Ethisch telefonieren: Das Fairphone als Alternative zu iPhone und Samsung

Ein Unternehmen aus den Niederlanden hat die ersten umweltfreundlich-produzierten Smartphones gebaut und ausgeliefert. Die Firma achtet auf gute Arbeitsbedingungen in den Fabriken und zahlt höhere Löhne als branchenüblich. Das Interesse an den Fairphones ist groß.

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Bei der Produktion des Fairphone wird auf Arbeitsbedingungen und Umweltschutz geachtet. Die Herstellungskosten sind für die Kunden nachvollziehbar. Zudem können sie ihr Telefon selbst reparieren. (Foto: flickr - Fairphone)

Bei der Produktion des Fairphone wird auf Arbeitsbedingungen und Umweltschutz geachtet. Die Herstellungskosten sind für die Kunden nachvollziehbar. Zudem können sie ihr Telefon selbst reparieren. (Foto: flickr – Fairphone)

Das Startup Fairphone hat kurz vor Weihnachten die ersten 1.000 fair-produzierten Smartphones an seine Kunden ausgeliefert, wie Computerbase berichtet. Die Lieferung ist Teil der ersten Charge von 25.000 fair hergestellten Geräten. Eine zweite Produktionsrunde ist in Vorbereitung.

Fairphone hat es sich zum Ziel gesetzt, Smartphones in nachhaltiger Produktion herzustellen. Das Unternehmen wurde über eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen. Die ersten 25.000 Fairphones sind bereits seit Mitte November ausverkauft.

Alle verwendeten Materialien sollen fair gehandelt sein und nicht aus Konfliktgebieten stammen. Hinzu kommen angemessene Arbeitsbedingungen und eine faire Entlohnung der Arbeitskräfte in den Fertigungsstätten. Die gesamte Wertschöpfungskette soll dabei für den Kunden so transparent wie möglich sein.

Die technischen Details des Fairphones sind nicht herausragend, aber solide. Laut Inside-Handy rangiert das Fairphone im oberen Mittelfeld, was das Verhältnis von Preis und Leistung betrifft. Dafür können Kunden das Handy selbst auseinander schrauben und reparieren, was zu einer Reduktion von Elektroschrott führen soll. Zudem wird bei der Software auf Open-Source gesetzt. Zurzeit ist das Fairphone mit Android ausgestattet, später soll auch ein Wechsel zu Linux möglich sein.

„Wir wollen den Kunden die Hoheit über ihr Smartphone zurückgeben“, sagt Fairphone-Chef Bas van Abel.

Das Fairphone kostet 325 Euro. Dabei entfallen 63,25 Euro auf Steuern, 185 Euro auf Technik und Gestaltung und 45 Euro auf Unternehmensprozesse, wie die Firma in einem Kostenbericht aufschlüsselt. Der Einzelhändler verdient 4,25 Euro am Verkauf. Nach Abzug dieser Kosten bleiben dem Unternehmen 5 Euro pro Smartphone, die für die Begleichung von Krediten und als Reserve verwendet werden.

Die Bemühungen für faire Produktionsbedingungen kosten die Firma noch einmal 22 Euro pro Gerät. Darin enthalten sind Initiativen zur Gewinnung von Zinn aus Konflikt-freien Gebieten und Fonds zur Verbesserung von Arbeitsverhältnissen in Fabriken. Darüber hinaus möchte es zukünftig nicht nur für faire Arbeitsbedingungen in der Produktion, sondern auch in der Weiterverarbeitung und dem Transport sicherstellen.

Das Unternehmen arbeitet auch daran, die Bestandteile Kobalt, Kupfer und Gold aus fairem Handel zu beziehen. Damit könnte Fairphone das erste Unternehmen sein, das fair-produziertes Gold verwendet. Beim Abbau von Gold wird häufig auf giftige Chemikalien zurückgegriffen. Die dadurch entstehenden Umweltschäden sind immens (mehr hier).

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