischen dem Königreich und der EU nach dem Brexit auf einen sanften Übergang hinzuarbeiten. Sie befürworte die Maßnahmen der Bank of England und der EZB, das Bankensystem mit ausreichend Liquidität zu versorgen.

Wegen Brexit: Tschechien fordert Rücktritt von Juncker
Wegen Brexit: Tschechien fordert Rücktritt von Juncker
Der tschechische Außenminister fordert den Rücktritt von EU-Präsident Juncker. Juncker hätte nicht energisch genug für den Verbleib Großbritanniens in der EU gekämpft.
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EU-Präsident Jean-Claude Juncker und Angela Merkel beim Gipfel am 23. September 2015 in Brüssel. (Foto: dpa)

EU-Präsident Jean-Claude Juncker und Angela Merkel beim Gipfel am 23. September 2015 in Brüssel. (Foto: dpa)

Nach dem britischen Votum für den Ausstieg aus der Europäischen Union hat Tschechiens Außenminister Lubomir Zaoralek sich für den Rücktritt von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ausgesprochen. Juncker sei derzeit „nicht der richtige Mann für den Job“, sagte Zaoralek am Sonntag in einer Fernsehdebatte. „Jemand in der EU sollte vielleicht einen Rücktritt erwägen“, weil er für das Brexit-Votum verantwortlich sei, ergänzte der Minister.

Zaoralek warf Juncker vor, sich vor dem Referendum in Großbritannien nicht genügend engagiert und nicht vor Ort für den Verbleib in der EU geworben zu haben. „Ich hätte mir vorgestellt, dass die Kommission von einem ehrbaren, vertrauenswürdigen Mann angeführt wird, der in einer Situation, wo uns der Verlust eines Beines oder Armes droht, selbst in das Land geht und den Briten sagt: ‚Wir wollen, dass ihr bleibt'“, kritisierte er.

Nomura: Brexit birgt hohe Ansteckungs-Gefahr für Finanzmärkte
Nomura: Brexit birgt hohe Ansteckungs-Gefahr für Finanzmärkte
Die Finanz-Holding Nomura warnt vor vielfältigen negativen Folgen des EU-Austritts Großbritanniens – besonders für die Finanzwelt und die Psychologie der Anleger. Andere Beobachter vermuten hingegen, dass der Brexit als Erklärung für die selbstverschuldete Krisen der Unternehmen und der Staaten herhalten…
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Händler an der New York Stock Exchange. (Foto: dpa)

Händler an der New York Stock Exchange. (Foto: dpa)

Das japanische Finanzunternehmen Nomura warnt davor, dass sich der Austritt Großbritanniens aus der EU in vielfältiger Weise negativ auf die Entwicklung der Weltwirtschaft und der Finanzmärkte auswirken werde. Da sich die meisten Beobachter auf den Handel zwischen Europa und Großbritannien konzentrierten, werde den Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte und die Weltwirtschaft viel zu wenig Bedeutung beigemessen, so Nomura.

Die Finanzmärkte aber würden die durch den Brexit hervorgerufene Unsicherheit mindestens ebenso deutlich zu spüren bekommen wie der Handel. Schließlich beherberge Großbritannien mit der City of London eines der weltweit wichtigsten Finanzzentren. „Diese extreme Unsicherheit in der City of London ist den globalen Finanzmärkten ein Dorn im Auge, insbesondere, wenn die Weltwirtschaft so fragil ist wie derzeit und wenn es nur noch geringe geldpolitische und fiskalische Puffer in den meisten Volkswirtschaften gibt“, schreibt Nomura.

Nomura geht davon aus, dass der Austritt Großbritanniens aus der EU die Psychologie der Marktteilnehmer nachhaltig verändern werde. Interessanterweise stellen die Analysten dabei einen Bezug zur Präsidentschaftswahl in den USA her. Eine Wahl des protektionistisch eingestellten Kandidaten Donald Trump stelle demnach einen ähnlichen Schlag für das Grundvertrauen der Investoren dar, wie dies der Austritt Großbritanniens gewesen sei.

Warnungen vor der Wahl Trumps oder vor dem Brexit werden in der Öffentlichkeit zunehmend kritisch hinterfragt. Die Targo-Bank wies bereits darauf hin, dass ein Brexit künftig von vielen Unternehmen und Regierungen als ideale Ausrede gebraucht werde, um maue Konjunkturzahlen oder schlechte Unternehmensergebnisse zu rechtfertigen. In Deutschland könnte dies beispielsweise für die angeschlagenen Lebensversicherer und Pensionskassen gelten, die von ihrer Unterfinanzierung ablenken könnten, indem pauschal auf Turbulenzen verwiesen wird, die angeblich das Resultat des Brexit seien.

Helaba: Friedliche Einigung der EU mit Großbritannien wahrscheinlich
Helaba: Friedliche Einigung der EU mit Großbritannien wahrscheinlich
Die Helaba präsentiert drei Szenarien, wie sich das Verhältnis zwischen Großbritannien und der EU entwickeln könnte. Am wahrscheinlichsten sei eine geordnete "Scheidung". Es bestehe aber auch die Möglichkeit, dass es zu tiefgreifenden Konflikten komme, unter denen beide Seiten leiden.
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Die kommenden Monate werden von großer Unsicherheit geprägt sein. (Foto: dpa)

Die kommenden Monate werden von großer Unsicherheit geprägt sein. (Foto: dpa)

Die Helaba hat in einer interessanten Analyse drei Szenarien ausgearbeitet, wie sich das Verhältnis Großbritanniens zur EU verändern und welche Seite davon mehr profitieren könnte:

Szenario Kompromiss (60 %)

Am wahrscheinlichsten ist, dass sich die Briten mit der EU auf einen „Scheidungsvertrag“ im Zeitrahmen von zwei Jahren einigen. Das Land behält den weitgehenden Zugang zum EU-Binnenmarkt bei Waren. Bei Dienstleistungen, insbesondere im Finanzsektor, gibt es einige Einschränkungen. Grundsätzlich behält aber der Finanzplatz London seine dominante Rolle. Die Briten können über manche Belange selbst bestimmen und z.T. deregulieren. Die langfristigen wirtschaftlichen Konsequenzen halten sich in Grenzen, zumal das Land nicht wirklich unabhängig von der EU ist, da viele Regeln weiterhin aus Brüssel kommen.

Nach dem Wegfall der Unsicherheit können sich die Investitionen von der Delle wieder erholen, die konjunkturelle Entwicklung verläuft danach in gewöhnlichen Bahnen. Großbritannien erleidet nur überschaubare Wohlfahrtsverluste, neue Wachstumsimpulse außerhalb der EU werden jedoch auch kaum generiert. Mit dem sich abzeichnenden Kompromiss beruhigen sich die Finanzmärkte. Das ausländische Kapital fließt wieder ins Land: Das Pfund Sterling und die Aktienmärkte erholen sich. Bei den Staatsanleihen entfallen die Risikoprämien, allerdings könnte eine Normalisierung der Geldpolitik belasten. Britische Immobilien gewinnen an Attraktivität zurück. Da die Briten ohne nachhaltig große Verluste die EU verlassen, könnten die politischen Spannungen in der EU zunehmen und im Trend der Euro an Attraktivität verlieren.

Szenario Konflikt (30 %)

Im vorgegeben Zeitrahmen können sich die Briten nicht auf ein Abkommen mit der EU einigen, sodass es zwangsläufig in einer „schmutzigen Scheidung“ endet. Das Vereinigte Königreich verliert den uneingeschränkten Zugang zum EU-Binnenmarkt. Im Außenhandel mit der EU gelten nun automatisch die WTO-Regeln. Zölle sowie nicht-tarifäre Handelshemmnisse erschweren den Handel, so dass vor allem die britische, aber auch die deutsche Exportwirtschaft erhebliche Einbußen verzeichnet.

Insbesondere bei Finanzdienstleistungen wird der grenzüberschreitende Verkehr durch neue Regulierungen erschwert, so dass der Finanzplatz London zu Gunsten von Frankfurt und Paris erheblich leidet. Die Briten können zwar ohne Rücksicht auf die EU die Migration beschränken und die Regulierungen lockern, die wirtschaftlichen Impulse sind aber kaum fühlbar. Die britischen Exporte, ebenso bei Finanzdienstleistungen, brechen in diesem Szenario ein. Die Unternehmensinvestitionen sinken, sogar der private Konsum gibt merklich nach. Großbritannien fällt in eine markante Rezession. Da sich ausländische Investoren nachhaltig zurückhalten, bereitet die Finanzierung des Leistungsbilanzdefizits Probleme. Das Pfund wertet massiv ab. Die Aktienmärkte verzeichnen kräftige Kursverluste, an den Immobilienmärkten verschärft sich die Talfahrt.

Trotz einer expansiveren Geldpolitik der Bank of England leiden sogar britische Staatsanleihen, da die Risikoprämien kräftig ansteigen. Der Verlust an Steuereinnahmen liegt um einiges höher als die Ersparnis bei den Beiträgen zum EU-Haushalt. Entsprechend hoch sind die Wohlfahrtsverluste für Großbritannien. In der EU erleichtert das abschreckende Beispiel des Austritts die politische Zusammenarbeit. Trotz Einbußen beim Außenhandel dürfte die Union mehr Kapital anziehen.

Szenario Rosinenpicker (10 %)

Das am wenigsten wahrscheinliche, wenngleich nicht unmögliche Szenario ist, dass die Briten im „Scheidungsvertrag“ zu Lasten der EU deutliche Vorteile heraushandeln, sich also noch „Rosinen herauspicken“ können. Großbritannien behält den weitgehenden Zugang zum EU-Binnenmarkt und kann dennoch Sonderregeln u.a. für die Migration aushandeln. Dank einer lockereren Regulierung als in der EU gewinnt der Standort Großbritannien, nicht zuletzt der Finanzplatz London, an Attraktivität und zieht frisches Kapital an.

Insgesamt profitiert das Land vom Austritt, während die EU die Kosten trägt. Die politischen Spannungen nehmen zu, der Bestand der Währungsunion wird zunehmend hinterfragt. Die politischen Probleme in der EU schlagen auf das Wachstum durch. Während der Euro deutlich nachgibt, kann das Pfund erheblich zulegen. Die britische Konjunktur läuft vergleichsweise besser als in der EU. Gleiches gilt für Aktien- und Immobilienmärkte.

Gegen Sanktionen: Deutsche Unternehmen bauen Fabriken in Russland
Gegen Sanktionen: Deutsche Unternehmen bauen Fabriken in Russland
Russland profitiert auf unerwartete Weise von den EU-Sanktionen: Die Direktinvestitionen deutscher Unternehmen erreichen neue Höchststände, weil die Unternehmen direkt in Russland Fabriken bauen. Sie wollen den wichtigen russischen Markt nicht wegen der Sanktionen verlieren.
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Gerhard Schröder mit Russlands Präsident in St. Petersburg. (Foto: dpa)

Gerhard Schröder mit Russlands Präsident in St. Petersburg. (Foto: dpa)

Deutsche Unternehmen investieren verstärkt direkt in Russland. Wegen der Export-Sanktionen bauten Mittelständler und Konzerne dort nun eigene Fabriken auf, um weiter im Geschäft zu bleiben, berichtete die Welt am Sonntag unter Berufung auf eine Statistik der Deutschen Bundesbank.

Die Direktinvestitionen deutscher Firmen seien laut Bundesbank im Jahr 2015 auf 1,78 Milliarden Euro gestiegen, berichtete die Zeitung. Dieser Wert sei nur in den Boomjahren von 2006 bis 2008 sowie im Jahr 2010 übertroffen worden.

Dieses Jahr könnte ein neuer Rekord erreicht werden. Bereits im ersten Quartal summierten sich laut „WamS“ die Direktinvestitionen aus Deutschland bereits auf fast 1,1 Milliarden Euro.

Die deutschen Unternehmen haben keine Alternativen zu diesem Weg. China ist drauf und dran den Europäern den wichtigen russischen Absatzmarkt abzujagen. Bundeskanzlerin Merkel ist davon nicht beeindruckt und hat sich in der EU für die Verlängerung der Sanktionen stark gemacht.

Schauspieler Götz George ist tot
Schauspieler Götz George ist tot
Der deutsche Schauspieler Götz George ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Er starb bereits am 19. Juni. Er hatte sich einen privaten Abschied im engsten Kreis gewünscht.
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Die Schauspieler Eberhard Feik (l) als Thanner und Götz George als Schimanski stehen am 29.09.1987 im Hafen von Duisburg für Dreharbeiten vor der Kamera. (Foto: dpa)

Die Schauspieler Eberhard Feik (l) als Thanner und Götz George als Schimanski stehen am 29.09.1987 im Hafen von Duisburg für Dreharbeiten vor der Kamera. (Foto: dpa)

Der Schauspieler Götz George ist tot. Wie seine Agentin am späten Sonntagabend in Berlin mitteilte, starb George bereits am 19. Juni nach kurzer Krankheit im Alter von 77 Jahren. „Götz George hat sich eine Verabschiedung im engsten Kreis gewünscht“, hieß es in der Mitteilung. Von weiteren Nachfragen solle aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Familie abgesehen werden.

Götz George liebte es, er selbst zu sein. Eigen, manchmal ruppig und meist unbequem, begegnete er seinem Gegenüber. Seien es nun Film- und Fernsehjournalisten, Fans oder Kollegen. Kurz vor seinem 75. Geburtstag – vor fast drei Jahren – gab es auch so einen dieser besonderen George-Momente voller Schnodderigkeit. Als er in Berlin den Film «George» über seinen Vater Heinrich vorstellte, ließ er sich zwar aufs Podium bitten, schmetterte vor dem gespannten Premierenpublikum aber jede Frage gnadenlos ab. Sie sei falsch gestellt, dazu könne er nichts sagen und überhaupt sei er nicht der richtige Ansprechpartner. Punkt und Rumms.

Götz George durfte das, musste es zuweilen sogar. Vielleicht war es sein Schicksal. Der Ausnahmeschauspieler pflegte stets sein Image als Raubein – und das Publikum liebte ihn dafür. Klar, wer 32 Jahre lang mit abgewetztem Parka als Ruhrpottkommissar Horst Schimanski vor der Kamera stand, musste einfach ein krasser Typ sein und möglichst oft «Scheiße» sagen. So einem verzeiht man das.

Mit dem gebrochenen Draufgänger aus Duisburg hat der gebürtige Berliner George Fernsehgeschichte geschrieben. Anders als die distinguierten, abgeklärten Herren, die vor und neben ihm in deutschen Krimis ermittelten, verkörperte er 1981 erstmals einen schnodderigen Cop, der mit lockeren Sprüchen, harten Prügeleien und reichlich Bier auf Verbrecherjagd geht. «Was quatschst du mich so blöd an, du Spießer, nur weil ich ’ne Fahne habe?», raunzte der attraktive Kommissar sein Gegenüber einmal an.

29 «Schimmi»-Folgen liefen zwischen 1981 und 1991 im Rahmen der ARD-Krimireihe «Tatort». Zweimal war er im Kino sehen und 1997 widmete das Erste seinem erfolgreichen Helden eine eigene Reihe mit dem Kult-Logo «Schimanski». Der war zwar inzwischen Rentner und hatte einen Gang zurückgeschaltet, aber immer noch ein Straßenfeger. Allein die erste Folge «Die Schwadron» sahen fast 13 Millionen Menschen. Im Jahr 2013 war dann Schluss damit, nach 48 Folgen.

Trotzdem hat sich George nie gern in die Krimischublade stecken lassen. Mit Ehrgeiz, Spielfreude und unglaublicher Vitalität profilierte er sich in seiner langen Karriere als einer der vielseitigsten deutschen Schauspieler.

Er spielte den KZ-Arzt Josef Mengele («Nichts als die Wahrheit») und einen an Alzheimer erkrankten Busfahrer («Mein Vater»), einen Taschendieb («Das Trio») und einen blinden Klavierlehrer («Der Novembermann»), einen Öko-Aktivisten («Lüg weiter, Liebling») und einen todgeweihten Staatsanwalt («Nacht ohne Morgen»).

Eine seiner berühmtesten Rollen hatte er als homosexueller Massenmörder Fritz Haarmann in «Der Totmacher», der 1995 das Filmfestival von Venedig eröffnete. Zugleich bewies er in Satiren wie «Schtonk!» oder «Rossini» auch sein komödiantisches Talent. 2007 wurde er für sein Lebenswerk mit dem Deutschen Fernsehpreis geehrt, 2014 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

Erst «George», der Film über seinen legendären, wegen seiner Karriere in der Nazi-Zeit aber auch umstrittenen Schauspieler-Vater Heinrich George (1893-1946), aber machte deutlich, wie sehr der Sohn zeitlebens von dem «Übervater» geprägt war – und getrieben.

«Du hast mich halt immer überholt. Du warst halt immer besser, besessener», sagte George in einer ARD-Dokumentation anlässlich seines 75. Geburtstages im Jahr 2013 an die Adresse seines toten Vaters. Von der Lieblingsrolle des Vaters, Goethes «Götz von Berlichingen», hatte er übrigens auch seinen Vornamen.

Der kleine Götz ist acht, als der Vater in sowjetischer Gefangenschaft stirbt. Für ihn und den älteren Bruder Jan wird die Mutter Berta Drews zur zentralen Bezugsperson. Selbst Schauspielerin, weckt sie auch in ihrem «Putzi», wie sie den Sohn bis an ihr Lebensende nennt, die Liebe zum Theater. Mit elf steht er erstmals auf der Bühne, mit 15 hat er neben Romy Schneider seinen ersten Filmauftritt in der Romanze «Wenn der weiße Flieder wieder blüht».

40 Hauptrollen auf der Bühne und 120 Kino- und Fernsehfilme folgen – angefangen von den Karl-May-Abenteuern in den 1960er Jahren bis zum ARD-Krimidrama «Böse Wetter», das noch nicht ausgestrahlt ist. Seine physische und psychische Präsenz, seine Wandlungsfähigkeit und sein Rollenverständnis trugen ihm immer wieder gute Kritiken ein. «Ich muss die Figuren inhalieren, anders kann man es gar nicht sagen, ich inhaliere sie, ohne intellektuell darüber nachzudenken», verriet er einmal.

Zu den Medien hatte George trotz seines Erfolgs ein gespanntes Verhältnis; dem Fernsehen warf er mal vor, «nur noch auf Kohle und Quote» zu schauen. Legendär sein Zoff mit Thomas Gottschalk in der ZDF-Sendung «Wetten, dass..?» 1998. Der 1a-Mime warf dem 1a-Moderator Unwissenheit vor und bezeichnete ihn als «Oberlehrer», die Zuschauer pfiffen. Echte Emotionen oder Inszenierung? Fast egal, auf jeden Fall war es George pur. Auch wenn es fünf Jahre später eine medienwirksame Versöhnung gab, Georges Kritik war durchaus ernst gemeint.

Er sei in Deutschland nur mehr zum Arbeiten und Steuern zahlen, wie er einmal sagte. Ansonsten zog er sich mit seiner gut 20 Jahre jüngeren Lebensgefährtin Marika Ullrich in sein Refugium auf Sardinien zurück. Schlagzeilen machten ein schwerer Badeunfall 1996 und eine Herzoperation 2007.

Vor knapp zwei Jahren verkündete George, er wolle sich weitgehend aus dem Filmgeschäft zurückziehen. «Ich möchte gerne nach 65 arbeitsreichen Jahren Feierabend machen», sagte der damals 76-Jährige der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung». Es sei einfach zu viel Stress. So machte er sich in den Öffentlichkeit rar, drehte nur noch wenig und erfüllte sich selbst einen Wunsch: «Auf der Bühne, wie es bei Schauspielern immer heißt, will ich sicher nicht sterben.»

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